Hamburg - Es war wie ein Endspiel, nur eine Runde früher: Im Halbfinale von Wimbledon standen sich mit Novak Djokovic und Roger Federer die Nummer eins und die Nummer drei der Weltrangliste gegenüber. Die beiden Tennisprofis lieferten den Zuschauern auf dem Centre Court in London ein hochklassiges Match. Am Ende gewann Federer nach starker Leistung 6:3, 3:6, 6:4, 6:3 und trifft im Finale am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf den Gewinner der Partie zwischen Andy Murray und Jo-Wilfried Tsonga.
"Ich bin so glücklich, es war ein großartiges Spiel", sagte Federer: "Es war phantastisches Tennis, auch Novak hat super gespielt. Es hat mir so viel Spaß gemacht, vor dieser unglaublichen Kulisse zu spielen."
In dem ersten Duell der beiden Kontrahenten auf Rasen entwickelte sich vom ersten Ballwechsel an ein Match auf hohem Niveau. Beide servierten stark, die Spiele dauerten kaum länger als zwei Minuten. Das änderte sich erst beim Stand von 3:2 für Federer. Der Schweizer kam bei Aufschlag Djokovic zum ersten Breakball und nutzte ihn sofort. Seinen Vorsprung hielt der 30-Jährige und verwandelte seinen ersten Satzball zum 6:3.
Im zweiten Durchgang attackierte Djokovic Federer bei dessen Aufschlag stärker als zuvor und kam bereits früh zu drei Breakbällen. Beim Stand von 1:0 nahm der Serbe seinem Gegner den Aufschlag ab. Federer musste fortan bei jedem Ballwechsel mehr tun als im ersten Satz - und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen. Auch, weil die Quote bei seinem ersten Aufschlag deutlich gesunken war. Den Satz musste er 3:6 abgeben.
Vorentscheidung in Satz drei
Doch schon im dritten Durchgang fand Federer wieder zu seinen druckvollen Aufschlägen, die ihm viele leichte Punkte ermöglichten. Fehler erlaubte er sich so gut wie keine mehr, genau wie Djokovic. Nachdem der Schweizer eine Breakchance beim Stand von 1:0 nicht nutzen konnte, scheiterte er auch in Spiel sechs, das sich zum bis dahin längsten Spiel des Matches entwickelte. Mit etwas Glück jedoch hielt Djokovic seinen Aufschlag. Allerdings nur bis Spiel Nummer zehn. Beim Stand von 30:40 behielt Federer die Nerven, schaffte das Break und holte sich den Satz mit 6:4.
Djokovic war beeindruckt - und gab im vierten Durchgang schon sein erstes Aufschlagspiel ab. Federer hingegen war nun extrem stabil und sicher, zog auf 3:0 davon. Titelverteidiger Djokovic fand keine Mittel mehr und machte für seine Verhältnisse viele Fehler. Federer verwandelte nach 2:19 Stunden seinen ersten Matchball.
Federer kann nun sogar wieder die Nummer eins der Welt werden. Dazu muss er am Sonntag allerdings noch das Finale gewinnen. Mit einer Leistung wie am Freitag sollte das aber kein großes Problem sein.
chp/sid
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Wimbledon | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH