Hamburg - Sie ließ ihren Schläger fallen, dann sank sie zu Boden: Mit einem klaren 6:1, 5:7, 6:2-Erfolg im Endspiel gegen Agnieszka Radwanska hat Serena Williams das Tennisturnier von Wimbledon gewonnen - und anschließend erlöst gejubelt. Für die US-Amerikanerin war es nach 2002, 2003, 2009 und 2010 der fünfte Triumph in London und ihr insgesamt 14. Grand-Slam-Titel.
"Vor ein paar Monaten lag ich noch im Krankenhaus. Ich habe nie davon zu träumen gewagt, wieder hier zu stehen", sagte Williams und bedankte sich mit bei ihrer Familie, um kurz darauf wieder zu scherzen: "Ich wollte immer schon alles, was Venus hatte." Beide haben nun fünf Wimbledon-Titel.
Der Triumph war der Schlussstrich unter ihre Leidenszeit, die nur wenige Tage nach dem zuvor letzten Majorsieg vor genau zwei Jahren begonnen hatte. Damals war sie in einem Restaurant in München in eine Glasscherbe getreten und musste an beiden Füßen genäht werden. Später stellte sich heraus, dass eine Sehne gerissen war.
Noch nicht genesen schockte eine Lungenembolie den Williams-Clan. "Das war extrem hart und beängstigend für mich", sagte Serena. Ein Blutgerinsel musste aus ihrer Lunge entfernt werden. "Ich habe in den vergangenen ein, zwei Jahren so viel mitgemacht. Das ist unglaublich", sagte sie.
Beide Spielerinnen verbessern sich in der Weltrangliste
Radwanska, die erste polnische Grand-Slam-Finalistin seit 1939, konnte ihre Emotionen nach der dritten Niederlage im dritten Aufeinandertreffen mit Williams nicht verbergen. "Ich bin natürlich stolz. Ich hatte die besten zwei Wochen meines Lebens", sagte sie: "Es war nicht mein Tag, aber ich werde es im kommenden Jahr wieder probieren."
Sie klettert trotz der Niederlage in der Weltrangliste vom dritten auf den zweiten Rang. Williams verbessert sich auf Position vier. Dabei war das Spiel nach dem ersten Durchgang wegen Regens zunächst für eine knappe halbe Stunde unterbrochen worden. Williams nutzte nach genau zwei Stunden ihren ersten Championship-Ball.
Besonders im ersten Satz war die Partie extrem einseitig. Williams gewann den Durchgang in nur 36 Minuten und ließ dabei nicht eine Breakchance zu. Im zweiten Durchgang war das Match etwas ausgeglichener, doch Williams gelang erneut ein frühes Break - und sah wie die sichere Siegerin aus. Doch Radwanska nutzte im achten Spiel ihren ersten Breakball der Partie - und nahm Williams wenig später erneut den Aufschlag ab.
Im dritten Durchgang legte Williams dann wieder zu und gewann den Satz mit zwei Breaks schließlich deutlich. Radwanska konnte nicht an die starke Leistung anknüpfen, mit der sie im Halbfinale die Deutsche Angelique Kerber besiegt hatte.
leh/sid
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