Sieg gegen del Potro Djokovic sortiert Ball aus und gewinnt die US Open

Ein Spiel über 20 Minuten und ein kaputter Ball waren die größten Aufreger im Finale zwischen Novak Djokovic und Juan Martín del Potro. Der Serbe hat gewonnen und nach Grand-Slam-Siegen zu Pete Sampras aufgeschlossen.

Novak Djokovic
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Was für ein Jahr für Novak Djokovic: Nach Wimbledon hat der 31 Jahre alte Serbe auch die US Open gewonnen. Im Endspiel setzte er sich 6:3, 7:6, 6:3 gegen Juan Martín del Potro durch. Es war Djokovics dritter Erfolg in Flushing Meadows und insgesamt schon sein 14. Grand-Slam-Titel. Damit hat er genauso viele Major-Turniere gewonnen wie Pete Sampras. Nur Roger Federer (20) und Rafael Nadal (17) waren bei den Männern noch erfolgreicher.

Die Vorentscheidung fiel im achten Spiel im zweiten Satz. Djokovic hatte den ersten Durchgang glatt 6:3 für sich entschieden und auch im zweiten Durchgang schon mit 3:1 geführt, bevor sich del Potro ins Match zurückkämpfte und drei Spiele in Folge gewann. Beim Stand von 3:4 musste Djokovic immer wieder über Einstand und mehrere Breakbälle abwehren. Vor seinen Aufschlägen ließ er die "Shot Clock" wie gewohnt ganz herunterlaufen.

Nach mehr als 18 Minuten in nur diesem einen Aufschlagspiel fiel ihm auf, dass einer der Bälle defekt war. Djokovic wies Stuhlschiedsrichterin Alison Hughes auf das Problem hin und verschaffte sich so ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen. Del Potro stieg in die Diskussion ein. Anders als beim Frauenfinale zwischen Serena Williams und Naomi Osaka, in dem sich Williams ein langes Wortgefecht mit dem Schiedsrichter geliefert hatte und dafür mit Punkt- und Spielabzug bestraft worden war, blieb das Gespräch aber freundlich und respektvoll. Es gab keine Beschimpfungen oder Schuldzuweisungen. Stattdessen verständigten sich Djokovic und del Potro darauf, den Ball einfach auszusortieren.

Schiedsrichterin Alison Hughes, Novak Djokovic, Juan Martín del Potro (v.l.)
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Schiedsrichterin Alison Hughes, Novak Djokovic, Juan Martín del Potro (v.l.)

Djokovic krönt grandioses Comeback

Im Anschluss profitierte Djokovic von zwei leichten Fehlern seines Gegners und brachte sein Service durch. Schließlich entschied er den zweiten Satz im Tie Break für sich und setzte sich auch im dritten Durchgang durch. Damit krönte Djokovic ein grandioses Comeback-Jahr. Nachdem der Serbe die Tenniswelt zwischen 2011 und 2016 dominiert, in diesem Zeitraum elf von 24 Grand-Slam-Turnieren gewonnen und bei sieben weiteren das Finale erreicht hatte, folgten eine Reihe von Verletzungen und eine Formkrise.

2017 kam Djokovic bei keinem Major über das Viertelfinale hinaus, auf die US Open musste er im vergangenen Jahr sogar komplett verzichten. Mit dem Erfolg in Wimbledon meldete sich der Serbe dann in der Weltspitze zurück. In der Vorbereitung auf die US Open schrieb er zudem Tennis-Geschichte, als er durch seinen Sieg in Cincinnati zum ersten Spieler überhaupt wurde, der alle neun Masters-Turniere für sich entscheiden konnte.

Der 29 Jahre alte Argentinier del Potro verpasste es, nach 2009 zum zweiten Mal die US Open zu gewinnen. Damals hatte er sich im Finale in fünf Sätzen gegen Roger Federer durchgesetzt. In diesem Jahr hatte del Potro im Halbfinale von der verletzungsbedingten Aufgabe des Weltranglistenersten Rafael Nadal profitiert. "Ich gratuliere Juan Martín für alles, was er in den vergangenen Jahren geleistet hat", sagte Djokovic nach dem Match. "Ich bin mir sicher, dass er eines Tages wieder hier stehen und den Siegerpokal in den Händen halten wird."

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
Markus.Wohlers 10.09.2018
1. Master of all Masters
Der Kerl ist einfach ein Ausnahmetalent. Wenn er in Form ist dann ist er unbesiegbar. Wimbledon gege Nadal gewonnen, Cincinnati gegen Federer und US Open gegen DelPo. Gratulation! Nole, Du bist auch ein großer Sportsman.
awes 10.09.2018
2. ..anders als bei Serena Williams
Blieb das Gespräch mit der Schiri freundlich; was möchte der Autor mit diesem hinkenden Vergleich, vor dem Hintergrund des Sexismus Vorwurfs von SW, sagen? Anzumerken ist in jedem Fall, dass ein defekter Ball etwas Anderes ist als ein abgezogener Punkt.
kloppskalli 10.09.2018
3. impressive
... mal sehen ob er sich die 6 grand slams, die ihn von FedEx trennen, auch noch holt. Er hat den grossen Vorteil, dass sein Spiel auf allen Belaegen (Gras Sand Hartcourt) funktioniert und 3-4 Jahre hat er noch im Tank.. macht weitere 16 Grand Slams, um die er sich, wie's derzeit aussieht nur mit Nadal straiten muss - alle anderen sind nicht auf seinem Level.
phillyst 10.09.2018
4.
Zitat von awesBlieb das Gespräch mit der Schiri freundlich; was möchte der Autor mit diesem hinkenden Vergleich, vor dem Hintergrund des Sexismus Vorwurfs von SW, sagen? Anzumerken ist in jedem Fall, dass ein defekter Ball etwas Anderes ist als ein abgezogener Punkt.
Damit will er sagen, dass es anders als im Match von Serena Williams nicht unfreundlich wurde. Ohne eine Aussage darüber zu treffen, ob irgendeine Wut berechtigt war oder verständlich oder darüber, dass Serena Williams mit ihrem eigenen Geschlcht Probleme hatte und daher wütend wurde - all das steckt da NICHT drin. Muss man denn wirklich in jedem Satz, in dem ein Mann und eine Frau vorkommen eine sexistische Verschwörung wittern?
richey_edwards 10.09.2018
5. Wohltuend ruhig und sachlich
mit dem Schiedsrichter statt hysterisch emotional. Ein kaputter Ball ist kein Regelverstoss, Coaching schon.
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