Wimbledon: Marray erster britischer Doppelsieger seit 76 Jahren

Die britische Durststrecke ist beendet: Als erster Brite seit 1936 hat Jonathan Marray den Doppel-Titel beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon geholt. In einem spannenden Finale triumphierte er an der Seite des Dänen Frederik Nielsen.

Tennisprofis Marray (r.), Nielsen: Wimbledon-Triumph im Doppel Zur Großansicht
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Tennisprofis Marray (r.), Nielsen: Wimbledon-Triumph im Doppel

Hamburg - Auf Andy Murray lastet enormer Druck. Der Schotte soll im Einzel-Finale am Sonntag den britischen Wimbledon-Fluch beenden. Für Erleichterung bei den Tennis-Fans im Vereinigten Königreich hat nun einer gesorgt, von dem man es nicht erwartet hätte: Jonathan Marray. Er setzte sich im Doppel-Endspiel an der Seite seines dänischen Partners Frederik Nielsen gegen den Schweden Robert Lindstedt und Horia Tecau aus Rumänien 4:6, 6:4, 7:6 (7:5), 6:7 (5:7), 6:3 durch. Es war der erste britische Triumph im Doppel seit 1936.

"Der Sieg in Wimbledon ist der Grund, warum ich Tennis spiele", sagte Marray nach der Partie: "Es ist der Höhepunkt meiner Karriere." Vor 76 Jahren hatten Patrick Hughes und Raymond Tuckey als letzte Briten vor dem 31-Jährigen den Titel geholt.

Marray und Nielsen waren mit einer Wildcard in die Konkurrenz gekommen und hatten im Halbfinale die Titelverteidiger Bob und Mike Bryan aus den USA bezwungen. Eine besondere Note bekommt der Triumph dadurch, dass Nielsens Großvater Kurt 1953 und 1955 im Einzel das Endspiel verloren hatte. "Es sollte einfach sein", sagte Marray zur seiner Erfolgsserie. "Es ist Wahnsinn", sagte Nielsen, "das beste, was ich jemals im Tennis erlebt habe."

In der Doppel-Weltrangliste war Marray bislang 76., Nielsen belegte zuletzt Rang 111. Marray war zuvor in zehn Versuchen in Wimbledon nie über die dritte Runde im Doppel hinaus gekommen. Für ihn und Nielsen ist es jeweils der erste Triumph bei einem ATP-Turnier. Die an Nummer fünf gesetzten Lindstedt und Tecau dagegen verloren zum dritten Mal in Folge das Wimbledon-Finale.

Marray hat es vorgemacht, jetzt ist Murray an der Reihe, die britische Durststrecke im Einzel beenden. Im Endspiel trifft der 25-Jährige auf den Schweizer Roger Federer (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Zuletzt hatte Fred Perry ebenfalls 1936 im All England Club triumphieren können.

max/sid

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1. ...
Newspeak 08.07.2012
In der Doppel-Weltrangliste war Marray bislang 76., Nielsen belegte zuletzt Rang 111. Marray war zuvor in zehn Versuchen in Wimbledon nie über die dritte Runde im Doppel hinaus gekommen. Haben sich diese Spieler jetzt so gesteigert, oder waren die Gegner so schlecht? Wär ja mal schön, das zu erfahren.
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Legendäre Tennisspieler: Spiel, Satz und Schlägerbruch

Die Wimbledon-Sieger seit 2000
Jahr Männer Frauen
2013 Andy Murray Marion Bartoli
2012 Roger Federer Serena Williams
2011 Novak Djokovic Petra Kvitová
2010 Rafael Nadal Serena Williams
2009 Roger Federer Serena Williams
2008 Rafael Nadal Venus Williams
2007 Roger Federer Venus Williams
2006 Roger Federer Amélie Mauresmo
2005 Roger Federer Venus Williams
2004 Roger Federer Marija Scharapowa
2003 Roger Federer Serena Williams
2002 Lleyton Hewitt Serena Williams
2001 Goran Ivanisevic Venus Williams
2000 Pete Sampras Venus Williams
Tennis: Die Spielstile
Grundlinienspiel: Der Spieler verzichtet auf das Aufrücken ans Netz und schlägt, in der Regel mit Topspin, von der Grundlinie. Durch präzise und harte Schläge auf die vom Gegner entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung des Konkurrenten soll ein Vorteil erzielt werden. Diese Ausdauer erfordernde Art wird vor allem von Spielern wie Rafael Nadal beherrscht und ist auf Sandplätzen am effektivsten.

Inside-Out-Spiel: Der Spieler vermeidet dabei, ebenfalls beim Spiel von der Grundlinie, entweder seine Vor- oder Rückhand und spielt nur mit einer Schlagseite. Beispielsweise wird dabei der Ball auf der Rückhandseite "umlaufen" und dann mit der Vorhand cross über den Platz gespielt. Dadurch bewegt sich der Spieler oft weit nach außen und ist anschließend anfällig für einen Schlag auf die andere Seite.

Serve-and-Volley: Der Spieler rückt nach seinem Aufschlag (Serve) direkt ans Netz vor und versucht den Ballwechsel mit einem Volleyschlag abzuschließen. Grundlage für diese Variante ist ein harter oder sehr präziser Aufschlag, damit der Gegner nur schlecht returnieren kann. Spieler wie Boris Becker, Stefan Edberg und Goran Ivanisevic agierten so vor allem auf schnellen Rasenplätzen.

Chip-and-Charge: Der Returnspieler spielt direkt einen Angriffsball und rückt ans Netz vor, wo er den Ballwechsel mit einem Volley beenden will. Auch diese Variante wird vorwiegend auf den schnellen Belägen eingesetzt und meist gegen den zweiten Aufschlag des Gegners verwendet.