US Open Kerber quält sich in die dritte Runde, Zverev trifft auf Kohlschreiber

Angelique Kerber ist bei den US Open in die dritte Runde eingezogen. Nach vergebenen Matchbällen musste die Deutsche aber lange zittern. Weniger Probleme hatte Alexander Zverev, der eine Premiere feierte.

Angelique Kerber
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Angelique Kerber


Angelique Kerber musste lange um den Einzug in die dritte Runde der US Open bangen, konnte aber am Ende jubeln: Die 30-Jährige, die das Turnier in New York 2016 gewonnen hatte, lag gegen die Schwedin Johanna Larsson bereits 6:2, 5:2 in Führung, vergab jedoch zwei Matchbälle und siegte erst nach 2:23 Stunden, 6:2, 5:7, 6:4 war der Endstand.

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad hatte die dreifache Grand-Slam-Siegerin zu kämpfen. Zwischenzeitlich waren ihr körperliche Probleme deutlich anzumerken. Kerber ist die letzte deutsche Spielerin im Turnier, nachdem Julia Görges, Carina Witthöft und Tatjana Maria am Tag zuvor ausgeschieden waren. Kerber trifft nun in der dritten Runde am Samstag auf Dominika Cibulkova aus der Slowakei.

Bei den Männern hat der Weltranglistenvierte Alexander Zverev zum ersten Mal die dritte Runde der US Open erreicht. Der 21-Jährige schlug den 15 Jahre älteren Franzosen Nicolas Mahut 6:4, 6:4, 6:2. Zverev trifft nun am Samstag auf Landsmann Philipp Kohlschreiber, der Matthew Ebden aus Australien 6:7 (1:7), 6:3, 6:2, 6:0 besiegte.

Weitere Ergebnisse bei den US Open am Donnerstag:

Jan-Lennard Struff
(Deutschland) - Julien Benneteau (Frankreich) 6:2, 4:6, 6:1, 3:6, 6:3
Petra Kvitova (Tschechien) - Yafan Wang (China) 7:5, 6:3
Naomi Osaka (Japan) - Julia Glushko (Israel) 6:2, 6:0
Lessia Zurenko (Ukraine) - Caroline Wozniacki (Dänemark) 6:4, 6:2
Novak Djokovic (Serbien) - Tennys Sandgren (USA) 6:1, 6:3, 6:7 (2:7), 6:2

bam/bka/sid/dpa



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jean-baptiste-perrier 31.08.2018
1. Der Lendl-Effekt?
Sascha Zverev mal ganz glatt in 3 Sätzen in der zweiten Runde bei einem Grand Slam Turnier! Ist das jetzt schon der Lendl-Effekt? Oder lag es allein am 36-jährigen Gegner Nicolas Mahut? Nun Zverev gegen den fast 35-jährigen Kohlschreiber. Bei aller Sympathie für Kohli, aber das sollte Sascha klar gewinnen.
jean-baptiste-perrier 31.08.2018
2. Wiedersehen mit Cibulkova!
Kerber war platt - physisch/psychisch - wie auch immer. Sie wirkte teilweise desinteressiert am Spiel. Es erinnerte ein wenig an ihr Auftreten im Halbfinale der Australian Open gegen Simona Halep. Sehr energielos. Womöglich hatte sie schlicht einen Hungerast wie anno 1998 Jan Ullrich bei der Tour de France, als er auf einer Etappe die Tour gegen Pantani verlor. Larsson ist sicherlich keine Spitzenspielerin, aber sie hat ab Mitte des zweiten Satzes kaum noch Fehler gemacht und alles druckvoll zurückgebracht. Kerber musste alle Punkte selbst herausspielen und das viel ihr sehr schwer. Hauptsache gewonnen. Mund abputzen und auf Cibulkova fokussieren. Da gibt es ja noch eine Rechnung zu begleichen. Dieses verlorene WTA-Finals-Endspiel und die damit verbundene Enttäuschung am Ende der Saison 2016 war wohl ein Hauptfaktor für die suboptimale Performance 2017. Zur Erinnerung: Kerber war souverän wie das heiße Messer durch die Butter ins Finale gestürmt. Und dann verlor sie gegen eine Cibulkova gegen die sie in der Gruppenphase noch klar gewonnen hatte. Die Ironie bestand darin, dass Cibulkova nur das Finale erreicht hatte, weil Kerber auch ihr letztes Gruppenspiel glatt in zwei Sätzen gewann. Hätte Kerber in drei Sätzen gewonnen, dann wäre Cibulkova ausgeschieden! Und dann spielte Cibulkova im Finale das Spiel ihres Lebens. Von daher hat Kerber jetzt eine besondere Motivation, weil mit diesem negativen Erlebnis emotional der Murks von 2017 schon begann. Das Spiel gegen Cibulkova wird natürlich alles andere als einfach. Doch so ein Schlagabtausch mit offenem Visier gegen eine (ehemalige?) Weltklasse-Spielerin kommt Kerber eher entgegen. Das ist emotional einfacher als ein Match gegen eine vermeintliche Außenseiterin wie Hsieh, die mit ihren Kunstschlägen (Rück- und Vorhand beidhändig) einen in den Wahnsinn treiben kann, wie geschehen im Achtelfinale der Australian Open. Kerber hat das Match irgendwie gewonnen, doch am Ende hat das extrem an den mentalen Ressourcen gezehrt und im Halbfinale gegen Halep war Kerber dann mental quasi ausgebrannt. Also Cibulkova geht in Ordnung. Am Ende wird diejenige mit der besseren Tagesform gewinnen. Kerbers Blickwinkel mal beiseite. Für mich zählt Cibulkova zu den sympathischsten Spielerinnen auf der Tour. Jenseits von Kerber drücke ich Kiki Bertens, Elina Svitolina und Venus (!) Williams die Daumen. Von Sharapova bin ich fasziniert - drücke ihr aber nicht direkt die Daumen. Ein absolut rotes Tuch ist und bleibt Asarenka. Gut, Sharapova macht auch komische Geräusche, aber das kann ich ignorieren. Auf Asarenka reagiere ich jedoch geradezu aggressiv (ist es Hass?)! Da hoffe ich stark, dass Sloane Stephens Asarenka heute nach Hause schickt. Übrigens Bouchard (soll eine Zicke sein - schau ich aber trotzdem gern zu) hat ihr Zweitrunden-Match trotz ihrer Armee ("Genie Army") glatt verloren.
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