Sensation in Wimbledon: Lisicki besiegt Weltranglisten-Erste Scharapowa

Sabine Lisicki hat in Wimbledon für eine Sensation gesorgt. Die 22-jährige Deutsche gewann im Achtelfinale des Tennisturniers gegen die Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa und steht nun im Viertelfinale. Dort kommt es zu einem deutschen Duell mit Angelique Kerber.

Tennisprofi Lisicki: Starke Vorstellung gegen Scharapowa Zur Großansicht
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Tennisprofi Lisicki: Starke Vorstellung gegen Scharapowa

Hamburg - Sabine Lisicki steht im Viertelfinale von Wimbledon. Die Vorjahres-Halbfinalistin setzte sich überraschend gegen die Russin Maria Scharapowa 6:4, 6:3 durch. Im Viertelfinale kommt es zu einem Duell mit Angelique Kerber. Die Deutsche gewann ihr Achtelfinale gegen die Belgierin Kim Clijsters 6:1, 6:1.

Zuletzt hatten im Jahr 1987 zwei deutsche Damen im Viertelfinale der All England Championships in London gestanden. Damals waren es Steffi Graf und Claudia Kohde-Kilsch.

Nach 83 Minuten Spielzeit verwandelte Lisicki ihren dritten Matchball und sank weinend auf die Knie. Im vierten Vergleich mit der 25 Jahre alte French-Open-Siegerin war es ihr erster Sieg. "Es ist unglaublich", sagte Lisicki . "Ich habe alles gegeben. Mal sehen, was noch möglich ist."

Lisicki schaffte es bei ihrer vierten Teilnahme am wichtigsten Tennisturnier der Welt damit erneut unter die besten acht Spielerinnen. Im vergangenen Jahr war sie mit einer Wildcard gestartet und hatte sensationell das Halbfinale erreicht, 2009 war sie erst im Viertelfinale gescheitert. Die Weltranglistenerste Scharapowa wird nun entweder wieder von der Weißrussin Victoria Asarenka überholt oder von der Polin Agnieszka Radwanska. Radwanska würde erstmals die Nummer eins der Tenniswelt, wenn sie entweder bis ins Endspiel kommt und Asarenka im Viertelfinale verliert oder wenn sie den Titel holt und Asarenka im Halbfinale ausscheidet. Scharapowa hatte den Weltranglistenplatz eins gerade erst mit ihrem ersten French-Open-Sieg zurückerobert, zuletzt hatte sie ihn im Jahr 2008 und erstmals 2005 belegt.

Kerber siegt in nur 49 Minuten, Federer trotz Rückenproblemen

Kerber steht dagegen zum ersten Mal in ihrer Karriere im Viertelfinale von Wimbledon. Die 23-Jährige ließ der früheren Weltranglistenersten Clijsters auf deren Abschiedstour in nur 49 Minuten nicht den Hauch einer Chance. "Wahnsinn die Art und Weise, wie überragend beide gespielt haben", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner: "Schade, dass sie jetzt gegeneinanderspielen."

Ebenfalls im Viertelfinale steht Serena Williams. Die US-Amerikanerin siegte gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa nach 1:54 Stunden 6:1, 2:6, 7:5. Williams kann damit weiter vom fünften Titelgewinn in Wimbledon träumen. In der Runde der besten Acht trifft die 30-Jährige nun auf die Titelverteidigerin Petra Kvitová. Die Tschechin setzte sich 4:6, 7:5; 6:1 gegen die Italienerin Francesca Schiavone durch.

In der Runde der besten Acht steht auch Victoria Asarenka. Die Nummer zwei der Setzliste aus Weißrussland deklassierte Ana Ivanovic aus Serbien 6:1, 6:0 und trifft nun auf die Eastbourne-Siegerin Tamira Paszek, die Roberta Vinci aus Italien 6:2, 6:2 besiegte. Damit egalisierte Paszek ihr bestes Grand-Slam-Resultat aus dem Vorjahr im All England Club.

Bei den Herren zog Roger Federer trotz einer Rückenverletzung ins Viertelfinale ein. Der Schweizer setzte sich nach einer Behandlungspause im ersten Satz gegen den Belgier Xavier Malisse 7:6 (7:1), 6:1, 4:6, 6:3 durch. In seinem 33. Major-Viertelfinale in Serie trifft der 30-Jährige auf Michail Juschni (Russland/Nr. 26). Der sechsmalige Wimbledonsieger feierte seinen 63. Sieg im All England Club und schloss damit zum Rekordhalter Pete Sampras (USA) auf.

