Wimbledon Kevin Anderson steht nach historischem Sechs-Stunden-Halbfinale im Endspiel

Was für ein Tennisdrama, 26:24 im fünften Satz: Kevin Anderson hat das Grand-Slam-Finale von London erreicht. Er besiegte John Isner im zweitlängsten Wimbledon-Match der Geschichte.

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Geduld war gefragt, aber nun steht der erste Finalist von Wimbledon fest: Kevin Anderson spielt am Sonntag um den Tennistitel beim Grand-Slam-Turnier in London. In einem packenden Halbfinale hat der Südafrikaner gegen John Isner gewonnen. Nach fünf Sätzen hieß es 7:6, 6:7, 6:7, 6:4 und 26:24.

Am Ende sollte die Kraft und Konzentration der beiden Profis entscheiden: Das Duell war mit einer Spielzeit von 6:36 Stunden das längste Halbfinale und das zweitlängste Match insgesamt in der Geschichte des Rasenturniers. Allein der fünfte Satz dauerte fast drei Stunden.

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Anderson siegt nach sechs Stunden: Irgendwann ist auch mal gut

Kräftezehrend war bereits das Viertelfinale von Anderson: Der Südafrikaner hatte in der Runde zuvor Roger Federer sensationell nach fünf Sätzen ausgeschaltet - nun besiegte er Isner. Damit trifft der 32-Jährige im Finale auf Rafael Nadal oder Novak Djokovic, die sich im zweiten Halbfinale gegenüberstehen. Für Anderson ist es das zweite Grand-Slam-Finale seiner Karriere. Er stand bereits im Endspiel der US Open 2017, verlor dort aber gegen Nadal in drei Sätzen.

Nach dem Match hatte Anderson bei einem TV-Interview Tränen in den Augen. Er sprach von einem "großartigen Erfolg" und gratulierte seinem Kontrahenten für eine großartige Leistung.

Für Isner war es ein weiteres Marathonmatch in seiner Karriere. Im Jahr 2010 bestritt der 33-Jährige ebenfalls in Wimbledon das bisher längste Grand-Slam-Match der Geschichte, damals zog sich seine Erstrundenpartie gegen Nicolas Mahut wegen Unterbrechungen über zwei Tage. Er siegte nach elf Stunden und fünf Minuten 6:4, 3:6, 6:7, 7:6 und 70:68. Im Halbfinalduell gegen Anderson hatte er nun das Nachsehen.

jan



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ONV 13.07.2018
1. Die spinnen, die Engländer
Nach diesem Match ist doch wohl mal ein Kommentar fällig. Zunächst ein Glückwunsch und Respekt an John Isner zu dieser Leistung! Dann Glückwunsch und noch mehr Respekt an Kevin Anderson. Federer ausgeschaltet und jetzt ein solch episches Match gewonnen. Er hat es verdient. Er war der bessere Spieler. Hab dann noch sein Post-Match-Interview gesehen. Was für ein sympathischer Typ!!! Und Bedauern für beide, dass sie das "durchmachen" mussten. Und ebenso für Nole und Raffa, die den halben Tag mit Warten verbracht haben. Das alles kann man eigentlich niemandem zumuten. Und das sollte man auch niemandem zumuten. Die spinnen wirklich, die Engländer. Man sollte DRINGEND die Regeln ändern. Meinetwegen den entscheidenden Satz bis 10 spielen. Spätestens dann aber solle man einen entscheidenen Matchtiebreak spielen. Kein Mensch braucht solche Tennismatches!!! Die Spieler ganz sicher nicht. Und die Zuschauer auch nicht...
jean-baptiste-perrier 13.07.2018
2. Und nun?
Wann (morgen ist schon klar, aber zu welcher Uhrzeit) spielen Nadal und Djokovic? Und vor allem auf welchem Platz? Auf dem Centre Court? Wenn um 15 Uhr dort das Damen-Finale startet, muss der Platz mindestens eine halbe Stunde vorher frei sein. Selbst wenn Nadal und Djokovic um 11 Uhr anfangen, dann ist das viel zu knapp! Also Nadal und Djokovic auf Court Nr.1? Oder das Damen-Finale auf 17 Uhr oder auf den Sonntag verschieben? Das wird man den Damen nicht zumuten. Sollte das Herren-Finale eventuell von Sonntag auf Montag verlegt werden? Oder ist der Wettbewerbsnachteil für Nadal/Djokovic ohne Tag Pause durch das heutige Marathon-Match von Anderson neutralisiert? Anderson hat heute quasi 9 Sätze gespielt, da die 50 Spiele in Satz 5 ihrerseits einem Fünfsatz-Match entsprechen. Fragen über Fragen. Eure/Ihre Einschätzung?
jean-baptiste-perrier 13.07.2018
3. Noch schlimmer als gedacht!
Ich bin jetzt eben von MEZ ausgegangen. London ist ja noch eine Stunde zurück. Das heißt, das Damen-Finale ist für 14 Uhr Ortszeit London angesetzt. Das ist ja noch schlimmer. Also wenn Nadal und Djokovic auf den Centre Court bestehen, dann müssten die morgens um sieben anfangen! Mal sehen was die Turnierleitung für eine Lösung des Dilemmas aus dem Hut zaubert.
LuBu 13.07.2018
4.
Zitat von jean-baptiste-perrierWann (morgen ist schon klar, aber zu welcher Uhrzeit) spielen Nadal und Djokovic? Und vor allem auf welchem Platz? Auf dem Centre Court? Wenn um 15 Uhr dort das Damen-Finale startet, muss der Platz mindestens eine halbe Stunde vorher frei sein. Selbst wenn Nadal und Djokovic um 11 Uhr anfangen, dann ist das viel zu knapp! Also Nadal und Djokovic auf Court Nr.1? Oder das Damen-Finale auf 17 Uhr oder auf den Sonntag verschieben? Das wird man den Damen nicht zumuten. Sollte das Herren-Finale eventuell von Sonntag auf Montag verlegt werden? Oder ist der Wettbewerbsnachteil für Nadal/Djokovic ohne Tag Pause durch das heutige Marathon-Match von Anderson neutralisiert? Anderson hat heute quasi 9 Sätze gespielt, da die 50 Spiele in Satz 5 ihrerseits einem Fünfsatz-Match entsprechen. Fragen über Fragen. Eure/Ihre Einschätzung?
Also erstmal spielen Nadal und Djokovic ja jetzt gerade :-). Sollten Sie heute nicht fertig werden, was natürlich passieren kann, würde ich davon ausgehen, dass sie ihr Match morgen im Anschluss an das Damen-Finale zu Ende bringen. Anderson gegen Isner war echt der Wahnsinn, Respekt an beide und Glückwunsch an Anderson!
jean-baptiste-perrier 13.07.2018
5. Für Isner nicht so besonders!
2010 hat John Isner in Wimbledon in der ersten Runde gegen den Franzosen Mahut mit 70:68 im fünften Satz gewonnen. Das Spiel dauerte über 11 Stunden auf 3 Tage verteilt. Das ist das längste Tennis-Match der Geschichte. Ich hatte heute kurz den Verdacht, dass Isner diesen Rekord nochmal toppen wollte. Die Gefahr das ihm dieser Rekord irgendwann noch einer abnimmt, ist jedoch wohl extrem gering. Vielleicht in einer Million Jahre!?
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