Wimbledon: Schwedowa feiert historischen Satzgewinn

24 Ballwechsel, 24 Punkte: Jaroslawa Schwedowa hat in Wimbledon einen Satz ohne Punktverlust gewonnen - ausgerechnet gegen French-Open-Finalistin Sara Errani. Dieses Kunststück war in der Open Era zuvor noch keiner Frau gelungen.

Tennisspielerin Schwedova: Satzgewinn ohne PunktverlustZur Großansicht
REUTERS

Tennisspielerin Schwedova: Satzgewinn ohne Punktverlust

Hamburg - Die Kasachin Jaroslawa Schwedowa hat in Wimbledon als erster Tennisprofi einen "Goldenen Satz" bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen. Sie feierte 24 Punktgewinne in Serie zum Auftakt ihres 6:0, 6:4-Drittrundensieges gegen die italienische French-Open-Finalistin Sara Errani. "Ich habe heute ein goldenes Ei gelegt", twitterte die Nummer 65 der Tenniswelt, die für den Durchgang nur 15 Minuten brauchte. Im Achtelfinale trifft die 24-Jährige auf die vierfache Wimbledon-Siegerin Serena Williams aus den USA.

Der einzige Spieler, der zuvor einen "goldenen Satz" gespielt hatte, war der Amerikaner Bill Scanlon bei seinem Sieg über Marcos Hocevar aus Brasilien 1983 in Delray Beach. Einer Frau war dieses Kunststück seit dem Beginn der "Open Era" 1968 noch nicht geglückt. Seit diesem Zeitpunkt dürfen professionelle Spieler an den wichtigsten Turnieren, also auch den Grand Slams, teilnehmen. Dies war zuvor nur Amateuren gestattet.

Schwedowa hielt bereits zuvor den Rekord für die meisten Punkte in Serie aller Spielerinnen auf der WTA-Tour. Im Spiel gegen Amy Frazier (USA) 2006 in Memphis hatte sie 23 Punkte in Serie gemacht, schließlich jedoch 6:1, 0:6, 0:6 verloren.

Die viermalige Wimbledonsiegerin Williams sagte: "Hoffentlich kann ich einen Punkt gegen sie gewinnen. Das ist mein erstes Ziel. Bis heute wusste ich aber gar nicht, dass es so etwas wie einen goldenen Satz überhaupt gibt." Die 30-Jährige hatte sich zuvor durch ihre Drittrundenpartie gequält und die Chinesin Zheng Jie erst nach 2:28 Stunden 6:7 (5:7), 6:2, 9:7 bezwungen.

leh/sid/dpa

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  • Samstag, 30.06.2012 – 19:30 Uhr
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Alle deutschen Wimbledon-Sieger
AP
Dameneinzel
1996: Steffi Graf
1995: Steffi Graf
1993: Steffi Graf
1992: Steffi Graf
1991: Steffi Graf
1989: Steffi Graf
1988: Steffi Graf
1931: Cilly Aussem

Damendoppel
1988: Steffi Graf und Gabriela Sabatini
1987: Claudia Kohde-Kilsch und Helena Suková

Herreneinzel
1991: Michael Stich
1989: Boris Becker
1986: Boris Becker
1985: Boris Becker

Herrendoppel
2010: Philipp Petzschner und Jürgen Melzer
1992: Michael Stich und John McEnroe

Mixed
2009: Anna-Lena Grönefeld und Mark Knowles
1933: Gottfried von Cramm und Hilde Krahwinkel-Sperling

Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.





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