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Dopingbericht zur Tour de France: Nichts außer Genugtuung

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Dopingsünder Zabel, Ullrich: Was alle schon gewusst haben Zur Großansicht
DPA

Dopingsünder Zabel, Ullrich: Was alle schon gewusst haben

Ullrich, Zabel, Pantani: Ein Bericht des französischen Senats belegt, dass diese Top-Radprofis 1998 allesamt mit Epo gedopt haben. Die Veröffentlichung der Namen bestätigt allerdings nur das, was alle schon vermutet haben. Es ist Zeit für einen Neuanfang.

Nun haben wir es also schwarz auf weiß: Jan Ullrich, Erik Zabel, Marco Pantani, Laurent Jalabert und etliche weitere Radprofis haben während der Tour de France 1998 mit Epo gedopt. 15 Jahre später gibt der Bericht des französischen Senats Gewissheit. Endlich, werden viele sagen. Dabei haben wir es doch schon lange vorher gewusst, eigentlich seit diesen 15 Jahren, als das Festina-Team bei eben jener Tour wegen Epo-Dopings aufgeflogen war. Zu einer Zeit, als Doping im Radsport offenkundig obligatorisch war.

Was bringt die Veröffentlichung der Namen weiterer Betrüger? Vor allem Genugtuung. Es ist Bestätigung für jene, die die Fahrer seit Jahren im Verdacht hatten. Ullrich, Zabel und all die anderen können nun nicht mehr leugnen oder sich an halbseidenen Geständnissen festhalten. Auch sie haben es nun schwarz auf weiß, auch wenn zu befürchten ist, dass sie sich wieder herauszureden versuchen.

UCI verhindert sportrechtliche Konsequenzen

Wirklich interessieren wird das aber niemanden mehr, darum geht es auch gar nicht. Zu viel wurde schon gelogen und verbogen. Auch sportrechtlich wird der Bericht kaum Konsequenzen haben, das hatte der Chef des Weltverbands UCI, Pat McQuaid, schon vor der Veröffentlichung deutlichgemacht: "Die Analysen des französischen Labors im Jahr 2004 entsprechen nicht den technischen Standards für Anti-Doping-Tests und können daher nicht als Beweis im Rahmen von Anti-Doping-Untersuchungen angenommen werden. Sie würden nicht die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens ermöglichen."

Marco Pantani soll deshalb seinen Tour-Sieg von 1998 behalten. Den Italiener kann man eh nicht mehr bestrafen: Er ist 2004 unter noch immer nicht ganz geklärten Umständen gestorben.

Mit den gleichen Argumenten wie jetzt hatte die UCI sich schon gegen die sportrechtliche Verfolgung Lance Armstrongs gewehrt. Seine Dopingproben aus dem Jahr 1999 waren vom selben Pariser Labor positiv getestet worden. Auch deshalb wird dem Weltverband Vertuschung vorgeworfen.

Man kann von dem umstrittenen UCI-Präsidenten halten, was man mag. Mit immerhin einem Argument gegen die späte Bekanntgabe der Namen liegt er nicht ganz falsch: Seiner Ansicht nach verletzt der Bericht die Rechte auf Anonymität der Fahrer. Die Veröffentlichung mutmaßlicher Dopingsünder ziehe zudem eine Vorverurteilung "ohne das Recht der Verteidigung" nach sich. Die Fahrer würden an den Pranger gestellt.

Reinigende Effekte

Wozu also das Outing? Damit alle Gegner und Kritiker des Radsports sich jetzt auf die Schultern klopfen können: Seht her, die Bösen sind nicht wir? Damit nachträglich Strafrechtler in die Spur geschickt werden können?

Sicherlich sind die reinigenden Effekte umfassender Aufklärungen hilfreich, wie zuletzt die Beichte Armstrongs zeigte. Und sicherlich wurde uns nun noch einmal detailliert vor Augen geführt, dass der Radsport nicht nur ein Doping- sondern auch ein großes Lügenproblem hatte.

Doch was soll man jetzt, 15 Jahre später, aus dieser bekannten Erkenntnis machen? Der Radsport versucht gerade, sich zu erholen, sich neu zu definieren. Dass wohl noch immer nicht alles vorbei ist, haben die jüngsten Dopingfälle etwa bei der Türkei-Rundfahrt oder beim Giro d'Italia deutlich gemacht. Aber es gibt auch Gegenbeispiele, junge Fahrer, die für Null-Toleranz-Mentalität stehen, und davon mehr und mehr.

Es ist an der Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Einen Schnitt zu machen und zu sagen: Wir konzentrieren uns auf das Jetzt und auf die Zukunft. Im Radsport gibt es noch genug zu tun.

