US Open Del Potro zieht mit verschwitzter Hose ins Halbfinale ein

Bei den US Open wird schon wieder über Kleidervorschriften diskutiert: Diesmal wurde Juan Martín del Potro verboten, seine verschwitzte Hose auszuziehen. Das Match gegen John Isner gewann er trotzdem.

Juan Martin del Potro (r.), Schiedsrichter Carlos Ramos
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Juan Martin del Potro (r.), Schiedsrichter Carlos Ramos


Die schwüle Hitze in New York sorgt bei den US Open weiterhin für absurde Diskussionen um Bekleidungsvorschriften. In der ersten Turnierwoche hatte die Französin Alizé Cornet eine Verwarnung kassiert, weil sie auf dem Platz das Hemd ausgezogen hatte. Im Viertelfinale der Männer zwischen Juan Martín del Potro und John Isner lieferte sich der Argentinier del Potro nun eine ausgiebige Diskussion mit Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos, ob er auf dem Court die Hose wechseln darf oder nicht.

Ramos erklärte dem Weltranglistendritten freundlich aber bestimmt, dass er die verschwitzte Hose anlassen müsse. Am Ende war es egal: Nach 3:31 Stunden gewann del Porto das Match gegen Isner 6:7 (5:7), 6:3, 7:6 (7:4), 6:2 und ist damit zum dritten Mal ins Halbfinale der US Open eingezogen. Dort könnte er wie schon 2009 und 2017 auf Rafael Nadal treffen, der dafür in seinem Viertelfinale den Österreicher Dominic Thiem besiegen müsste.

2009 hatte del Potro glatt in drei Sätzen gegen Nadal gewonnen und sich im Anschluss mit einem Fünfsatzsieg im Finale gegen Roger Federer seinen bislang einzigen Grand-Slam-Titel gesichert. Im vergangenen Jahr setzte sich Nadal im Halbfinale gegen den Argentinier in vier Sätzen durch und wurde anschließend zum dritten Mal US-Open-Champion.

Nassgeschwitzte Hosen, Hände, T-Shirts und Mützen

Das Viertelfinal-Match zwischen del Potro und Isner wurde zum erwarteten Aufschlag-Festival. Im ersten Satz gaben sich beide Spieler bei eigenem Service keine Blöße. Den Tie Break entschied Isner knapp für sich. Danach hatte der letzte im Männerfeld verbliebene US-Amerikaner aber noch mehr mit der Hitze zu kämpfen als del Potro. Während der Argentinier über seine nasse Hose diskutierte, haderte Isner immer wieder damit, dass ihm der Schläger aus der nassgeschwitzten Hand rutschte, wechselte mehr als zehnmal das T-Shirt und achtmal die Mütze.

Geholfen hat es nicht. Isner muss weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Sein bislang bestes Ergebnis bei einem der vier Major-Turniere war der Halbfinaleinzug in Wimbledon in diesem Jahr. Dort unterlag er nach sechseinhalb Stunden dem Südafrikaner Kevin Anderson. Es war das längste Halbfinale der Wimbledon-Geschichte.

Wie Isner und del Potro leiden in diesem Jahr alle Spieler bei den US Open unter den schweißtreibenden Bedingungen mit sehr hohen Temperaturen und ebenso hoher Luftfeuchtigkeit. Auch Federer hatte sich nach seinem überraschenden Achtelfinalaus gegen den Australier John Millman darüber beschwert, dass "alles nass" sei.

Williams im Halbfinale

Bei den Frauen ist Serena Williams ins Halbfinale eingezogen - und damit nur noch zwei Siege von ihrem 24. Grand-Slam-Titel entfernt. Die 36 Jahre alte US-Amerikanerin gewann gegen die frühere Finalistin Karolina Pliskova aus Tschechien 6:4, 6:3. Es war Williams' erster Erfolg über eine Top-Ten-Spielerin nach ihrem Comeback im März in Indian Wells.

Williams revanchierte sich damit für die Niederlage im Halbfinale der US Open 2016. 13 Asse servierte die langjährige Weltranglistenerste, allerdings unterliefen ihr auch fünf Doppelfehler. In den entscheidenden Momenten diktierte sie die Partie, wehrte zehn von zwölf Breakbällen ab und verwandelte nach 1:28 Stunden ihren ersten Matchball.

mmm/sid



insgesamt 2 Beiträge
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ulisses 05.09.2018
1. Dach
Die schlechten Bedingungen könnten mit dem vor drei Jahren aufgesetzten Dach zu tun haben. Dieses verhindert eine bessere Luftzirkulation, selbst wenn das Dach selbst geöffnet ist.
Sibylle1969 05.09.2018
2.
Isner wird auch kein Grandslam-Turnier gewinnen. Zu eingeschränkt sind seine spielerischen Möglichkeiten im Vergleich zur absoluten Weltspitze. Dass er im Tennis überhaupt so weit gekommen ist, verdankt er einzig und allein seinem Aufschlag. Üblicherweise gewinnt Isner seine Sätze im Tiebreak, verliert sie aber mit Break hinten. Das reicht nicht, um ein Grandslam-Turnier zu gewinnen.
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