Deutsche Volleyballer verpassen WM 2018 "Fehler nach Fehler"

Von WM-Bronze zum Aus in der Qualifikation in nur drei Jahren: Die deutschen Volleyballer stehen nach dem Verpassen der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr vor einem Scherbenhaufen.

DVV-Kapitän Lukas Kampa (Archivbild)
imago/ Sebastian Wells

DVV-Kapitän Lukas Kampa (Archivbild)


Im Herbst 2014 erlebte der Deutsche Volleyball-Verband einen historischen Tag. Bei der Weltmeisterschaft in Polen gewann die Mannschaft des damaligen Trainers Vital Heynen sensationell Bronze, es war die erste WM-Medaille nach 44 Jahren, ein Titel, der dem Team einen Schub hatte geben sollen. Drei Jahre später steckt die Nationalmannschaft in der Krise: Sie hat zum ersten Mal seit 15 Jahren die Qualifikation für eine WM verpasst.

Nach einer enttäuschenden Leistung unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani am Samstag Belgien 0:3 (16:25, 16:25, 17:25). Am Abend spielt Deutschland zum Abschluss des Sechs-Nationen-Turniers in Kortrijk gegen Außenseiter Weißrussland (18 Uhr). Aber schon vorher ist klar, dass das DVV-Team seine Hoffnungen auf die Endrunde 2018 in Italien und Bulgarien begraben muss.

Für Bundestrainer Giani ist das beim Aufbau einer neuen Mannschaft ein schwerer Rückschlag. Die bisherige Bilanz beim Turnier in Kortrijk mit bereits zwei Niederlagen fällt ernüchternd aus. Letztmals hatten die Deutschen die WM 2002 in Argentinien unter Stelian Moculescu verpasst.

"Das müssen wir schnell lernen"

"Der Frust ist natürlich groß, wir müssen uns aber nicht beschweren, wenn man so viele Fehler macht wie wir", sagte Kapitän Lukas Kampa. "Spiele kann man nicht gewinnen, wenn man nur Fehler nach Fehler nach Fehler macht. Das müssen wir schnell lernen."

"Es ist natürlich enttäuschend, dass wir uns nicht für die WM qualifiziert haben, weil es für ein Land wie Deutschland wichtig ist, bei solchen Turnieren dabei zu sein", sagte Giani, der für sein Umbauprojekt Zeit und Geduld anmahnt: "Ich möchte jetzt nach vorne schauen und eine neue Ära starten".

Der Start einer Ära hätte eigentlich der Gewinn der Bronzemedaille vor drei Jahren sein sollen. Es war die erste deutsche Volleyball-Medaille seit 1970, die Mannschaft schien großes Potenzial zu besitzen. "Der deutsche Volleyball ist so stark wie noch nie", hatte DVV-Präsident Thomas Krohne gesagt.

Doch Deutschland hatte schon die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro verpasst, Trainer Heynen kehrte dem DVV anschließend den Rücken. Mittlerweile ist Heynen Nationaltrainer von Belgien, jenem Team, das Deutschlands WM-Aus besiegelt hat.

mon/dpa/sid



insgesamt 2 Beiträge
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Stäffelesrutscher 23.07.2017
1.
»Im Herbst 2014 erlebte der Deutsche Volleyball-Verband einen historischen Tag. Bei der Weltmeisterschaft in Polen gewann die Mannschaft des damaligen Trainers Vital Heynen sensationell Bronze, es war die erste WM-Medaille nach 44 Jahren« »Der Start einer Ära hätte eigentlich der Gewinn der Bronzemedaille vor drei Jahren sein sollen. Es war die erste deutsche Volleyball-Medaille seit 1970,« Beides falsch. WM-Bronze 2014 war die erste WM-Medaille für den DVV überhaupt, denn die Medaille 1970 - eine goldene übrigens - holte die DDR. Und dort war nicht der DVV zuständig, sondern der DSVB. Und im zweiten Zitat hätte entweder »WM« eingefügt oder die Jahreszahl auf 1972 geändert werden müssen, denn die DDR-Männer holten bei Olympia in München Silber.
schensu 23.07.2017
2. Da isses wieder -
das Flakgeschütz ausgewogener Nachrichtengestaltung. Wenn was richtig bewegend Negatives eintritt, wird berichtet, sogar mit Kommentarmöglichkeit! Monatelang kam diese Sportart bei euch gar nicht oder nur als Beifang anderer Themen (z.B. Volleyballplätze auf Satellitenbildern nordkoreanischer Militärbasen!) vor. Ich habe mir gerade mal das Archiv angeschaut. Und nun diese Meldung? Könnt ihr euch sparen! Ein für alle mal! Sich zu wundern, warum nach WM - Bronze kein "Ruck" durch die Nationalszene ging ist albern und sogar verlogen und liegt im Wesentlichen an einem Faktor: Die Sportart findet medial nicht statt - auch und besonders bei Spon, wo ja der Kicker die sogenannte Sportredaktion besetzt hält. Es gäbe so viel zu diesem Thema zu schreiben, zu diskutieren und zu streiten... Aber hier gewiss nicht! @stäffelesrutscher: Danke für die Klarstellung und Korrektur der redaktionellen "Oberflächlichkeiten". Wird bei diesen Ignoranten aber nix bringen.
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