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insgesamt 79 Beiträge
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1.
tyskie 24.07.2013
Leider konnte man den scheinheiligen Jens Voigt aufgrund mangelnder Quantität seines damalig abgegeben Urins keinen EPO-Missbrauch beweisen. Alle wird man wohl nie erwischen.
2. Ja,
LeonLanis 24.07.2013
Zitat von sysopDPAUllrich, Zabel, Pantani: Ein Bericht des französischen Senats belegt, dass diese Top-Radprofis 1998 allesamt mit Epo gedopt haben. Die Veröffentlichung der Namen bestätigt allerdings nur das, was alle schon vermutet haben. Es ist Zeit für einen Neuanfang. http://www.spiegel.de/sport/sonst/ullrich-und-zabel-auf-der-liste-der-dopingsuender-der-tour-1998-a-912919.html
so "blöd" das klingen mag, aber es jetzt wirklich an der Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Jeder Spitzenfahrer im Jahre 1998 und in den Jahren danach war gedopt. Daran gibt es keinen vernünftigen Zweifel. Der Neuanfang sollte zwar nicht kritiklos als Tatsache genommen werden, denn auch heute gibt es noch gedopte Fahrer, aber man sollte ihn fördern. Dazu müßte vor allem der Vorschlag verwirklicht werden, Fahrer lebenslang zu sperren, wenn sie des Dopings überführt werden. Nur dadurch würden die Verbände glaubhaft machen, dass sie wirklich konsequent gegen Doping vorgehen wollen.
3. Neuanfang
Wupperflipper 24.07.2013
Seit 15 Jahren redet man jetzt in schöner Regelmäßigkeit vom Neuanfang. Immer wenn einer der bekannteren Rennfahrer des dopings überführt wurde wird von Neuanfang gesprochen. Man kann es nicht mehr hören! Dieses Pack wird immer einen weg finden um sich Forteile zu verschaffen. Erst wenn die ersten Rennfahrer völlig entkräftet kurz vor dem Gipfel vom Rad steigen und ihr Rad schieben weil sie nicht mehr können glaube ich an einen Neuanfang.
4. Na endlich
Aldosteron 24.07.2013
ist es raus. Zabel und Co öffentlich verbrennen! Pantani sollte exhumiert, ebenfalls verbrannt und die Überreste öffentlich geschändet werden. Daß die alle was genommen haben. Vor 15 Jahren. Nicht zu fassen... Danach können wir uns dann wieder um I - und Amerika kümmern.
5. Lebenslange Sperre + Knast
tomkey 24.07.2013
Zitat von LeonLanisso "blöd" das klingen mag, aber es jetzt wirklich an der Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Jeder Spitzenfahrer im Jahre 1998 und in den Jahren danach war gedopt. Daran gibt es keinen vernünftigen Zweifel. Der Neuanfang sollte zwar nicht kritiklos als Tatsache genommen werden, denn auch heute gibt es noch gedopte Fahrer, aber man sollte ihn fördern. Dazu müßte vor allem der Vorschlag verwirklicht werden, Fahrer lebenslang zu sperren, wenn sie des Dopings überführt werden. Nur dadurch würden die Verbände glaubhaft machen, dass sie wirklich konsequent gegen Doping vorgehen wollen.
Lebenslange sportliche Sperre und strafrechtliche Konsequenzen (mind. 2 Jahre Gefägnis, keine Bewährung möglich). Die Thüringer Radsportler Marcel Kittel und John Degenkolb fordern das. Dazu Tony Martin. Mit solchen Einstellungen wäre ein Neuanfang möglich. Vielleicht sollte sich auch ein neuer Radsportverband gründen. Was die UCI da so von sich gibt, spottet ja jeder Beschreibung.
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Doping bei der Tour de France 1998: Die Liste der Sünder

