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Olympische Spiele in London: Sportler dürfen Anabolika besitzen

Australien und China haben ihr Arzneimittelrecht während der Olympischen Spiele geändert, Großbritannien hält dagegen an geltenden Gesetzen fest: Sportler dürfen mit Anabolika nach London reisen. Bei Dopingvergehen fordern die Briten jedoch härtere Strafen.

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picture alliance / dpa

Olympische Sommerspiele: Sportler dürfen Anabolika mit nach London bringen

Hamburg - Anabolika im Sportlergepäck: Für den britischen Zoll kein Grund zum Eingreifen. Sollten Fahnder bei der Einreise der Athleten zu den Olympischen Spielen in London Steroid-Substanzen finden, dürften die Sportler unbehelligt die britischen Landesgrenzen passieren.

Während die früheren Gastgeberländer Australien (2000), China (2008) oder Kanada (2010) die nationalen Bestimmungen zur Arzneimitteleinfuhr in den olympischen Jahren geändert haben, hält das Vereinigte Königreich an geltendem Recht fest. Das haben britische Politiker der Tageszeitung "The Telegraph" bestätigt.

Demnach ist auf UK-Boden der Besitz von Anabolika für den Eigengebrauch erlaubt. Die Sportler dürfen also per Gesetz Anabolika in ihrem Nachttisch aufbewahren - nur anwenden dürfen sie sie nicht: Sollte einem Athleten der Missbrauch nachgewiesen werden, droht ihm laut den Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) eine zweijährige Sperre.

Auf der Suche nach geeigneten Instrumenten zur Doping-Bekämpfung versuchen britische Politiker jetzt, das Strafmaß für Dopingvergehen zu erhöhen. "Wir werben massiv für strengere, global geltende Sanktionen", sagte der Olympische Minister Hugh Robertson. Sein Ministerium plädiere für eine mindestens vierjährige Sperre. So sollen potentielle Doping-Sünder abgeschreckt werden.

In Deutschland fallen Anabole Steroide unter das Arzneimittelgesetz. "Ohne ärztliche Verordnung sind ihr Besitz, auch für den Privatgebrauch, und die Einfuhr strafbar", sagt Axel Hirth von der Zollfahndung Hamburg. Und es käme nur selten vor, dass ein Arzt Steroide verschreibe - wegen der starken Nebenwirkungen.

Das Internationale Olympische Komittee hat derweil angekündigt, während der Spiele 5000 Dopingtests durchzuführen, bei 1000 davon soll das Blut der Athleten untersucht werden.

psk

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1.
BlakesWort 30.03.2012
Zitat von sysoppicture alliance / dpaAustralien und China haben ihr Arzneimittelrecht während der Olympischen Spiele geändert, Großbritannien hält dagegen an geltenden Gesetzen fest: Sportler dürfen mit Anabolika nach London reisen. Bei Dopingvergehen fordern die Briten jedoch härtere Strafen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,824755,00.html
Tja, es muss einen Vorteil haben, wenn man sich als Insel irgendwo zwischen Nordsee und Atlantik befindet. Das britische Arzneimittelrecht erlaubt übrigens auch das Versenden von Medikamenten ohne Rezept. Nahezu alle Bestellungen aus der EU werden über Briefkastenfirmen in GB abgewickelt - "leider" ist die Einfuhr in die EU illegal. Aber dass die britischen Behörden nicht mal vor Anabolika halt machen, da frage ich mich wirklich, warum ich Monty Python bisher immer für Komiker gehalten habe...
2. Finde ich sinnvoll...
sappelkopp 30.03.2012
...ist ja auch eine Art von Kapitulation vor dem Sportsystem. Diese Spiele sind ja schon seit vielen Jahren lächerlich, aber jetzt werden sie noch lächerlicher.
3.
FrankDr 30.03.2012
Solange ein Fussballer Weltfussballer ist, der jahrelang Wachstums- und Aufbauhormone gespritzt bekam, wundert man sich über sowas nicht.
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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)

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