WSOP Main Event: Kanadier Duhamel gewinnt Poker-WM

Von Lasse König

Jonathan Duhamel ist neuer Pokerweltmeister. Der Kanadier setzte sich gegen John Racener durch und schaffte Historisches. Duhamel freut sich neben dem wichtigsten Titel auch über Millionen. Lesen Sie die Höhepunkte im SPIEGEL-ONLINE-Blog nach.

WSOP-Champion Duhamel: 9 Millionen Dollar und der größte Titel Zur Großansicht
AFP

WSOP-Champion Duhamel: 9 Millionen Dollar und der größte Titel

++ 7:20 ++

Es wird jetzt Interviews geben, eine Pressekonferenz und irgendwann Schlaf für die beiden Spieler, die seit Juli den Traum von diesem einen Sieg träumten. Für Duhamel ist er wahr geworden, Racener wird es im nächsten Jahr erneut versuchen. Im Laufe des Tages gibt es an dieser Stelle ein Porträt des neuen Weltmeisters. Dieser hatte auf meine Frage, wem er es denn gönnen würde, falls er es nicht schaffte, geantwortet: "Ich gewinne, nächste Frage."

++ 7:15 ++

Betrachtet man nur die mathematischen Voraussetzungen, war Duhamels Erfolg erwartbar. 6:1 betrug sein Chipvorsprung - ein riesiger Nachteil für seinen Gegner John Racener. Dieser stand so in jeder Hand vor der Entscheidung, zu passen oder alle seine Chips zu riskieren. Einmal konnte der US-Amerikaner zwar verdoppeln, war aber schnell wieder auf seinem Ausgangsniveau angekommen.

++ 7:10 ++

Es ist vorbei. Jonathan Duhamel heißt der Main Event-Champion 2010. Er ist der erste Kanadier, dem das gelingt.

++ 7:09 ++

Duhamel ist All-in, Racener überlegt lange und geht dann mit.

Duhamel: Ass-Bube
Racener: König-8 in Karo.

Duhamels Hand liegt mit 63 Prozent vorn.

Flop: 4-4-9. Ein Karo.

Turn: 6.

River: 5.

++ 7:00 ++

Weiter geht's. Und es geht weiter wie vor der Pause. Duhamel gewinnt die ersten beiden Hände, Racener runter auf gerade 20 Millionen.

++ 6:45 ++

Pause.

++ 6:39 ++

8.944.310 Dollar und das goldene Bracelet gibt es für den Sieger. 5.545.955 Dollar nimmt der Zweite mit nach Hause. Das Geld für den Ersten liegt übrigens auf dem Pokertisch. Zurzeit sieht es so aus, als könnte sich Duhamel mehr als 100 Audi S4 leisten und Racener drei Garagen voller Kaugummis.

++ 6:34 ++

Racener braucht dringend Chips. Duhamel limpt oder raist, weil er's kann. Racener limpt oder foldet, weil er muss. 23 Millionen sind nicht mal 15 Big Blinds, wenn man die M-ratio ausrechnet (Stack geteilt durch Big Blind, Small Blind plus Antes) sieht es noch schlechter aus. Munition!

++ 6:25 ++

Am Tisch sitzen sich übrigens auch die beiden größten Online-Pokeranbieter der Welt gegenüber. Zurzeit läuft es besser für Pokerstars.

++ 6:21 ++

Über John Racener wissen wir, dass er bei der WSOP bisher schon 1,5 Millionen Dollar gewonnen hat. Er lebt in Florida, mag Basketball und Golf. Er kaut gern Kaugummi und hat keinen Twitter-Account.

++ 6:20 ++

Über Jonathan Duhamel wissen wir eine Menge. Er hat sich schon vor dem Finaltisch einen Audi S4 geleistet und ging im Übrigen davon aus, dass er das goldene Bracelet sowieso gewinnen werde. Er lebt in Montreal und liebt Extremsport. Seinen Twitter-Account pflegt er nicht sehr liebevoll.

++ 6:16 ++

Duhamel erhöht den Druck und gewinnt drei Hände in Folge. Racener ist wieder da, wo er angefangen hat. Erinnerungen an Sisyphos werden wach. Ob der Munitionsladen noch offen hat?

