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Weltrekordversuch im Himalaja: Zwei Achttausender in sieben Tagen

Die Bergsteiger Benedikt Böhm und Sebastian Haag wollen innerhalb einer Woche zwei Achttausender bezwingen. Für die Strecke dazwischen nehmen sie das Mountainbike. SPIEGEL ONLINE begleitet die Expedition mit exklusiven Videos, Fotos und Berichten.

DYNAFIT-Gore-Tex Team
Auf einen der höchsten Berge der Welt zu steigen, über 8000 Meter Richtung Himmel: Den Traum möchten sich viele Menschen einmal im Leben erfüllen; Bergsteigen ist Massenbewegung, der Himalaja mittlerweile fast ein Jedermannterrain.

Benedikt Böhm und Sebastian Haag wollen seit einigen Jahren mehr, sie wollen schneller auf den Gipfeln sein als jeder andere zuvor, sie wollen Rekorde aufstellen und sie brechen. Sie wollen die Achttausender wieder zu der Herausforderung machen, die sie vor einem halben Jahrhundert noch waren.

Böhm, 36, und Haag, 35, haben sich für diesen Herbst deshalb eine spektakuläre, vielleicht wahnsinnige Aufgabe gestellt. Gemeinsam mit ihren Freunden Andrea Zambadi und Martin Maier planen sie, innerhalb von sieben Tagen zwei Achttausender im Himalaja zu besteigen, für jeden Gipfel wollen sie nicht länger als 24 Stunden benötigen. Jede dieser Speed-Begehungen per Fuß und Ski wäre ein Weltrekord für sich.

Die Strecke zwischen dem 8027 Meter hohen Shisha Pangma in Tibet und dem nepalesischen Cho Oyu (8188 Meter) werden sie, wenn alles läuft wie erhofft, zudem mit dem Mountainbike zurücklegen. 170 Kilometer über Geröll und Sanddünen, bei Temperaturen wie in der Wüste.

Die Crew hält jetzt schon etliche Rekorde

"Wir haben keine Zeit, uns auszuruhen, und der Körper baut in der Höhenluft schon ohne jede Belastung ab. Ich kann auch nicht genau abschätzen, was die klimatischen Unterschiede mit uns machen, denn aus der Todeszone mit wenig Sauerstoff und minus 40 Grad Celsius kommen wir direkt ins Wüstenklima des tibetischen Flachlands", sagt Böhm. Der Münchner hat seit 2005 sechs Speedbegehungen im Himalaja, Karakorum und im Pamir-Gebirge absolviert, von 2003 bis 2006 war er Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Skibergsteigen. Er kennt Haag noch aus der Schule, zusammen halten sie etliche Geschwindigkeitsrekorde.

Die "Double8"-Expedition werde sie trotzdem an ihre Grenzen bringen, eine Steigerung sei kaum möglich, sagen sie. Seit Ende August akklimatisieren sich Böhm, Haag, Maier und Zambadi im Basecamp des Shisha Pangma, der Rückflug nach Deutschland ist für den 4. Oktober geplant. Die sieben Gipfeltage beginnen an diesem Mittwoch.

SPIEGEL ONLINE wird die Expedition live und mit Hintergrundberichten begleiten, in einem Multimedia-Spezial können Sie die Route der Extrembergsteiger miterleben. Böhm, Haag und Zambadi werden jeden Tag exklusives Film- und Fotomaterial aus dem Himalaja schicken, von ihren Erfolgserlebnissen, den größten Hürden und Rückschlägen.

Tag 1: Los geht es an diesem Mittwoch um 14 Uhr nepalesischer Zeit vom Advanced Basecamp (ABC) des Shisha Pangma aus mit der Speedbegehung des Gipfels.

Tag 2: Rückkehr zum ABC-Camp auf 5600 Metern.

Tag 3: Abstieg zum Basecamp des Shisha Pangma auf 5000 Metern.

