Wimbledon Federer und Cilic unter den letzten Vier

Roger Federer hat in Wimbledon den Einzug ins Halbfinale geschafft. Mit teilweise brillantem Tennis bezwang der Schweizer Milos Raonic. Marin Cilic profitierte bei seinem Sieg von den schwindenden Kräften von Gilles Muller.

Roger Federer
Getty Images

Roger Federer


Er darf weiter von Rekordsieg Nummer acht träumen: Roger Federer hat sich in seinem 100. Match im All England Club für sein Halbfinal-Aus im vergangenen Jahr gegen Milos Raonic revanchiert und den Bezwinger von Alexander Zverev nach 1:58 Stunden 6:4, 6:2, 7:6 (7:4) besiegt. "Ich spiele gut, ich fühle mich ausgeruht und frisch", sagte Federer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Dem 35-jährigen Federer gelang es als erstem Spieler überhaupt, zwölf Mal in ein Wimbeldon-Halbfinale einzuziehen. Insgesamt steht er damit zum 42. Mal unter den besten vier Akteuren bei einem Grand-Slam-Turnier. Mit einem achten Turniersieg bei den Lawn Tennis Championships wäre er alleiniger Rekordhalter. Im Halbfinale wird ihm Tomas Berdych gegenüberstehen, der vom verletzungsbedingten Aus von Novak Djokovic profitierte.

Marin Cilic wird in der Runde der letzten vier Spieler auf Sam Querrey treffen, der überraschend Andy Murray aus dem Turnier geworfen hat. Der 28 Jahre alte Rechtshänder aus Kroatien besiegte in seinem Viertelfinale trotz anfänglicher Probleme mit seinem Service Gilles Muller 3:6, 7:6 (8:6), 7:5, 5:7, 6:1. Bei seiner zweiten Viertelfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier agierte Muller, derzeit die Nummer 26 der Welt, mit steigender Spieldauer immer ungenauer. Die Strapazen seines sensationellen Fünf-Satz-Siegs über Rafael Nadal in der Runde zuvor waren dem Luxemburger bei der Niederlage gegen den US-Open-Sieger von 2014 anzumerken.

lst



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
multi_io 12.07.2017
1.
Federer ist einfach ein absolutes Phänomen. Über den Mann werden noch in 100 Jahren Bücher geschrieben werden, allein schon um zu analysieren, ob es nur Zufall ist, dass er sagenhaftes Talent, Fitness, mentale Stärke und Ausgeglichenheit sowie sportliche Langlebigkeit in einer Person vereint hat, oder ob das möglicherweise alles miteinander zusammenhängt. Es gibt ja da Erklärungen, dass die rein optische Attraktivität seines Spielstils gleichzeitig auch die sportmedizinisch schonendste und ökonomischste ist. Und ohne mentale Stärke hätte er sich nicht so lange motivieren können (und zwar ganz ohne dabei auf ein reichhaltiges Leben außerhalb des Tennisplatzes zu verzichten). Man hat bei Federer permanent das Gefühl, dass er mehr mit weniger erreicht, und zwar nicht weil er sich das "leisten kann", sondern weil es anders garnicht ginge.
jean-baptiste-perrier 13.07.2017
2. Federer stark verbessert
Das wirklich Phänomenale ist, dass er in den letzten Jahren sich extrem verbessert hat. Bitte nicht vergessen zwischen seinen letzten beiden Grand Slam Titeln lag eine Durststrecke von beinah 5 Jahren (Wimbledon 2012 - Australian Open 2017). Und dass er nun mit 35 alle anderen nach Belieben in Grund und Boden spielt (abgesehen von Nadal auf Sand) ist das wirklich Verwunderliche. Der Spieler mit den meisten selbst gewonnen Spielen gegen Federer ist bis jetzt (bis zum Ende?) Mischa Zverev mit 14 Spielen. Der hatte bloß das Pech Federer so früh hier zu begegnen (wie schon in Halle). Mischa konnte Federer im ersten Satz ja sogar Re-Breaken. Bloß gegen Federers allumfassendes Tennis-Arsenal ist dann mit reinem Serve-and-Volley und sei es noch so perfekt allein nichts auszurichten. Ist schon klar, dass die Setzliste aus den Weltranglistenpositionen abgeleitet wird. Dennoch bleibt immer ein Rest an Zufall. In Zukunft wünsche ich Mischa Zverev, dass er nicht immer so früh auf Federer trifft. Wenn man sich jetzt das Feld nämlich so ansieht: ein verletzt aufgebender Djokovic, ein außer Form spielender Murray. Also, ob ein Berdych, ein Cilic oder Querrey soviel mehr gegen Federer bestellen können als Mischa Zverev, wage ich zu bezweifeln.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.