Kampf gegen Doping
Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)
Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOC auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.
Welt-Anti-Doping-Programm
Der Welt-Anti-Doping-Codex löste 2004 den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen im selben Jahr auch für die Olympischen Spiele. Das Programm besteht aus drei Ebenen: 1. Welt-Anti-Doping-Code (WADC), 2. Vier Internationale Standards, 3. Erarbeitungen von Empfehlungen für die bestmögliche praktische Umsetzung durch Anti-Doping-Organisationen und Verbände.
Welt-Anti-Doping-Code (WADC)
Der Welt-Anti-Doping-Code wurde erstmalig im Jahre 2003 verabschiedet und ist das Basisdokument des Welt-Anti-Doping-Programms. 2004 traten das Programm und der Codex in Kraft. Der überarbeitete Welt-Anti-Doping-Code ist seit dem 1. Januar 2009 gültig. Er vereinheitlicht Regeln und Verfahren, die bisher von Land zu Land und von Sportart zu Sportart verschieden waren und regelt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Interessengruppen. Der Code stellt keine Definition des Dopings mehr auf, sondern bezeichnet Doping als einen Verstoß gegen nachfolgende Bestimmungen: Nachweis oder Gebrauch einer verbotenen Substanz oder Methode, Verweigerung einer Dopingkontrolle und Verletzung der Informationspflicht über den Aufenthaltsort sowie Verfälschung einer Dopingkontrolle und Besitz oder Handel von Substanzen durch einen Athleten oder sein Umfeld.
Internationale Standards
Sie ergänzen die Anforderungen des Codes durch nähere Beschreibungen und sollen dazu beitragen, national übergreifend einheitliche Formen für die Anti-Doping-Arbeit zu schaffen. Dies betrifft insbesondere die Dopingliste, die Dopingkontrolle Dopinglabors und Ausnahmebewilligungen für Medikamente.
Verbotene Substanzen
Die Dopingliste gilt weltweit und wird durch eine spezielle Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) erstellt. Sie wird jedes Jahr erneuert und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Auf der Liste werden nur Wirkstoffe und Methoden veröffentlicht, die mindestens zwei von drei Kriterien entsprechen: Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat der Wirkstoff oder die Methode das Potential zur Leistungssteigerung im Sport. Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen besitzt der Wirkstoff oder die Methode ein aktuelles oder potentielles Gesundheitsrisiko. Gemäß Wada verstößt die Anwendung des Wirkstoffs oder der Methode gegen die Ethik im Sport. Zu den verbotenen Substanzklassen, die teilweise ganz oder nur im Wettkampf verboten sind, gehören: 1. Alkohol, 2. Anabolika , 3. Antiöstrogene , 4. Beta-2-Agonisten , 5. Betablocker , 6. Cannabinoide (Cannabis, Haschisch, Marihuana) , 7. Glucocorticoide , 8. Hormone , 9. Maskierende Substanzen und Diuretika , 10. Narkotika , 11. Stimulanzien . Für Alkohol und Betablocker gibt es in einigen Sportarten Ausnahmen, sie werden nicht von allen internationalen Sportverbänden verboten.
Verbotene Methoden
Seit dem 1. Januar 2003 werden die verbotenen Dopingmethoden genauer beschrieben und in drei Kategorien unterteilt: 1. Erhöhung der Transportkapazität für Sauerstoff ( Blutdoping ), 2. chemische und physikalische Manipulation, 3. Gendoping . Die Anwendung verbotener Methoden ist innnerhalb als auch außerhalb des Wettkampfs verboten.
Kontrollregularien

Für Athletinnen und Athleten bestehen je nach Leistungsniveau unterschiedliche Bestimmungen zu der obligatorischen Meldepflicht. Die Ein-Stunden-Regelung verpflichtet bestimmte Athleten für jeden Tag eine Stunde zu benennen, in der sie für eine mögliche Dopingkontrolle zur Verfügung stehen. Die genaue Stunde muss jeweils am Ende eines Quartals für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, darf aber innerhalb von 24 Stunden verändert und aktualisiert werden. Wird der Athlet in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, wird ein sogenannter Strike für das Kontrollversäumnis ausgesprochen. Wenn ein Sportler innerhalb von 18 Monaten drei Verwarnungen kassiert hat, muss er mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen. Strikes von verschiedenen Organisationen ( Wada , Nada sowie zuständigem internationalem Verband) werden addiert.

Die Ein-Stunden-Regelung wird durch die Angabe von Aufenthaltsdaten zum Ende eines Quartals für jeden Tag der darauffolgenden drei Monate ergänzt. Wird ein Athlet bei einer Stichprobe nicht am angegebenen Ort angetroffen, kann ebenfalls ein Strike erteilt werden. Mannschaftssportler aus gering gefährdeten Sportarten werden in Mannschafts-Whereabouts getestet. Dafür melden die Vereine der Nada die Trainingspläne der Mannschaft.

Aufgrund des seit Beginn 2009 gültigen neuen Nada-Codes werden Athleten je nach Risikobewertung der Agentur für Doping in drei unterschiedliche Testpools eingeordnet und unterliegen verschiedenen Meldepflichten: Im International Registered Testing Pool (RTP) sind rund 1400 Athleten zusammengefasst, zu denen A-Kader und A-Nationalteams der Sportarten der Gefährdungsstufe I gehören. Sie müssen nicht nur bis zum 25. des Vormonats Angaben über Aufenthaltsort und Erreichbarkeit für ein Quartal machen, sondern auch die Ein-Stunden-Regelung beachten. Im Nationalen Testpool (NTP) für Kader-Athleten der Gefährdungsstufe II und III gilt diese Regel nicht. Alle anderen Athleten werden im Allgemeinen Testpool (ATP) zusammengefasst.


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