Wimbledon: Nadal bezwingt Schüttler - Finale gegen Federer

Rainer Schüttler wehrte sich vergeblich, am Ende war er im Wimbledon-Halbfinale gegen Rafael Nadal ohne Chance. Der Spanier trifft im Endspiel auf Roger Federer - und will dem Titelverteidiger einen historischen Rekord vereiteln.

Hamburg - Nur im zweiten Satz wurde es einmal richtig spannend: Schüttler war gegen den großen Favoriten Nadal ein Break gelungen und so durfte der Deutsche beim Stand von 5:4 zum Satzgewinn aufschlagen. Er konnte das Spiel jedoch nicht durchbringen und verlor den Durchgang schließlich im Tiebreak. Am Ende hatte der 32-Jährige bei seiner 1:6, 6:7, 4:6-Niederlage in etwa zwei Stunden nicht wirklich die Chance zu einer Sensation.

Tennisprofi Nadal: "Nicht mein bestes Match"
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Tennisprofi Nadal: "Nicht mein bestes Match"

"Im ersten Satz hat er mich einfach überrollt, das ging ein bisschen schnell für mich", sagte Schüttler. "Mit dem zweiten und dritten Satz war ich aber zufrieden. Ich hatte ein unglaubliches Turnier."

Nadal trifft im Endspiel am Sonntag (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wie in den vergangenen beiden Jahren auf den Weltranglistenersten Roger Federer. Der Schweizer hatte sich im ersten Halbfinale ohne Mühe gegen Marat Safin (Russland) durchgesetzt. Auf Rasen hat Federer noch nie gegen Nadal verloren, insgesamt liegt der Weltranglistenzweite aber mit 11:6 Siegen vorne. Zuletzt waren die beiden Spitzenspieler bei den French Open aufeinandergetroffen, damals siegte Nadal locker in drei Sätzen.

Auch gegen Schüttler zeigte sich der 22-Jährige in guter Form. Vor allem im ersten Satz ließ er dem Außenseiter kaum eine Chance und entschied den Durchgang in nur 22 Minuten für sich. Das sorgte bei Schüttler für Frust: "Was ist hier los?", schrie er über den Platz - und zeigte anschließend eine starke Reaktion.

Mit geduldigen Grundlinienschlägen nahm er Nadal im zweiten Satz zum 2:1 den Aufschlag ab und dominierte plötzlich das Spiel. Doch in den entscheidenden Situationen war Nadal entschlossener, erkämpfte sich beim Stand von 4:5 das Rebreak und gewann den Satz schließlich im Tiebreak 7:3.

In der Folge gab er sich keine Blöße mehr und machte so seine dritte Finalteilnahme in Wimbledon perfekt. "Das war sicher nicht mein bestes Match heute, aber wenigstens musste ich nur drei Sätze spielen", sagte Nadal. Im Endspiel trifft er auf einen hochmotivierten Federer: "Bis hierher war es perfekt und ich habe eine unglaubliche Siegesserie auf Rasen, aber ein Stückchen fehlt noch", sagte der 26-Jährige. Mit einem Sieg wäre er der erste Spieler, der das wichtigste Turnier des Jahres zum sechsten Mal in Folge gewinnt.

Von solchen Serien ist Schüttler weit entfernt, er wird als Belohnung für das Erreichen des Halbfinales in der Weltrangliste zurück unter die Top 40 klettern. Zudem kassiert er 238.000 Euro Preisgeld.

Die Hoffnung auf eine nachträgliche Olympia-Nominierung scheint sich aber trotz seines überraschenden Erfolgs nicht zu erfüllen. "Er ist nicht dabei, daran hat sich nichts geändert", sagte Nick Imison, Sprecher des Tennis-Weltverbandes ITF. Der Verband hatte vor zwei Tagen die Liste der für Peking qualifizierten Profis bekannt gegeben. Schüttler war nicht dabei.

Klaus Eberhard, Sportdirektor des Deutschen Tennis Bundes (DTB), bestätigte auf Nachfrage der dpa, dass Schüttler nach wie vor nicht die Voraussetzungen für einen Start in Peking erfüllt. "Wir haben ihn aber vorsorglich beim Deutschen Olympischen Sportbund für eine nachträgliche Nominierung vorgeschlagen, falls ihn die ITF doch noch zum olympischen Turnier zulässt."

hut/sid/dpa

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