Vierschanzentournee Hannawald auf dem Sprung in die Geschichte

Mit seinem Neujahrserfolg in Garmisch-Partenkirchen kommt Oberstdorf-Sieger Sven Hannawald dem Traum aller Skispringer immer näher. Er könnte als erster Athlet alle Entscheidungen der Vierschanzentournee gewinnen.


Sven Hannawald: "Ein absolutes Glücksgefühl"
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Sven Hannawald: "Ein absolutes Glücksgefühl"

Garmisch-Partenkirchen - Hannawald siegte am Dienstag mit 122,5 und 125 Metern. Der 27-Jährige kam auf 264,5 Punkte. Zweiter vor 35.000 Zuschauern wurde der Österreicher Andreas Widhölzl, der nach dem ersten Durchgang noch geführt hatte (122,0+124,0/262,8). Der amtierende Tourneesieger und souveräne Weltcup-Spitzenreiter Adam Malysz aus Polen (121,5+122,5/259,7) landete auf Rang drei. Zuletzt hatte Jens Weißflog 1995/1996 für einen deutschen Gesamtsieg gesorgt.

"Mein Puls ist auf 200, ich kriege fast einen Herzkasper. Ich schnalle zurzeit überhaupt nichts mehr", erklärte Hannawald nach seinem neuerlichen Triumph. "Das ist ein absolutes Glücksgefühl, die Oberfreude", kam der momentan beste deutsche Springer fast nicht aus dem Strahlen heraus. Hannawald (524,7 Punkte) hat in der Gesamtwertung nach zwei von vier Springen bereits fast 20 Zähler oder umgerechnet knapp elf Meter Vorsprung auf den zweitplatzierten Malysz (504,8). Dritter ist der Schweizer Simon Ammann (502,6) vor Widhölzl (502,5).

Am Samstag hatte Hannawald wie schon beim Auftaktspringen in Oberstdorf auf seinen Qualifikationssprung verzichtet: "Zwei gute Trainingssprünge reichen mir." Das direkte Duell gegen Widhölzl im ersten Durchgang verlor Hannawald am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen zwar knapp. Als einer der fünf weitenbester Verlierer ("lucky loser") qualifizierte sich der Schwarzwälder jedoch für den zweiten Durchgang beim traditionsreichen Neujahrsspringen.

Schmitt mit Leistungssteigerung

Martin Schmitt, der zum Auftakt in Oberstdorf als 19. schwer enttäuscht hatte und 1998/1999 beide Auftaktspringen gewinnen konnte, sprang 116 sowie 120 Meter und wurde Achter. "Mir fehlen immer noch ein paar Meter. Ich will bei der Tournee noch einmal aufs Podest. Mit einer Platzierung unter den Top Ten kann ich nicht zufrieden sein, das ist nicht mein Anspruchsniveau", war der 23-Jährige trotz seiner Leistungssteigerung nicht zufrieden. Der 18-jährige Stephan Hocke (121,0/115,0), Siebter nach dem ersten Durchgang, wurde am Ende Elfter (237,8).

Von den insgesamt acht gestarteten deutschen Teilnehmern hatten sich fünf für den zweiten Durchgang qualifiziert. Neben Hannawald, Schmitt und Hocke waren Georg Späth und Christof Duffner weitergekommen. Duffner (113,5+116/226,6) wurde 23., Späth (111,5+115,5/224,1) landete auf dem 25. Platz. Alexander Herr, Michael Uhrmann und Hansjörg Jäkle hatten das Finale verpasst.

Die beiden nächsten Springen der Vierschanzentournee finden in Österreich statt. Am Freitag ist Innsbruck dran, den Abschluss bildet Bischofshofen am 6. Januar. Für die beiden Entscheidungen nominierte Bundestrainer Reinhard Heß Hannawald, Schmitt, Hocke, Späth, Duffner, Herr und Uhrmann. Der achte Platz ist noch vakant.



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