Vierschanzentournee: Schmitt fliegt neun Meter weiter als Widhölzl

Etwa acht Meter muss Martin Schmitt beim Abschlussspringen am Donnerstag weiter fliegen, um am in der Tournee-Wertung führenden Österreicher Widhölzl noch vorbeispringen zu können. Im Training und in der Qualifikation von Bischofshofen gelang ihm dieses Kunststück.

Bischofshofen - Einen Tag lag Martin Schmitt mit einer Bronchitis flach, am Mittwoch hat er sich eindrucksvoll zurück gemeldet. Der deutsche Doppelweltmeister verschaffte sich im Duell mit Tournee-Spitzenreiter Andreas Widhölzl am Tag vor dem großen Finale der Vierschanzentournee einen möglicherweise nicht unwesentlichen psychologischen Vorteil.

Mit zwei Traumflügen auf 128,5 und 127 Meter segelte Schmitt insgesamt neun Meter weiter als der Tiroler Widhölzl (123,5+123). Sollte ihm Gleiches beim Finale am Donnerstag (13 Uhr live in RTL) gelingen, wäre sein Vorsprung von 14,4 Punkten oder acht Metern aufgebraucht und Schmitt wäre der erste deutsche Tourneesieger seit Jens Weißflog 1996.

Nachdenklicher Schmitt auf dem Weg hinauf zur Paul-Außerleitner-Schnanze in Bischofshofen
DPA

Nachdenklicher Schmitt auf dem Weg hinauf zur Paul-Außerleitner-Schnanze in Bischofshofen

"Für den Wettkampf habe ich mir noch ein paar Reserven aufgehoben. Ich fühle mich locker und kann nicht mehr verlieren, nur noch gewinnen. Ich fühle mich noch nicht hundertprozentig fit, aber hoffe, dass es mir morgen besser geht. Jetzt lege ich mich erstmal ins Bett, und dann greife ich voll an. Ich will den Tourneesieg", erklärte Schmitt mit leicht kratziger Stimme.

Im eigentlichen Qualifikationssprung wurde er gemeinsam mit dem Österreicher Stefan Horngacher (jeweils 129,6 Punkte) Zweiter hinter dem in der Tourneewertung drittplatzierten Titelverteidiger Janne Ahonen (Finnland/127/131,1 Punkte), der mit 22,7 Punkten Rückstand auf Widhölzl der "lachende Dritte" des großen Duells werden könnte. Schmitt machte allein mit seinem Qualifikationssprung 14,2 Punkte auf den neuntplatzierten Widhölzl gut und damit bei der Generalprobe fast den gesamten Rückstand.

Im letzten Jahrzehnt wurden zweimal derart große Rückstände in Bischofshofen aufgeholt - beide Male war ausgerechnet Jens Weißflog das "Opfer". Der einzige Springer, der die Tournee viermal gewann, ging 1990 mit 6,5 Punkten Vorsprung auf Dieter Thoma in Bischofshofen an den Ablauf, büßte aber noch 22 Punkte und damit den Sieg ein. 1994 hatte er vor dem Showdown am Laideregg 12,2 Punkte Vorsprung auf den Norweger Espen Bredesen. Dessen Landsmann Lasse Ottesen blieb jedoch so lange auf den Balken sitzen, bis schlechtere Bedingungen für Weißflog herrschten und der mit acht Punkten Rückstand (insgesamt 20,2 Punkte verloren) Zweiter hinter Bredesen wurde.

Unterstützt wird er von seinen fünf qualifizierten Teamkollegen Hannawald (120 Meter), Frank Löffler (Oberstdorf/115), Hansjörg Jäkle (Schonach/114,5), Gerd Siegmund (Oberhof/105) und Michael Uhrmann (Rohrhardsberg/103). Christof Duffner (Schönwald/76,5) und Alexander Herr (Rohrhardsberg/90,5) scheiterten.

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