Wintersport Teichmann Dritter bei Tour-de-Ski-Prolog, Hoffmann suspendiert

Guter Auftakt für deutsche Langläufer: Axel Teichmann und Miriam Gössner haben beim Tour-de-Ski-Prolog gute Platzierungen erreicht. Der US-Snowboarder Kevin Pearce verletzte sich im Training schwer. Olympiasieger Christian Hoffmann ist wegen Dopingverdachts suspendiert worden.

Skilangläufer Teichmann: Podiumsplatz zum Auftakt
dpa

Skilangläufer Teichmann: Podiumsplatz zum Auftakt


Hamburg - Die deutschen DSV-Athleten Axel Teichmann und Miriam Gössner haben beim Auftakt der Tour de Ski in Oberhof überzeugen können. Der Weltmeister von 2007 erreichte auf der 3,75 Kilometer langen Freistilstrecke hinter dem Sieger Petter Northug (7:37,4 Minuten) aus Norwegen und Marcus Hellner (0,8 Sekunden Rückstand) aus Schweden Rang drei mit zwei Sekunden Rückstand. "Zweimal wollte ich in Oberhof auf das Podest, einmal habe ich schon geschafft. Morgen greife ich wieder an. So kann man das Olympiajahr beginnen", sagte 30-Jährige. Andreas Katz lief auf Rang elf, Tom Reichelt auf Platz 16, Rene Sommerfeldt auf Position 19. Tobias Angerer landete nur auf Rang 35.

Bei den Frauen hatte zuvor die mehrfache Junioren-Weltmeisterin im Biathlon, Miriam Gössner, ihre starke Leistung mit dem fünften Platz krönen können. Die Deutsche hatte 12,7 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Petra Majdic aus Slowenien, die für die 2,8 Kilometer lange Freistilstrecke 6:35,3 Minuten benötigte. Zweite wurde die Russin Natalia Korostelewa (2,1 Sekunden Rückstand). Die Favoritin Justyna Kowalczyk aus Polen landete auf Rang drei (6,3). Claudia Nystad wurde Zwölfte. Die beiden deutschen Skifahrerinnen haben damit die Olympia-Norm erfüllt.

Gössner beendete nach dem erfolgreichen Prolog und der gesicherten Olympia-Teilnahme ihren Auftritt bei der Tour de Ski der Langläufer. Nach kurzfristiger Absprache mit Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang und Langlauf-Chef Jochen Behle wird Gössner am 2. Januar doch nicht mehr zum Zehn-Kilometer-Rennen in der für sie ungewohnten klassischen Technik antreten. Sie startet stattdessen in der nächsten Woche beim Ibu-Cup der Biathleten in Altenberg. "Miriam gehört ab sofort zum Olympia-Team der Langläufer in Vancouver. Sie hat dort in Staffel, Teamsprint und dem kurzen Freistil-Rennen drei Einsatzchancen, auf die wir sie gezielt vorbereiten", sagte Behle.

Skilanglauf-Olympiasieger Christian Hoffmann ist von der Nationalen Anti-Doping-Behörde Österreichs aufgrund des Dopingverdachts gegen ihn suspendiert worden. Der 35-jährige Goldmedaillengewinner über 30 Kilometer von 2002 bestreitet die Vorwürfe und hat aus der Suspendierung Konsequenzen gezogen. "Aufgrund all der Dinge, die vorgefallen sind, habe ich keine Chance mehr auf die Olympia-Qualifikation. Und nachdem es ohnehin meine letzte Saison gewesen wäre, werde ich jetzt sofort aufhören", sagte Hoffmann, dessen Anhörung erst am 29. Januar stattfinden soll. Die Winterspiele beginnen am 12. Februar.

Gegen Hoffmann läuft seit Mitte Dezember ein Dopingverfahren. Ihm wird vorgeworfen, wie der geständige ehemalige Radprofi Bernhard Kohl Miteigentümer einer von der Sonderkommission Doping sichergestellten Blutzentrifuge gewesen zu sein. Außerdem soll es Zeugen geben, die Hoffmann in der verdächtigen Blutbank in Wien gesehen haben wollen. Beim Weltcup-Finale der vergangenen Saison in Falun war der Österreicher außerdem wegen unregelmäßiger Blutwerte mit einer Schutzsperre belegt worden. Hoffmann kündigte an, sich "mit allen möglichen Mitteln gegen die Anschuldigungen wehren" zu wollen.

US-Olympiahoffnung Pearce schwer verletzt

Der US-Snowboarder Kevin Pearce hat bei einem Trainingsunfall in Park City schwere Verletzungen erlitten. Laut "New York Times" bereiteten die Ärzte im University of Utah Medical Center von Salt Lake City einen Eingriff wegen aufgetretener Gehirnblutungen vor. Der 22-Jährige, der zu den US-Hoffnungen für die Olympischen Winterspiele in Vancouver zählte, war beim Halfpipe-Training mit dem Kopf auf den Untergrund aufgeschlagen.

Der Zustand des bei einem Quad-Unfall schwerverletzten früheren Biathlonstars Raphael Poirée ist nach Angaben der Ärzte stabil. Der 35-jährige Franzose soll an diesem Samstag operiert werden. Poirée war am vergangenen Mittwoch in Norwegen mit seinem Quad ins Schleudern geraten und unter der Maschine eingeklemmt worden. Der achtmalige Weltmeister, der vor zwei Jahren seine Karriere beendet hatte, erlitt dabei schwere Verletzungen an der Wirbelsäule. Wegen zahlreicher Schwellungen konnte Poirée, der in einem Krankenhaus in Bergen behandelt wird, bislang noch nicht operiert werden.

bka/sid/dpa/APA



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