Dart-Finale in London Bühne frei für "Mighty Mike"

Am Abend steigt in London das Finale der Premier League Darts. Der 14-fache Weltmeister Phil Taylor hat seinen Favoritenstatus an einen Niederländer verloren: Michael van Gerwen begeistert mit seiner spektakulären Spielweise die Fans.

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Die Fäuste geballt, das Gesicht verkniffen, dann ein kurzes aber lautes "Booom!" - das war es. So feierte der wohl derzeit beste Dart-Profi am vergangenen Donnerstag seinen ersten Platz in der wichtigsten Dart-Liga der Welt, der britischen Premier League. Dieser Mann war nicht etwa Dart-Legende Phil "The Power" Taylor. Es war Michael van Gerwen.

Der Niederländer, dessen Jubelgeste an eine Light-Version des Ententanzes erinnert, verabschiedete sich mit einem Paukenschlag aus der regulären Saison. Sein Gegner: Robert Thornton. Der Schotte kämpfte noch um die Verteidigung seines fünften Platzes und damit um 5000 Pfund höheres Preisgeld. Van Gerwen hatte bereits den Einzug ins Halbfinale sicher. Beste Voraussetzungen für ein knappes Duell.

Gespielt wird in der Saison über zwölf Gewinnsätze, sogenannte Legs. Ein 7:5 zwischen van Gerwen und Thornton war wahrscheinlich, vielleicht gar ein 7:4 für den Niederländer. Dann aber machte es "Booom". 1:0, 2:0, 3:0, 4:0, 5:0, 6:0, "Mighty Mike" besiegte seinen Gegner im Schnelldurchlauf. Thornton hatte Glück, dass van Gerwen am Ende des siebten Legs die Doppel-Zwanzig nicht traf, sonst hätte dieser einen sogenannten Whitewash, einen Zu-null-Sieg, gefeiert. Es wäre der einzige in allen 73 Spielen der abgelaufenen Premier League Saison gewesen.

So wurde es "nur" ein 7:1. Im letzten Leg schrammte van Gerwen dabei noch knapp an einem 9-Darter vorbei, dem perfekten Spiel, in dem man die 501 Punkte auf den Punkt mit neun Pfeilen wirft.

Der 24-Jährige ärgerte sich über den verpassten Neuner. Das hätte man ihm ob des Spielstandes als Arroganz auslegen können. Doch das war es nicht. Van Gerwen ist besessen von seinem Sport. Er will nicht nur jedes Spiel gewinnen, er will es spektakulär bestreiten. Das macht den jüngsten Teilnehmer der Premier League bei den Tausenden Fans in den Sporthallen so beliebt. "Das ist ein ganz besonderer Moment für mich", sagte van Gerwen nach seinem Triumph dem übertragenden Sender PDC.tv. "Es bedeutet mir sehr viel. Wie man sehen kann, ist es schwierig, die Liga auf Platz eins zu beenden. Das hat außer Phil Taylor bislang noch niemand geschafft."

Die Premier League Darts gibt es seit 2005. In einer regulären Saison treten die zehn besten Spieler gegeneinander an. Die vier besten Profis bestreiten am Ende die Halbfinals.

Van Gerwen als Korrektiv zum bierbäuchigen Dart-Profi

Acht Jahre nach der Gründung steht die Liga-Spitze vor einem Generationswechsel. Van Gerwen ist dabei das Korrektiv. Der Niederländer ist das Gegenteil vom Klischee des bierbäuchigen, tätowierten Dart-Profis, der gemächlich seine Pfeile auf die Scheibe schmeißt. Der Mann mit dem Meister-Proper-Gesicht feuert seine Darts in einem Tempo ab, dass man annehmen könnte, er hätte im Anschluss an den Dart-Abend noch wichtige Termine. Van Gerwen trifft und trifft und trifft - und wird somit auch sportlich zur Gefahr für die etablierten Spieler wie Raymond van Barneveld oder Phil Taylor.

Im Halbfinale trifft van Gerwen auf den krassen Außenseiter James Wade. "Michael ist ein brillanter Spieler, aber auch ich bin in guter Verfassung", sagte der selbstbewusste Brite, den sie "The Machine" nennen. Im zweiten Duell des Abends bekommt es Taylor mit seinem Dauerrivalen van Barneveld zu tun. Der Niederländer hat vor laufenden TV-Kameras in der Premier League noch nie gegen Taylor gewonnen, im Ligaspiel trennten sich die beiden Mitte April 6:6.

