Von Sven Simon
In der Geschichte der NBA gab es einige Versuche mit überdimensionierten Spielern. Mit die bekanntesten Riesen waren die Verteidigungskünstler Mark Eaton (2,25 Meter) und Manute Bol (2,29 Meter). Eaton lief elf Jahre für die Utah Jazz auf. In dieser Zeit lieferte der All Star von 1989 im Schnitt 6,0 Punkte, 7,9 Rebounds sowie 3,5 Blocks pro Partie und wurde drei Mal ins All-Defense-Team gewählt. Eaton war vier Mal bester Shotblocker der Liga, in der Saison 1984/1985 schaffte er pro Spiel 5,6 Blocks. Sein Karriereschnitt von 3,5 Blocks ist in der NBA bis heute unerreicht, allerdings wurden Blocks in den Jahren eines Bill Russell oder Wilt Chamberlain noch nicht statistisch erfasst. Die beiden begannen ihre NBA-Karriere Mitte beziehungsweise Ende der fünfziger Jahre.
Bol stand in seiner zehnjährigen NBA-Karriere bei vier Clubs unter Vertrag (Washington Bullets, Golden State Warriors, Philadelphia 76ers und Miami Heat). In dieser Zeit kam der Sudanese auf durchschnittlich 2,6 Punkte, 4,2 Rebounds und 3,3 Blocks. Bol war nur zwei Mal bester Shotblocker der Saison, traf dafür in seiner Karriere beachtliche 43 seiner 205 Dreierversuche.
Dann gab es die Akteure, denen auch in der Offensive etwas zugetraut wurde, deren Körper aber den Belastungen der NBA mit inzwischen bis zu 114 Saisonspielen auf Dauer nicht gewachsen waren.
Shawn Bradley (2,29 Meter) erreichte 1996/1997 für die Mavericks in 33 Spielen durchschnittlich 14,6 Punkte, 8,7 Rebounds und 2,7 Blocks, aber selbst in diesem Jahr war der zweite Draftpick von 1993 weit davon entfernt, eine dominierende Macht unter den Körben zu sein. Zudem bereitete Bradley seine fehlende Physis immer wieder Probleme. In fünf seiner zwölf Spielzeiten verpasste er mehr als zehn Partien aufgrund zahlreicher Verletzungen.
Die Karriere von Ralph Sampson (2,25 Meter) verlief nach steilem Start besonders enttäuschend. In den ersten drei Jahren legte der erste Draftpick von 1983 für die Houston Rockets im Schnitt 20 Punkte und zehn Rebounds auf. Danach ging es wegen Knieproblemen aber zügig bergab. In jedem der folgenden sechs Jahre verpasste der viermalige All Star mindestens 20 Spiele wegen Verletzungen. Seine Karrierewerte von durchschnittlich 15,4 Punkten und 8,8 Rebounds waren ordentlich, von einem dreifachen Collegespieler des Jahres, der 1984 zum Rookie des Jahres und ein Jahr später zum MVP des All-Star-Games gewählt worden war, hatte sich die Basketballwelt aber mehr erhofft.
Arvydas Sabonis (2,20 Meter) und vor allem Indianas Rik Smits (2,23 Meter) hatten zwar in der Offensive einiges zu bieten und zeigten das auch über einen langen Zeitraum, aber sie hatten einfach nicht das Gardemaß der restlichen hier erwähnten Profis. Das letzte Experiment mit einem überdurchschnittlich großen Spieler zelebrierten die Mavericks. Von 2004 bis 2006 stand Pavel Podkolzin bei Dallas unter Vertrag. In sechs Spielen brachte es der 2,26 Meter große Hüne aus Nowosibirsk auf vier Punkte, neun Rebounds und einen Block. Zuletzt lief er an der Seite von Ademola Okulaja für BC Khimki Moskau auf, mittlerweile soll Podkolzin wieder in seiner sibirischen Heimatstadt leben.
Auch das nächste Riesenprojekt ist schon in Planung. Sun Ming Ming ist 2,36 Meter groß und möchte in naher Zukunft Muresan als größten NBA-Spieler ablösen. Der Chinese, dessen Landsmann Yao Ming (2,29 Meter) derzeit bei Houston spielt, litt an einem mittlerweile entfernten Hirntumor, der ihn dermaßen groß werden ließ. Danach lief er in verschiedenen unterklassigen Profiligen der USA auf und hatte eine kleine Rolle im Kinofilm "Rush Hour 3" mit Jackie Chan und Chris Rock. Mit der NBA-Karriere dürfte es indes nichts werden, Sun hat wenig Talent.
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