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30.05.2007
 

NBA-Draft 2007

Oden und Durant - das Jahrzehnt-Duo

Von André Voigt

Fans und Experten sind sich einig: Greg Oden und Kevin Durant sind mit großem Abstand die besten Spieler im Draft-Jahrgang 2007. Aber wer von beiden ist der Bessere? Manch einen erinnert die Debatte schon an die glorreichen Tage von Hakeem Olajuwon und Michael Jordan.

Greg Oden oder Kevin Durant? In den kommenden Wochen dürfte es neben den derzeit laufenden Playoffs kein heißeres Thema für Basketballfans geben. Interessanterweise war das schon lange nicht mehr so. Sogar sehr, sehr lange. Sicher, es gab in den vergangenen Jahren immer diese gewisse Neugier, wer denn an Nummer eins in die NBA gezogen werden würde.

Wirklich kontroverse Diskussionen kamen im Vorfeld jedoch nie auf. Entweder war schon – à la LeBron James 2003 – im Vorhinein abgemacht, wer der zuerst gewählte Rookie des Jahrgangs werden würde. Oder es war aufgrund der Qualität einfach egal, so wie voriges Mal, als es hieß: Andrea Bargnani oder LaMarcus Aldridge? Leidenschaftliche Debatten ließen sich da kaum führen.

Doch 2007 ist alles anders. Seit 1986 gab es keine ähnliche Diskussion. Vor 21 Jahren waren es North Carolinas Center Brad Daugherty und Marylands Flügelspieler Len Bias, die (damals noch ausschließlich) Basketball-Amerika teilten. 1984 hatten Hakeem Olajuwon und Michael Jordan für ähnlich hitzige Diskussionen gesorgt.

Zwei Großtalente – Oden (19 Jahre alt) und Durant (18) - stehen an der Schwelle zur besten Basketball-Liga der Welt, und ganz nebenbei spalten sie dabei Fan- wie Expertenlager in aller Welt. Denn aufgrund des im vergangenen Jahr heraufgesetzten Mindestalters für NBA-Rookies orakelt niemand über geheimnisumwitterte Highschool-Kids. Nein, Odens und Durants Fähigkeiten sind präzise dokumentiert, ihre Taten als College-Freshmen wohl bekannt.

Nachwuchsstars Oden (r.) und Durant: Extraklasse im Anflug
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AP

Nachwuchsstars Oden (r.) und Durant: Extraklasse im Anflug

Oden hievte ein unerfahrenes Team der Ohio State Buckeyes bis ins NCAA-Finale 2007. Durant lieferte an der University of Texas in Austin die individuell eindrucksvollste Saison eines Uni-Neulings seit Carmelo Anthony, heute eine der Cracks bei den Denver Nuggets. Schließlich, und das macht die Debatte so sexy, stehen beide bezüglich der Basketballfertigkeiten an entgegen gesetzten Enden. Hier der vor allem defensiv dominante Center Oden, wie er nur alle zehn Jahre in die NBA kommt, dort Forward Durant, der perfekt gedrillte Punktegarant mit Killerinstinkt und Starpotenzial.

Oden verkörpert die alte Schule. Meisterteams werden idealerweise um Ausnahmecenter herum aufgebaut. So hielt es bereits Red Auerbach mit seinen Boston Celtics, Ähnliches praktizierten die Houston Rockets und die Los Angeles Lakers. Talentierte Spieler unter 2,13 Meter gibt es immer mal wieder zu haben. Ein Team kann sie per Draft, als Free Agent oder per Trade verpflichten. Dominante Giganten wie Shaquille O'Neal, Kareem Abdul-Jabbar oder Hakeem Olajuwon gibt es höchstens weit jenseits der 30, wenn die Leistungen schon nachlassen.

