Verbandsbeschluss Schwangere vom Kanu-Polo ausgeschlossen

Ein Urteil sorgt für Diskussionen: Weil eine Schwangere mit ihrer Mannschaft an einem Kanu-Polo-Spiel teilnehmen wollte, die Gegnerinnen sich aus Angst um das Ungeborene aber weigerten, wurden werdende Mütter vom Spielbetrieb ausgeschlossen - vorläufig.


Leipzig - Mit diesem Beschluss reagierte der Deutsche Kanu-Verband (DKV) auf einen Vorfall bei den Deutschen Meisterschaften. Spielerinnen des Göttinger Kanu-Clubs hatten sich geweigert, im Finale gegen den WSF Liblar anzutreten, in dessen Aufgebot eine im siebten Monat Schwangere stand.

Kanu-Polo: Zu gefährlich für Schwangere?
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Kanu-Polo: Zu gefährlich für Schwangere?

Die Göttingerinnen argumentierten, dass sie aus Angst um die werdende Mutter oder ihr ungeborenes Kind nicht voll attackieren würden und sahen dies als unfairen Vorteil. Erst nach langen Diskussionen entschloss sich Anne Reimers, damals zugleich Bundestrainerin, zu einem Verzicht. Ihr Team verlor 3:6. Reimers hat inzwischen entbunden.

Laut DKV-Justiziar Ulrich Clausing sollen weitere "juristische und sportmedizinische Aspekte" geprüft werden. Aus diesem Grund gelte die Entscheidung des Verbandsauschusses als vorläufig. Es sei schließlich nicht möglich, eine Bestätigung über eine Nicht-Schwangerschaft einzuholen. "Entsprechende Fragen dürfen bekanntlich nicht einmal Arbeitgeber beim Einstellungsgespräch stellen", so Clausing.

In anderen Sportarten existieren Regelungen, wonach ein Schiedsrichter nach "Sichtkontrolle" Schwangere ausschließen kann. Im Boxen müssen die Frauen vor dem Kampf eine eidesstattliche Versicherung abgeben.



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