Vieles spricht dafür, dass es am Finalabend, (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, ab 22.30 Uhr live im Free-TV bei Sport1) zu einer Neuauflage des WM-Finales vom Januar dieses Jahres kommt. "Ich würde gerne im Endspiel gegen Michael antreten", sagte Taylor. Offenbar wiegen die Erinnerungen an die Vergangenheit schwerer als die Eindrücke der jüngsten Auftritte von van Gerwen. Der WM-Titel ging im Januar nach einem 7:4 an Phil Taylor. In der Liga trennten sich die beiden im Februar am ersten Spieltag 6:6.

Die Dart-Legende spielte danach trotz Amtsmüdigkeit und Rücktrittsgedanken erneut eine Saison auf hohem Niveau, zeigte aber auch einige Schwächen und landete am Ende der regulären Saison "nur" auf Rang drei.

Schwächen darf er sich im Finale gegen van Gerwen nicht mehr erlauben. Sonst hallt am Ende wieder ein "Booom" durch die Arena in London. Gefolgt von einem Ententanz light.

"Mighty Mike" gegen die "Maschine" James Wade, Phil "The Power" Taylor versus Barneys Army - Das sind die Halbfinalisten der Premier League Darts.

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
rainbowman1 16.05.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesAm Abend steigt in London das Finale der Premier League Darts. Der 14-fache Weltmeister Phil Taylor hat seinen Favoritenstatus an einen Niederländer verloren: Michael von Gerwen begeistert mit seiner spektakulären Spielweise die Fans. http://www.spiegel.de/sport/sonst/van-gerwen-favorit-auf-titel-der-premier-league-darts-a-899985.html
"Spektakuläre Spielweise"? Wie geht beim Dart denn sowas?
Axel H 16.05.2013
2. Und was ist daran so interessant für Deutschland?
Ich könnte mir vorstellen das es viele dieser kleinen Sportarten in Deutschland gibt über die nie berichtet wird.
stevenspielberg 16.05.2013
3. Fehler in der Fotostrecke
Zitat von sysopGetty ImagesAm Abend steigt in London das Finale der Premier League Darts. Der 14-fache Weltmeister Phil Taylor hat seinen Favoritenstatus an einen Niederländer verloren: Michael von Gerwen begeistert mit seiner spektakulären Spielweise die Fans. http://www.spiegel.de/sport/sonst/van-gerwen-favorit-auf-titel-der-premier-league-darts-a-899985.html
James Wade hat den Spitznamen "The Machine", weil er Kfz-Mechaniker ist, nicht weil er keine Gefühlsregungen zeigen würde, was er aber wirklich selten tut. Barneveld hat gegen Tylor vor laufenden TV-Kameras noch nie gewonnen? Was ist mit dem WM-Finale 2007? Wenn sich die Aussage nur auf die Premiere-League bezieht sollte das dabeistehen. Erstmal müssen beide ihre Halbfinals gewinnen. Nicht so voreilig, liebe SPON-Redaktion
stevenspielberg 16.05.2013
4.
Zitat von rainbowman1"Spektakuläre Spielweise"? Wie geht beim Dart denn sowas?
Schnell werfen, hohe Punktzahlen, vor allem viele 180er, werfen, Emotionen zeigen. Einfach mal ein Match anschauen, dann erkennt man schnell die unterschiedlichen Spielweisen, z.B. heute Abend ab 22.30 auf Sport1.
si tacuisses 16.05.2013
5. Das eben ist es ja:
Zitat von Axel HIch könnte mir vorstellen das es viele dieser kleinen Sportarten in Deutschland gibt über die nie berichtet wird.
Um beim Dart geistig dem Spiel folgen zu können muss man wenigstens die Quersumme aus den Ziffern seines Geburtsdatums errechnen können. Das ist bei der Quailität vieler deutscher Schuldabgänger keine Selbstverständlichkeit mehr. In den Niederlanden können die Kinder das schon mit 7 Jahren perfekt. Die müssen auch keine ausländischen Facharbeiter anwerben weil die Eingeborenen es nicht mehr können.
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