Protest gegen Olympia-Aus: Zweiter Ringer-Olympiasieger gibt Medaille zurück

Der Proteststurm gegen das Olympia-Aus des Ringens geht weiter: Nun hat auch der Russe Sagid Murtasalijew, Olympiasieger von 2000, seine Goldmedaille zurückgegeben. Zudem schrieb er einen Protestbrief an den IOC-Präsidenten Jacques Rogge.

Hamburg - Der Russe Sagid Murtasalijew hat als zweiter Ringer innerhalb weniger Tage aus Protest gegen den Ausschluss seiner Sportart aus dem Olympia-Programm seine olympische Goldmedaille zurückgegeben. "Ich muss zugeben, dass das eine harte Entscheidung war", sagte Murtasalijew der russischen Nachrichtenagentur R-Sport.

Der 38-Jährige hatte 2000 in Sydney in der Klasse bis 97 Kilogramm im Freistil Gold gewonnen. Die Rückgabe der Medaille stellt einen Versuch dar, Ringen als Teil der Olympischen Spiele zu bewahren. Zudem schrieb Murtasalijew, Mitglied des Parlaments von Dagestan, einen Protestbrief an IOC-Präsident Jacques Rogge.

Vor Murtasalijew hatte bereits der bulgarische Freistilringer Walentin Jordanow seine 1996 errungene Goldmedaille zurückgegeben. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte Mitte Februar überraschend beschlossen, Ringen aus dem Programm für die Sommerspiele 2020 zu streichen. Darauf hatte die weltweite Ringer-Gemeinde mit Entsetzen und Entrüstung reagiert. Die endgültige Entscheidung des IOC wird im September fallen.

leh/sid

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Olympia
desktopper 26.02.2013
Ringen war DIE Sportart der aniken Olympischen Spiele. Es jetzt aus dem (olympischen) Programm zu nehmen, zeigt deutlich, worum es geht. Nicht mehr um Sport und Leistung, sondern nur noch um Geld. Hauptsache die sexistische "Sportart" Beach Volleyball ist dabei, bei der am meisten verdient, wer am wenigsten anhat ...
2. Mammon über alles beim IOC!
sukowsky 26.02.2013
Finde ich gar nicht gut, dass der Ringer-Sport gestrichen werden soll, weil man weniger an Reklameeinnahmen hat. Ein wenig sollte schon Sport sein, an dem nicht so viel verdienen werden kann. -------Ein Armutszeugnis, was die Herren da um IOC-Präsidenten Jacques Rogge anstellen!
3. Richtiger Sport zählt hat nicht!
Xangod 26.02.2013
In Rio ist doch dafür schon Golf olympisch. Und Wuschu, Zumba und Wakeboarding sind in Planung. Also wirklich würdiger Ersatz für DEN Sport der antiken Olympischen Spiele.
4.
vogelskipper 26.02.2013
Zitat von desktopperRingen war DIE Sportart der aniken Olympischen Spiele. Es jetzt aus dem (olympischen) Programm zu nehmen, zeigt deutlich, worum es geht. Nicht mehr um Sport und Leistung, sondern nur noch um Geld. Hauptsache die sexistische "Sportart" Beach Volleyball ist dabei, bei der am meisten verdient, wer am wenigsten anhat ...
Genau den Gedanken hatte ich auch, dass es nicht angeht, dass eine Kernsportart der antiken Spiele einfach gestrichen wird. Ich frage mich, ob den Olympia-Bonzen überhaupt klar ist, welche Sportarten in der Antike dazu gehörten, dass sie so handeln. Es geht wirklich nur noch um das Geld und wahrscheinlich ist Olympia schon fast so korrupt, wie es die FIFA ist! Apropos: Die Beach Volleyballerinnen müssen notgedrungen so kurze Höschen an haben, denn das schreibt das Regelwerk so vor! Ich habe es auch erst nicht glauben wollen, aber man kann sich ja denken, was für gutgenährte Endfünfziger diese Regeln wohl im Verband durchgesetzt haben;-)
5. Schnöder Mammon
jdm11000 26.02.2013
Zitat von sysopDer Proteststurm gegen das Olympia-Aus des Ringens geht weiter: Nun hat auch der Russe Sagid Murtasalijew, Olympiasieger von 2000, seine Goldmedaille zurückgegeben. Zudem schrieb er einen Protestbrief an den IOC-Präsidenten Jacques Rogge. Zweiter Ringer-Olympiaisieger gibt Medaille zurück - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/zweiter-ringer-olympiaisieger-gibt-medaille-zurueck-a-885754.html)
Wieso wird sich hier beklagt? Nur allzugern wird dem Geld hinterhergelaufen, Olympia hat nichts mehr mit der eigentlichen Idee zu tun. Nur die Gier nach Geld zählt. Oder wer sponsort dieses Ereignis mit soviel Geld? Keine CocaCola und Konsorten macht das aus Freigibigkeit - sondern hier geht es nur um Werbeeinnahmen. Wer also CocaCola Produkte trinkt oder Apple usw kauft, macht sich solcher Entscheidungen zu eigen. Nur wer Böses denkt wird hier die Einflussnahme unterstellen.
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