Doping in Russland Mutko zieht gegen Olympiasperre vor Gericht

Witalij Mutko will seine Sperre für die Olympischen Winterspiele nicht hinnehmen. Der russische Vizepremier hat den Internationalen Sportgerichtshof angerufen. Das IOC hatte ihn wegen des Staatsdopings verbannt.

Witalij Mutko
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Witalij Mutko


Der ehemalige russische Sportminister Witalij Mutko zieht gegen seine lebenslange Olympiasperre vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin am Dienstag der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte den inzwischen zum Vizepremierminister aufgestiegenen Mutko wegen dessen Verwicklung in den russischen Dopingskandal am 5. Dezember lebenslang für alle Funktionen für Olympia gesperrt. Mutko gilt als Drahtzieher des Staatsdopingskandals rund um die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014.

Ende Dezember trat er auch von seinem Amt als Chef des Organisationskomitees der Fußball-WM 2018 zurück. Seinen Posten als Präsident des russischen Fußballverbands RFU hat er "vorübergehend" niedergelegt, um gegen seine Sperre vorzugehen.

Mutko hat trotz erdrückender Beweislast stets geleugnet, dass es ein von der Regierung gestütztes Dopingsystem in Russland gegeben habe. Wegen des Skandals wurde das russische olympische Komitee ROC von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) ausgeschlossen, russische Sportler dürfen allerdings unter bestimmten Bedingungen als neutrale Athleten an den Start gehen.

42 russische Athleten haben protestiert

Der Einspruch von 42 russischen Wintersportlern gegen die Sanktionen des IOC wird in der Woche ab dem 22. Januar vom Cas verhandelt. Eine Entscheidung jedes einzelnen Falls soll spätestens am 31. Januar und damit noch vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele getroffen werden. Darüber informierte der Cas in einer Mitteilung. Allerdings liegt das Datum erst drei Tage nach dem Ende der bisherigen Olympia-Meldefrist.

Insgesamt 43 russische Athleten wurden von der Disziplinarkommission des IOC im Zuge der Sotschi-Ermittlungen lebenslang für Olympia gesperrt. Offen ist, ob der CAS alle Sperren bestätigen wird. Den Russen waren Dopingverstöße während der Winterspiele 2014 in Sotschi vorgeworfen und außerdem Medaillen aberkannt worden. Zu den Athleten, die nun Einspruch einlegen, gehören unter anderem die Sotschi-Olympiasieger Alexander Subkow (Bob), Alexander Tretjakow (Skeleton) und Alexander Legkow (Skilanglauf).

aha/sid/dpa



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