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US-Open-Finale: Becker wirft Federer Respektlosigkeit vor

Djokovic-Trainer Becker (r.): "Beim nächsten Mal ziele ich voll auf dich" Zur Großansicht
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Djokovic-Trainer Becker (r.): "Beim nächsten Mal ziele ich voll auf dich"

Boris Becker vs. Roger Federer: Der Trainer von Novak Djokovic kritisiert den Schweizer vor dem US-Open-Endspiel ungewohnt scharf. Demnach bricht Federer ungeschriebene Regeln.

Boris Becker sagt gerne seine Meinung. So auch vor dem mit Spannung erwarteten Finale zwischen seinem Schützling Novak Djokovic und Roger Federer bei den US Open (22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Ausschlaggebend war dieses Mal die "SABR". Die sogenannte Sneak Attack by Roger spaltet ausgerechnet vor dem Endspiel die Tenniswelt. Federer hatte den Aufschlag seiner Gegner zuletzt häufig unmittelbar hinter der T-Linie retourniert, um den Gegner damit früh unter Druck zu setzen.

"Hätte er diesen Schlag gegen John McEnroe, Ivan Lendl, Jimmy Connors oder gar mich ausgepackt, hätten wir gesagt: 'Roger, ganz ehrlich, ich mag dich sehr, aber noch einmal, und ich ziele voll auf dich'", sagte Becker in New York.

Becker warf dem Schweizer sogar indirekt Respektlosigkeit vor. Der dreimalige Wimbledon-Sieger sagte, der Weltranglistenzweite nehme den Aufschlag seines Gegners nicht ernst. "Es gibt im Fußball ungeschriebene Regeln, und es gibt im Tennis ungeschriebene Regeln", sagte der 47-Jährige.

Federer weist Vorwürfe zurück

Der formstarke Federer, der nunmehr turnierübergreifend 28 Sätze in Serie gewinnen konnte, kann die allgemeine Aufregung um seinen neuen Schlag nicht nachvollziehen. "Nein, dieser Schlag ist nicht respektlos", sagte der 34-Jährige. "Ich werde ihn weiter einsetzen."

Auch der siebenmalige Grand-Slam-Sieger John McEnroe ließ keinen Zweifel daran, dass er "beleidigt" wäre, wenn jemand "SABR" gegen ihn einsetzen würde. Glaubt man Becker, dann regen sich einige Profis über den vermeintlich so dreisten Kunstschlag Federers auf.

Becker selbst sieht sich als Sprachrohr der Tennis-Elite. "Keiner traut es sich zu sagen, weil es Roger Federer ist. Zu der Sparte gehöre ich nicht." Die Verdienste des 17-maligen Major-Gewinners erkennt Becker dennoch neidlos an: "Roger ist der größte Spieler aller Zeiten."

Und trotzdem sieht Becker seinen Schützling Djokovic gegenüber Publikumsliebling Federer ungerecht behandelt. "Wenn es jeder andere Spieler außer Roger Federer machen würde, würde er kritisiert werden", behauptete der Trainer des Weltranglistenersten, der in der Gunst der Fans klar hinter Federer und Rafael Nadal steht.

Djokovic hatte während der vergangenen Wochen wenig zum Thema gesagt. Erst nach seinem klaren Halbfinal-Erfolg gegen Titelverteidiger Marin Cilic aus Kroatien sprach der Serbe von einem "spannenden Schlag für Roger".

bam/sid

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 65 Beiträge
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1. Die Aufregung wird von den Medien gezielt hochgepuscht
zack34 13.09.2015
Federer arbeitet hart an sich selbst. O.K., da scheint er gerade eine Lücke im Regelwerk gefunden zu haben, die irritieren kann. Aber daran ist dennoch nichts illegal. Und wo Becker schon Fussball erwähnt: beim Elfmeter muss der Torwart bis zum Ballkontakt seines Gegenüber ausdrücklich an der Linie bleiben, es ist also festgelegt. Aber wie wir wissen hat schon ei der letzten WM mancher Torwart den Tanz entlang (!) der Linie dazu genutzt, sein Gegenüber zu verunsichern. Also zu viel mediale Aufregung um Nichts.
2. Die typischen Spielereien
Gottloser 13.09.2015
Der gute Boris meint eben auch fit in psychologischer Kriegsführung zu sein. Na ja, auch Federer kennt diese Mätzchen
3. Becker will ins Rampenlicht egal wie
raber 13.09.2015
Wenn einer über Respekt reden will, dann lieber nicht Becker. Gerade der hat damit nicht viel am Hut. Ausserdem ändern sich die Zeiten und was er als ungeschriebene Regeln empfindet, braucht nicht jeder genauso zu sehen. Soll er sich lieber in sein Rentendasein zurückziehen oder nach Las Vegas jetten um dort zu pokern. Uralt-Eisen mit seinem traurigen Lebenswandel ist nicht einmal eine Nachricht wert. Zumindest hat Becker es wieder geschafft vom SPON erwähnt zu werden.
4. Denkmäler
les2005 13.09.2015
Becker hätte zu seiner Zeit genausowenig Respekt vor "ungeschriebenen Regeln" gehabt wie Federer jetzt, wenn es ihm gedient hätte. Es hat keinen Sinn, hier Denkmalspflege zu betreiben. Dann sollen halt die Gegner auf den Mann zielen - nicht notwendigerweise um Federer weh zu tun aber damit er den Ball nicht kriegt. Wenn er ihn doch kriegt - Pech! Dann ist Federer eben einfach der Bessere auf dem Platz.
5. Seid großzügig!
oldmax 13.09.2015
Lacht Bobele nicht aus. Er kann ja nichts dafür. Die gute Zeit die er als Tennisspieler hatte, hinterlässt überall in seinem Körper unreparierbare Schäden. Und Tennis wird nicht zuletzt mit dem Kopf gespielt. Es fällt übrigens aus, dass sich Nole und Roger an diesem Cabaret nicht beteiligen.
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Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.

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