Oden ist die sichere Wahl. Auf Anhieb wird er Yao Mings großer Gegenspieler um die Krone des letzten echten Centers sein. Defensiv kann er ein Team durch seine bloße Präsenz als Wurfblocker von vornehmer Schüchternheit am Ball befreien. Offensiv wird er – selbst wenn er sich nie eine einzige Paradebewegung am Brett aneignen sollte (was sehr unwahrscheinlich ist) – allein dank seiner Athletik 15 bis 20 Punkte pro Spiel bringen können. Selbst der Trend zu immer kleineren Aufstellungen wird ihm wenig von seiner Effektivität nehmen, so beweglich ist Oden.

Durant wird schon jetzt von vielen aufgrund der Art und Weise, wie der Youngster das Spiel lebt, mit Michael Jordan verglichen. Wie einst Jordan oder heute Kobe Bryant zeigt der Small Forward eine Intensität, die ein Superstar braucht. Er will seinem Gegenüber 40 Punkte anheften. Will dominieren. Gewinnen. Durant weigert sich, auch nur einen Ballbesitz lang zu ruhen. Er attackiert, immer und überall, zu jeder Zeit. In ihm lodert eine durch nichts zu löschende Liebe zum Spiel. Sie ließ ihn diese absolute Disziplin entwickeln, die es braucht, um als Teenager ein derart umfassendes Wissen bezüglich der Feinheiten des Basketballs zu verinnerlichen. Dies übrigens an beiden Enden des Feldes, also auch in der Verteidigung. Wie selten ist eine solche Kombination?

Die Portland Trail Blazers, die als erstes Team wählen dürfen, können also am 28. Juni, dem Tag der NBA-Draft 2007, eigentlich nichts falsch machen. Doch wenn der zuständige Verantwortliche der glücklichen NBA-Franchise es wirklich richtig machen will, wählt er Durant. Oden wird sehr, sehr gut sein, aller Wahrscheinlichkeit nach sein Team irgendwann in die Finals, vielleicht sogar zum Titel führen.

Durant jedoch besitzt etwas Spezielles. Er wird vor unseren Augen spielerisch und körperlich reifen. Er wird einer dieser Superstars sein, die nicht nur ihr Team, sondern die Liga besser machen. Oden wird auch in zehn Jahren in etwa so sein, wie er jetzt ist. Durant kann einer der besten Spieler der Basketballgeschichte werden: eine noch nie da gewesene Mischung aus Kevin Garnett und Tracy McGrady. Und wir werden dabei sein.

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
05.06.2007 von Mahler:

Sehr richtig, aber ich habe arge Zweifel an den Ergebnissen. Sicher, die Athletik-Vergleiche mit Tracy McGrady (viel flüssiger und auch antrittsstärker) sowie Kevin Garnett (Durant in allen Aspekten überlegen: Größe, [...] mehr...

05.06.2007 von Jan_studiert:

Durant hat einen sehr weiten Weg vor sich. Enttäuschende Combine-Ergebnisse für den Next-Jordan-Hoffnungsträger. Die Resultate bringen mich natürlich nicht von meiner Meinung ab, dass Oden DER Center der nächsten Dekade wird. [...] mehr...

30.05.2007 von Mahler:

Teil II: Reden wir über Leistung oder über Potential? Odens Defensive brachte den Buckeyes eine sehr erfolgreiche Saison ein. Durants Offensive bescherte ihm viele Punkte. Ich verweise auf sein letztes College-Spiel gegen [...] mehr...

30.05.2007 von Mahler:

Teil I: Schauen wir uns die Wortwahl im Artikel doch nochmal an: ---Zitat--- Sicher, es gab in den vergangenen Jahren immer diese gewisse Neugier, wer denn *an Nummer eins in die NBA gezogen* werden würde. [...] [...] mehr...

30.05.2007 von five-dre:

TEIL II Es tut mir leid. Diese Darstellung trifft die Realität sogar sehr genau. Oden war lange durch seinen Handgelenksbruch gehandicapped - leider. Doch auch als er wieder fit war, bestand sein Offensivarsenal aus Dunks und [...] mehr...

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