Titelverteidiger Novak Djokovic hat locker das Viertelfinale erreicht. Der Weltranglisten-Erste besiegte seinen serbischen Landsmann Viktor Troicki 6:3, 6:1, 6:3. In der Runde der besten Acht trifft Djokovic nun entweder auf Florian Mayer oder Richard Gasquet. Die Partie des Deutschen gegen den Franzosen wurde beim Stand von 6:3, 2:1 für Mayer wegen Regens auf Dienstag vertagt - ebenso wie Philipp Kohlschreibers Achtelfinalduell mit dem US-Qualifikanten Brian Baker.

rei/dpa/sid

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insgesamt 20 Beiträge
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1. Sensation? Wo???
jueho47 02.07.2012
Was bitte ist daran eine Sensation, wenn die 15. der Weltrangliste gegen die Erste gewinnt???? Das ist im Tennis doch nichts besonderes und höchstens eine Überraschung.
2.
HuFu 02.07.2012
Zitat von jueho47Was bitte ist daran eine Sensation, wenn die 15. der Weltrangliste gegen die Erste gewinnt???? Das ist im Tennis doch nichts besonderes und höchstens eine Überraschung.
Weil Sabine stetig besser wird und man so langsam merkt, was wir da für eine neuen Diamant am (deutschen) Tennishimmel haben. Man muss bedenken. Sabine ist nach Steffi Graf die erste Deutsche, die so etwas wie ein Lichtblick ist! Gratulation dafür von mir.
3. Sensation, ja
spon-facebook-10000139614 02.07.2012
bei einem kleinen Turnier sicher, aber ein Grand-Slam-Turniert gegen die 1. der Weltrangliste, dazu noch bei den Frauen, ist eine Sensation, zumindest eine kleine
4. Sie ist nicht die Einzige
Ostwestfale 02.07.2012
Zitat von HuFuWeil Sabine stetig besser wird und man so langsam merkt, was wir da für eine neuen Diamant am (deutschen) Tennishimmel haben. Man muss bedenken. Sabine ist nach Steffi Graf die erste Deutsche, die so etwas wie ein Lichtblick ist! Gratulation dafür von mir.
Also jetzt untertreiben Sie aber in Sachen deutsches Frauentennis. Scheinbar ist Ihnen entgangen, dass sich Angelique Kerber momentan auf Platz acht der Weltrangliste befindet. Mit Mona Barthel gibt es ein weiteres Talent am "Tennishimmel". Und julia Görges ist jetzt auch nicht schlecht, auch wenn sie nicht das Potenzial hat wie Lisicki, Kerber und die momentan ja leider wieder verletzte Andrea Petkovic. Es hat sich iin den letzten Jahren sehr viel getan im deutschen Frauentennis. Nur findet das Ganze ja leeider fast unter Ausschluss der (öffentlich-rechtlichen) TV-Anstalten statt. Wimbledon läuft ja leider nur im Pay-TV.ich finde ARD und ZDF sollten ihre Prioritäten mal überdenken. Mich würde schon interessieren, was es kosten würde, wenn ARD oder ZDF spontan das Viertelfiale Lisicki-Kerber zeigen würden.Viel wäre es mit Sicherheit nicht, aber ich glaube der Zuschauerzuspruch wäre höher als z.B. bei der zuletzt gezeigten Leichtathletik-EM. Für mich war es auch eine (zumindest kleine) Sensationn, dass Lisicki gewonnen hat. Sharapova war nicht nur bei den French Open bärenstark, sondern ist eigentlich auch die vermutlich beste Rasenspielerin. Wobei "Bum-Bum-Bine" für mich auch zu den Top5 gehört,wenn ihr Aufschlag so kommt wie heute.
5. Naja, ist schon eine Sensation
capricornia 02.07.2012
Zitat von jueho47Was bitte ist daran eine Sensation, wenn die 15. der Weltrangliste gegen die Erste gewinnt???? Das ist im Tennis doch nichts besonderes und höchstens eine Überraschung.
Lisicki war in letzter Zeit oft außer Gefecht gesetzt und hat kaum ein Match gewonnen. Scharapowa ist in der Form ihres Lebens und hat zum ersten mal die French Open geholt. Außerdem spielt sie auch gut auf Gras, sie hat Lisicki ja auch letztes Jahr im Halbfinale geschlagen.
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