++ 6:12 ++

Duhamel könnte der erste Main Event Champion werden, der dem schwarzen Kapuzenpullover zum modischen Durchbruch verhilft. Racener-Anhänger erkennt man übrigens am Kaufgummi im Mund.

++ 6.05 ++

Wer schon wieder vergessen hat, welche neun Spieler am Finaltisch saßen, kann links oben in die Fotostrecke klicken. Wer schon wieder vergessen hat, wen ich als Main Event Champion vorhergesagt habe, kann hier klicken. Und wer vergessen hat, wen ich im vergangenen Jahr vorhergesagt hatte, der kann hier nochmal nachschauen.

++ 6 Uhr ++

Wow! Zum Glück hatte der Laden gleich um die Ecke offen. Der mit den zwei Damen. Racener verdoppelt seinen Stack. Er liegt jetzt bei 36 Millionen, was nicht viel ist aber viel mehr als noch eine Minute zuvor.

++ 5:56 ++

Der erste Showdown, auch den gewinnt Duhamel mit Bube-4 und klettert über 200 Millionen! Racener ist runter auf 18. Wenn das hier der Wilde Westen wäre, Racener müsste sich jetzt dringend Munition kaufen. Irgendwo! Schnell!

++ 5.50 ++

Duhamel, Duhamel, Racener, Racener, Duhamel, Duhamel, Duhamel. Die ersten Hände laufen so wie erwartet: Der Kanadier macht Druck mit seinem riesigen Stack.

++ 5.38 ++

Die Strategie für Racener scheint so einfach wie die Handbewegung, die er dafür tun muss: Einfach die Chips in die Mitte schieben. Leider muss er das auch im richtigen Moment tun und Glück haben, dass Duhamels Karten schlechter sind.

++ 5.35 ++

Los geht's. Die Karten sind im Spiel.

++ 5.30 ++

Wie sie wurden was sie sind: Jonathan Duhamel, 22, spielte sich aggressiv an den Finaltisch, war mutig und manchmal sehr glücklich. John Racener spielte überlegt, hielt sich im richtigen Moment zurück - und hatte einmal wirklich Glück.

++ 5.15 ++

7319 Pokerspieler hatten im Juli 10.000 Dollar bezahlt, um am Main Event teilzunehmen. Das zweitgrößte Teilnehmerfeld der Geschichte. Zwei sind noch übrig.

++ 5.10 ++

Jetzt wird auch noch der große Eric Seidel in die Hall of Fame aufgenommen - aber trotzdem wollen weder Racener noch Duhamel mit Seidel tauschen. Der saß 1988 am Finaltisch und wurde... Zweiter. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob Duhamel oder Racener mit Phil Ivey tauschen würden. Auch der hat noch nie das Main Event gewonnen. Aber er ist eben Phil Ivey.

++ 5.05 Uhr ++

Um klarzumachen, wie schlecht es für John Racener aussieht, hier ein paar Zahlen: Der Mann, der so gerne Kaugummi kaut und mit seiner Sonnenbrille so viel gefährlicher aussieht als ohne, hat gerade mal 30 Millionen Chips, vor Duhamel stehen gleich 188. Es gibt sicher viele Bilder aus dem richtigen Leben, die die Aussichtslosigkeit für Racener ganz gut klarmachen. Aber der gute alte Vergleich zwischen Arm und Reich trifft es wohl doch am besten.

++ 5 Uhr ++

Herzlich Willkommen zum SPIEGEL-ONLINE-Blog vom Heads up des WSOP Main Events. Jonathan Duhamel gegen John Racener, Kanada gegen USA, Kapuze gegen Kaugummi, viele Chips gegen wenige. Im Penn and Teller Theatre sollte es eigentlich um 8 Uhr Pacific Standard Time losgehen, aber vorher wird noch die Poker-Legende Dan Harrington in die Hall of Fame aufgenommen.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles zum Thema Flush Hour
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Fotostrecke
WSOP Main Event: Neun träumen von neun Millionen

Flush-Hour-Fans
Post für Lasse
Sie haben keine Ahnung vom Poker oder mehr als genug? Sie haben mal Phil Hellmuth abgezockt oder im Verbalduell mit Mike Matusow triumphiert? Sie haben todsichere Hände verloren oder einfach eine Frage an Lasse König? Dann schreiben Sie ihm doch einfach.