50-Millionen-Boxturnier Marco Huck trifft auf Weltmeister Usyk

Die Ex-Weltmeister Marco Huck, Arthur Abraham und Jürgen Brähmer starten bei der "World Boxing Super Series". Insgesamt geht es um 50 Millionen Dollar Preisgeld. Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Oleksandr Usyk (links) und Marco Huck
imago/ Mandoga Media

Oleksandr Usyk (links) und Marco Huck


Im September beginnt die erste Saison der "World Boxing Super Series". In zwei Gewichtsklassen kämpfen jeweils acht Boxer um die Muhammad-Ali-Trophy, die von den Veranstaltern selbstbewusst als "größter Preis im Boxen" bezeichnet wird. Unter den 16 Teilnehmern sind mit Marco Huck (Cruisergewicht) und Jürgen Brähmer (Supermittelgewicht) zwei Deutsche. Zudem will sich Supermittelgewichtler Arthur Abraham am 15. Juli mit einem Sieg gegen Chris Eubank jr. für das Hauptfeld qualifizieren.

Die Viertelfinalpaarungen wurden am Freitag in Monaco bekanntgegeben. Die vier gesetzten Boxer in jeder Gewichtsklasse durften sich dabei ihre Gegner aus den vier verbliebenen Teilnehmern aussuchen. Dabei legten die Veranstalter Wert darauf, die Draft-Gala im amerikanischen Stil möglichst glamourös zu inszenieren. "Ich habe viele große Events unter anderem mit Floyd Mayweather jr. und Óscar de la Hoya veranstaltet, aber die Super Series toppt alles", sagte Richard Schaefer, der das Turnier gemeinsam mit dem deutschen Promoter Kalle Sauerland für die Schweizer Comosa AG organisiert.

Brähmer mit lösbarer Aufgabe gegen Brant

Brähmer, der im Supermittelgewicht an Nummer vier gesetzt war, hat eine lösbare Aufgabe. Der 26 Jahre alte US-Amerikaner Rob "Bravo" Brant ist mit 22 Siegen in 22 Kämpfen zwar ungeschlagen, hat bislang aber auch noch keine Weltklasse-Gegner vor den Fäusten gehabt. In der sogenannten "unabhängigen Weltrangliste" wird Brant nur auf Position 35 geführt. Brähmer (Nummer 13 der Welt) hat also gute Chancen, sich für das Halbfinale zu qualifizieren.

Ein deutlich schwererer Kampf erwartet Abraham, wenn er sich gegen Eubank jr. durchsetzen und damit fürs Viertelfinale qualifizieren sollte. In Abwesenheit der beiden Kontrahenten, die sich auf ihren unmittelbar bevorstehenden Kampf vorbereiten, wählte Chris Eubank sr. den schlagstarken Türken Avni Yildirim als Viertelfinalgegner für den Sieger des Duells zwischen seinem Sohn und Abraham aus.

"Kalaschnikow gegen Wasserpistole"

Yildirim, der von Ahmet Öner betreut und trainiert wird, hat zwar erst 16 Kämpfe bestritten, aber alle auf eindrucksvolle Art gewonnen. Zuletzt setzte er sich im Mai in Mexiko gegen den erfahrenen Lokalmatadoren Marco Antonio Periban einstimmig nach Punkten durch, gewann so den WBC International Champion-Titel und schob sich auf Rang zehn der Weltrangliste.

"Du siehst kräftig aus, das gefällt mir", kommentierte Eubank sr. seine Entscheidung. Yildirims Promoter Öner glaubt nicht, dass der legendäre Vater seinem Sohn oder Abraham damit einen Gefallen getan hat. "Die wissen gar nicht, was sie sich da angetan haben", sagte Öner. "Avni ist eine Kalaschnikow, Eubank jr. eine gut aussehende Wasserpistole."

Huck trifft auf Weltmeister Usyk

Das aus deutscher Sicht schwerste Viertelfinale erwischte der im Cruisergewicht startende Marco Huck. Der Ex-Weltmeister wurde vom an Nummer eins gesetzten Ukrainer Oleksandr Usyk ausgewählt. "Er ist mein Wunschgegner", sagte Huck über Usyk, der als einer der besten Boxer der Welt Pound-for-Pound gilt. "Alle reden immer davon, wie gut er ist. Das ist genau die Herausforderung, die ich brauche."

Usyk hatte seine herausragende Amateurkarriere 2012 in London mit dem Gewinn der Olympischen Goldmedaille gekrönt. Seit September 2016 ist er WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, hält also den Titel, den Huck zwischen 2009 und 2014 insgesamt 13 Mal verteidigt hatte. Während Usyk als Profi noch ungeschlagen ist, hatte Huck im April gegen den ebenfalls für das Turnier gesetzten Letten Mairis Briedis seine vierte Niederlage kassiert.

