Deutsches Duell bei den US Open Zverev scheitert an Kohlschreiber und an seinen Nerven

Alexander Zverev musste sich in New York früh geschlagen geben. Denn: Philipp Kohlschreiber hatte einfach den besseren Plan. Als Zverev das aufging, musste mal wieder der Schläger dafür büßen.

Alexander Zverev
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Alexander Zverev


Philipp Kohlschreiber hat Alexander Zverev eine weitere Enttäuschung beschert. Der 34-Jährige siegte in der dritten Runde 6:7 (1:7), 6:4, 6:1, 6:3 und zog damit zum fünften Mal ins Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers in New York ein. Der 21-jährige Zverev stand zwar zum ersten Mal unter den letzten 32, der Weltranglistenvierte galt aber auch in New York als Mitfavorit.

"Meine Variabilität hat sich ausgezahlt, ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung", sagte Kohlschreiber. "Ich habe sehr gut retourniert, das war ein Schlüssel." Der 34. der Weltrangliste ärgerte den fast zwei Meter großen Zverev immer wieder mit Winkelspiel und der kurzen, unterschnittenen Rückhand. Denn, so Kohlschreiber: "Er bewegt sich nicht gut zum Netz."

Philipp Kohlschreiber
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Philipp Kohlschreiber

Kohlschreiber holte im ersten Satz Rückstände von 0:2 und 3:5 auf und nahm Zverev, der in den ersten beiden Runden insgesamt nur ein Aufschlagspiel abgegeben hatte, schon dabei zweimal den Aufschlag ab. Im Tiebreak war Zverev überlegen, doch Kohlschreiber verfolgte konsequent seinen Plan, Zverev mit variablem Spiel zu Fehlern zu verleiten. Zudem nutzte er seine Chancen besser und holte sich mit der ersten Möglichkeit den zweiten Satz.

Danach war Kohlschreiber sogar der dominierende Akteur, während Zverev zunehmend frustriert wirkte. Als er im vierten Satz einen 3:0-Vorsprung verspielte, zertrümmerte er sogar seinen Schläger.

"Ich habe während des gesamten Matches nicht mein bestes Tennis gespielt", sagte Zverev anschließend. Sein neuer Trainer Ivan Lendl habe ihn schon vor dem ersten Match in Flushing Meadows gewarnt. Es sei ein langer Weg, "ein Prozess", bis man bei den vier wichtigsten Turnieren der Welt sein bestes Tennis abrufe. "Hoffentlich spielst du gut bei den US Open, aber wir schauen mehr auf die kommenden Jahre", habe Lendl gesagt.

Auch Djokovic weiter - Aus für Jan-Lennard Struff

Kohlschreiber trifft am Montag auf den ehemaligen US-Open-Finalisten Kei Nishikori aus Japan und ist nun als letzter Deutscher noch dabei. Vor Zverev war am Samstag bereits Wimbledonsiegerin Angelique Kerber ausgeschieden. Jan-Lennard Struff verlor bei seiner Drittrunden-Premiere 4:6, 1:6, 6:7 (4:7) gegen den belgischen Weltranglistenzehnten David Goffin.

Wimbledonsieger Novak Djokovic hingegen besiegte den Franzosen Richard Gasquet 6:2, 6:3, 6:3. Der Serbe trifft am Montag auf den Portugiesen João Sousa, der erstmals unter den letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier dabei ist.

sak/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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kai.friedrich 02.09.2018
1. Talent
hat er, aber er kann es nicht umsetzen. Von der Presse als Jahrhundertalent beschrieben, scheitert Zvetev ein ums andere Mal an seinen Nerven. Na klar, er ist erst 21,trotzdem sehe ich in ihm nicht den Dauersieger von Grand Slam Turnieren. Er wird hoch gepusht, kann nur hoffen das er seinen Weg findet...
andreasm.bn 02.09.2018
2. er hat's mental einfach...
nicht drauf! Und er ist nicht hungrig genug, er wird ein ewiges Talent bleiben. Glückwunsch an Philipp, richtig gut gespielt. Hoffentlich geht's noch 1-2 Runden weiter.
hitcher 02.09.2018
3. Das ewige Talent
wie Kyrgios hat auch Zverev seine Nerven nicht im Griff. Beide fallen nur durch Zerstörung ihrer Schläger auf. Ob Lendl Zverev in den Griff bekommt? Zweifel sind da angebracht...
spadoni 02.09.2018
4.
Der "kleine" Zverev wird nie ein Grosser werden weil er mit Niederlagen einfach nicht umgehen kann. Dann wird aus Frust, à la John McCenroe, der Tennisschläger zerstört, unmöglich!!
kopi4 02.09.2018
5.
Auch eine Leistung, als Nr.4 der Weltrangliste bei den Majors dreimal nicht über die dritte Runde hinauskommen. Das man Satzverluste bei Grand Slams abhaken muß weiß er offenbar nicht. Bei Nadal,Federer,Djokovic würden sich Kohlschreiber oder Gulbis (Wimbledon) freuen das sie wenigstens einen Satz gewonnen haben, bei Zverev wissen sie das dieser eine gewonnene Satz das ganze Match entscheiden kann.
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