Mutmaßliches Staatsprogramm Wada ermittelt nach Dopingbericht über China

In China soll jahrzehntelang systematisch gedopt worden sein. Das behauptet eine frühere Sportärztin, die zahlreiche Nationalmannschaften betreut hat. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat nun Ermittlungen aufgenommen.

Chinesische Urinproben
AP

Chinesische Urinproben


Nach schweren Dopingvorwürfen gegen China hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Untersuchungen eingeleitet. "Wir werden dafür sorgen, dass die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, wenn ein Handeln gemäß des Welt-Anti-Doping-Codes erforderlich ist", hieß es in einem Wada-Statement: "Als ersten Schritt hat die Agentur ihre unabhängige Investigationsabteilung gebeten, einen Prozess einzuleiten, in dem Informationen gesammelt und analysiert werden."

Eine ehemalige chinesische Sportmedizinerin hatte Anschuldigungen gegen China erhoben. Dies hatten ARD und "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Xue Yinxian, die als Ärztin diverse Nationalmannschaften des Landes betreute, sprach von einem systematischen, staatlich unterstützten Dopingprogramm vor der Jahrtausendwende. Betroffen seien mehr als 10.000 Sportler und unzählige internationale Wettkämpfe.

Die Wada bestätigte, eine entsprechende in der ARD ausgestrahlte Dokumentation zur Kenntnis genommen zu haben. Dort hatte die 79 Jahre alte Xue gesagt: "In den Achtziger- und Neunzigerjahren haben die chinesischen Sportler in den Nationalmannschaften großflächig Dopingmittel genommen." Zudem forderte sie: "Gold, Silber und Bronze. Alle internationalen Medaillen sollte man aberkennen."

Bereits vor einigen Jahren hatte Xue in englischen Medien von Dopingpraktiken berichtet. Laut Xue seien bereits elf Jahre alte Kinder gedopt worden. Die chinesische Regierung und Chinas Olympia-Komitee äußerten sich nicht zu den Vorwürfen.

bka/sid



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