Zeitungsbericht: Radsport-Bundestrainer unter Dopingverdacht

Aufregung vor der Radsport-Weltmeisterschaft: Der Trainer der U23-Fahrer, Bernd Dittert, wird laut "Stuttgarter Zeitung" beschuldigt, als Fahrer gedopt zu haben. Er ist derzeit nur kommissarisch im Amt - sein Vorgänger wurde wegen Dopingvorwürfen beurlaubt.

Hamburg - Laut "Stuttgarter Zeitung" hat ein Radsporttrainer in Mails an Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann, das Innenministerium und BDR-Generalsekretär Martin Wolf den Nachwuchstrainer Dittert beschuldigt, in den Jahren 1987 und 1988 gedopt zu haben. Der ehemalige DDR-Amateurfahrer sei unter dem Kürzel "Be.Di." in Protokollen des Instituts für Dopinganalytik und Sportchemie Kreischa geführt worden, in denen die DDR das Staatsdoping durchführte, behauptet der Informant.

U23-Bundestrainer Dittert: "Nicht in Kreischa gewesen"
DPA

U23-Bundestrainer Dittert: "Nicht in Kreischa gewesen"

Zudem wird dem Bund Deutscher Radfahrer vorgeworfen, dass Dittert 1993 ohne vorherige Überprüfung eingestellt worden sei. Eisenmann forderte nun eine schnelle Aufklärung des Falls durch den Verband. BDR-Vizepräsident Harald Pfab sagte, das Präsidium werde sich am Mittwoch damit beschäftigen, er wolle einen Mitarbeiter jedoch nicht "wegen eines Briefs" verurteilen. Dittert habe die Vorwürfe abgestritten und behauptet, er sei "zum betreffenden Zeitpunkt gar nicht in Kreischa gewesen".

Dittert hatte das Amt des U23-Bundestrainers erst im Juni von Peter Weibel übernommen, der Ende Mai von seinem Amt wegen Dopingvorwürfen beurlaubt worden war. Der heute 47-Jährige wurde 1980 mit dem DDR-Bahnvierer Weltmeister und holte 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona Gold mit dem BDR-Straßenvierer.

Heute will der Bund Deutscher Radfahrer auch das vorläufige Aufgebot für die WM in Stuttgart vom 26. bis 30. September bekanntgeben. Einer der Kandidaten ist Erik Zabel, der von den Organisatoren wegen seiner Dopingvergangenheit nicht erwünscht ist. Kritik gab es heute schon an der Entscheidung des spanischen Verbandes, Alejandro Valverde zu nominieren. Er soll auf der Liste des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes gestanden haben.

bri/dpa

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