Tag 4: Mountainbike-Etappe vom Basecamp nach Tingri auf 4300 Metern.

Tag 5: Aufstieg von Tingri ins Mittelcamp des Cho Oyu auf 5300 Metern.

Tag 6: Aufstieg vom Mittelcamp ins ABC-Camp des Cho Oyu auf 5700 Metern.

Tag 7: Start der Speedbegehung des Cho-Oyu-Gipfels vom ABC-Camp aus, Rückkehr innerhalb von 24 Stunden.

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1. Kritik gestattet?
hobbyleser 17.09.2014
Es ist irgendwie tragisch, dass die heutige Generation als Entdecker oder Sportler nicht mehr wirklich Rekorde aufstellen kann. Alles ist eben schon erledigt. Auch wenn ich selbst ein großer Alpinismusfan bin, muss ich aber sagen, dass es mich herzlich wenig interessiert, ob da jmd. jetzt noch rückwärts in Schwimmflossen oder mit Plastikbällen jonglierend auf den Everest rennt. Solche "Rekorde" sind aus meiner sich lächerlich und offenbaren pathologische Egos und die Motivation von Sponsoring. Leute, akzeptierts: Ihr seit keine Mummerys, Habelers, Hillerys oder Messners. Das waren die letzten Helden des Alpinismus und der weißen Flecken auf dieser Welt.
2. Sieben Achttausender
frommunichwithlove 17.09.2014
in acht Tagen wären mir ehrlich gesagt lieber!
3. Ist das erstrebenswert? Warum die Berichterstattung?
m_s@me.com 17.09.2014
Die Berichterstattung über Verrückte, die verantwortungslos und schlecht vorbereitet die höchsten Berger erklimmen wollen, reisst nicht ab, ebenso wenig die Berichte darüber, wie Bergsteiger den Himalaya verschandeln. "Adrenalinjunkies" nennen sich solche Menschen stolz, viele kommen zu Tode. Sollten solche fragwürdigen Versuche wirklich eine derart prominente Berichterstattung bekommen? Ist das eine gute Botschaft? Und was genau soll überhaupt die Botschaft sein?
4. Aufhören ...
Kalle Bond 17.09.2014
.. mit solch vollkommen sinn- und nutzlosem Wahnsinn!
5. Den Egotrip
Pierre30 17.09.2014
einiger Verrückter, ob auf den Mount Everest oder einen anderen Hügel, kann man nur mitleidig belächeln. Solange kein Steuerzahler keines Landes damit behelligt wird, und keine Versicherung den Unfug honoriert, mag man's gerade noch tolerieren. Im Übrigen wäre ein Besuch beim Psychiater für diese armseligen Klettermaxen vermutlich billiger.
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Fotostrecke
Berge: Giganten der Welt

Alle Achttausender: Höchste Berge der Welt
Name Höhe* Land Erst-
besteigung
Mount Everest 8850 Meter China (Tibet), Nepal 29.05.1953
K2 8614 Meter China, Pakistan 31.07.1954
Kangchendzönga 8586 Meter Indien, Nepal 25.05.1955
Lhotse 8516 Meter China (Tibet), Nepal 18.05.1956
Makalu 8463 Meter China (Tibet), Nepal 15.05.1955
Cho Oyu 8201 Meter China (Tibet), Nepal 19.10.1954
Dhaulagiri I 8167 Meter Nepal 13.05.1960
Manaslu 8163 Meter Nepal 09.05.1956
Nanga Parbat 8126 Meter Pakistan 03.07.1953
Annapurna 8091 Meter Nepal 03.06.1950
Hidden Peak (Gasherbrum I) 8068 Meter China (Tibet), Pakistan 05.07.1958
Broad Peak 8047 Meter China (Tibet), Pakistan 09.06.1957
Gasherbrum II 8035 Meter China (Tibet), Pakistan 07.07.1956
Shisha Pangma 8012 Meter China (Tibet) 02.05.1964
*Quelle: Brockhaus Enzyklopädie

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