Hamburg - Usain Bolt hat wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in London eine klare Niederlage über die 100 Meter hinnehmen müssen. Bei den Jamaican Olympic Trials, der Qualifikation für die Spiele vom 27. Juli bis 12. August in London, unterlag der Jamaikaner seinem Landsmann Yohan Blake. Der 22-Jährige gewann das Finale in einer hervorragenden Zeit von 9,75 Sekunden vor Bolt (9,86) und dem ehemaligen Weltrekordhalter Asafa Powell (9,88). Alle drei sind für London qualifiziert und Top-Favoriten auf den 100-Meter-Titel.
"Trainer Mills hat mir gesagt, dass ich es schaffen kann, und ich habe daran geglaubt. Jetzt zählt nur noch Olympia", sagte Blake, der Lob von Trainingspartner Bolt bekam: "Ohne Zweifel ist er ein Klasse-Läufer. Das sage ich schon seit Jahren." Zu seiner eigenen Leistung sagte der 25-Jährige: "Neben mir hat sich Nesta vor dem Start bewegt. Als der Schuss kam, war ich nicht konzentriert. Es ist wirklich hart, gegen Leute wie Blake und Powell mit ihrem Tempo am Ende zu laufen. Deshalb ist es für mich schlecht, im Block sitzen zu bleiben."
Blake, der im Vorjahr bei der WM im südkoreanischen Daegu nach Bolts Disqualifikation den Titel geholt hatte, lief in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston sogar Weltjahresbestzeit und verbesserte seine eigene Bestleistung (9,82) um sieben Hundertstelsekunden. Blake ist damit der viertschnellste Mann der Leichtathletikgeschichte. Nur Weltrekordhalter Bolt (9,58), der Amerikaner Tyson Gay (9,69) und Powell (9,72) waren bislang schneller.
Olympiasiegerin Fraser-Pryce siegt ebenfalls mit Top-Zeit
In London findet das 100-Meter-Finale der Männer, traditionell der Höhepunkt von Olympischen Sommerspielen, am Abend des 5. August (Sonntag) statt. Bolt ist Titelverteidiger. Er gewann bei den Spielen 2008 in Peking Gold über die 100 und 200 Meter sowie mit der 4x100-Meter-Staffel Jamaikas.
Den 100-Meter-Titel bei Jamaikas Frauen holte sich Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce in der nationalen Rekordzeit von 10,70 Sekunden. Nur die drei Amerikanerinnen Florece Griffith-Joyner (10,49), Carmelita Jeter (10,64) und Marion Jones (10,65) waren jemals schneller. "Ich bin Rekord gelaufen, mehr konnte ich mir nicht wünschen", sagte Fraser-Pryce. "Jetzt will in London meinen Titel verteidigen." Zweite wurde 200-Meter-Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown (10,82) vor Kerron Stewart (10,94).
ham/sid
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