50 Millionen Dollar Gesamt-Preisgeld

Das Cruisergewicht (bis 90,719 Kilogramm) ist mit den vier amtierenden Weltmeistern der großen Verbände IBF, WBA, WBC und WBO sowie zwei Ex-Champions deutlich stärker besetzt als das Supermittelgewicht (bis 76,204 Kilogramm), in dem unter anderem WBO-Weltmeister Gilberto Ramirez und IBF-Champion James DeGale fehlen.

Neben der geschwungenen Trophäe, die wie der Fifa WM-Pokal vom mittlerweile verstorbenen italienischen Bildhauer Silvio Gazzaniga entworfen wurde, kämpfen die Teilnehmer um viel Geld. Die Sieger der jeweiligen Gewichtsklasse dürfen sich über mehr als zehn Millionen Euro freuen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 50 Millionen Dollar ausgelobt. Die Viertelfinalkämpfe sollen im September und Oktober stattfinden, die Halbfinals sind für Januar und Februar 2018 geplant, die Sieger in beiden Gewichtsklassen werden im Mai 2018 gekürt.



insgesamt 8 Beiträge
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Lord Menial 09.07.2017
1. Circus maximus, moneta maximus
Aus der Meldung: "Die Sieger der jeweiligen Gewichtsklasse dürfen sich über mehr als zehn Millionen Euro freuen." --------------------------------------------------------------------------------------- Schön. Wenn sich erwachsene Menschen unbedingt gegenseitig die Murmeln weichhauen wollen, bitte. Sollen sie. Daß es nicht gesund ist, sollten alle wissen. Aber solche Preisgelder sind obszön. Richtig obszön. Man verleitet die Leute dadurch, ihre Gesundheit noch mehr als ohnehin zu riskieren. Das hat doch altrömische Ausmaße. Nicht?
IvicaMarkovic 09.07.2017
2. @Lord Menial
Wenn Sie keine Ahnung und kein Interesse am Boxsport haben, dann kommentieren Sie derartige Artikel einfach nicht. Zum Thema: Brähmer und Huck werden mit großer Wahrscheinlichkeit den jeweils ersten Kampf verlieren. Gerade Brähmer ist ein reiner Papierchamp gewesen, der nie gegen einen guten Gegner im Ring stand. Brant ist zwar auch kein Überboxer, aber für Brähmer wird's schon reichen.
Die Happy, 09.07.2017
3.
Zitat von IvicaMarkovicWenn Sie keine Ahnung und kein Interesse am Boxsport haben, dann kommentieren Sie derartige Artikel einfach nicht. Zum Thema: Brähmer und Huck werden mit großer Wahrscheinlichkeit den jeweils ersten Kampf verlieren. Gerade Brähmer ist ein reiner Papierchamp gewesen, der nie gegen einen guten Gegner im Ring stand. Brant ist zwar auch kein Überboxer, aber für Brähmer wird's schon reichen.
Zum Kräfte Verhältnis Brähmer / Brant weiß ich zu wenig, aber das Huck besser eine kurzfristige Verletzung vorgeben sollte, wenn er gegen Uysik in den Ring steigen soll, halte ich für angebracht. Huck ist für den vielleicht gerade wirklich herausragendsten Boxer der Welt einfach zu langsam. Gegen die Schnelligkeit, das unfassbar schnelle Auge, den Leberhaken und überhaupt die linke Klebe, ist wohl kein Kraut gewachsen.
w.weiter 09.07.2017
4. Unfassbar,
mir dünkt Muhammad Ali aka Cassius Clay dreht sich im Grabe, oder lacht sich im Himmel schlapp, ob dieser Börsen. Ja, es ist obszön, kaum nachvollziehbar. Sollen die "Kerle" sich sonstwo die Köppe einschlagen. Das ist kein SPORT. Auch wenn es genug zahlendes Publikum geben wird. Es ist archaisch. Schlage nie einem Menschen ins Gesicht, der braucht das noch. Andere Körperteile auch.
Die Happy, 09.07.2017
5.
Zitat von w.weitermir dünkt Muhammad Ali aka Cassius Clay dreht sich im Grabe, oder lacht sich im Himmel schlapp, ob dieser Börsen. Ja, es ist obszön, kaum nachvollziehbar. Sollen die "Kerle" sich sonstwo die Köppe einschlagen. Das ist kein SPORT. Auch wenn es genug zahlendes Publikum geben wird. Es ist archaisch. Schlage nie einem Menschen ins Gesicht, der braucht das noch. Andere Körperteile auch.
Finden sie die Millionen von Kämpfen unter Tieren in der Natur, manchmal bis zum Tot, der Mensch ist auch nur ein Säugetier, auch obszön und nicht nachvollziehbar?
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