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30.12.2007
 

NFL-Rekord

Patriots schreiben Sportgeschichte in den USA

Neue Helden hat das Land: Die New England Patriots haben als erstes Team seit 35 Jahren die reguläre American-Football-Saison ungeschlagen beendet. Zudem stellten sie mit ihrem Sieg weitere Bestmarken auf. Doch noch ist nichts gewonnen.

Hamburg - So etwas hatte selbst Bill Belichick noch nicht erlebt, dabei steht der 55-jährige Headcoach der New England Patriots seit 1975 an der Seitenlinie professioneller American-Football-Teams. Als die Spieluhr im Giants-Stadium in East Rutherford abgelaufen war, umarmte Belichick beinahe jeden Spieler und alle Assistenztrainer seines Teams - ein zeitraubendes Vorhaben bei rund 40 Aktiven und einem Dutzend Coaches. Doch es galt Geschichte zu feiern. Auch im 16. Spiel der regulären Saison der nordamerikanischen Profiliga NFL blieb seine Mannschaft ungeschlagen, siegte bei den New York Giants 38:35.

Patriots Hobbs (l.), Samuel: Teil der Geschichtsbücher
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AP

Patriots Hobbs (l.), Samuel: Teil der Geschichtsbücher

Die Patriots sind erst das zweite Team der Geschichte, dem dieses Kunststück gelang. 1972 blieben die Miami Dolphins ebenfalls ohne Niederlage, mussten damals jedoch nur 14 Partien überstehen. 1978 erweiterte die Liga die Saison um zwei Spieltage. Eines jedoch haben die Dolphins den Patriots noch voraus. Sie gewannen auch alle Begegnungen der Playoffs sowie das abschließende Endspiel, den Superbowl, und beendeten die Spielzeit mit einer Bilanz von 17 Siegen. Sollte New England seine drei möglichen Playoff-Spiele (in der ersten Runde haben sie ein Freilos) siegreich gestalten können, würden sie auf eine Bilanz von 19:0 kommen.

"Es ist aufregend, Teil dieses Teams zu sein", sagte Belichick nach der Partie, "ein großartiges Gefühl." Sein wichtigster Spieler, Quarterback Tom Brady klang ähnlich: "Ich bin stolz auf dieses Team", sagte der 30-Jährige und fügte ein etwas gedankenverlorenes "Sechzehn zu Null" hinzu. Brady, der mit den Patriots bereits dreimal den Superbowl gewonnen hat, stellte in der gestrigen Partie auch einen persönlichen Rekord auf. Sein Touchdown-Pass auf Empfänger Randy Moss zum 31:28 kurz nach Beginn des letzten Viertels war sein 50. Pass in dieser Saison, der zu sechs Punkten führte. Peyton Manning, Quarterback der Indianapolis Colts, war in der Spielzeit 2004 auf 49 gekommen.

Auch für Moss bedeutete der gefangene Pass einen persönlichen Meilenstein seiner Karriere. Zum 23. mal in dieser Spielzeit fing er einen Pass entweder bereits in der Endzone oder trug den Football dann in dieselbe. Damit setzte der 30-Jährige seinen Namen in den Geschichtsbüchern vor Receiver-Legende Jerry Rice, der vor exakt zwanzig Jahren 22 Touchdown-Pässe gefangen hatte. Insgesamt durften die Patriots in der aktuellen Spielzeit 75 Touchdowns (1984 erzielten die Miami Dolphins 70) und 589 (556, 1998 Minnesota Vikings) Punkte bejubeln - ebenfalls beides neue Rekorde.

Die perfekte Saison stand jedoch mehr auf der Kippe, als jemals bisher in der aktuellen Saison. Die 28:16-Führung der Giants (9:12 Minuten waren im dritten Viertel noch zu spielen) war der größte Punkterückstand, den New England seit Beginn der Saison hatte hinnehmen müssen. "Als wir zurücklagen und die Zuschauer gegen uns waren, fanden wir einen Weg zurück", sagte Brady und blickte voraus auf die wahrscheinlich härtesten Partien des Jahres: "Ich hoffe, wir können diese Art Football auch in den Playoffs zeigen."

Dankbare Dolphins

Ein winziger Makel wird über der perfekten Saison der Patriots liegen. Im ersten Saisonspiel gegen die New York Jets wurden sie dabei erwischt, als sie Signale der Jets-Trainer an die Spieler mit Videokameras aufnahmen. Belichick musste 500.000 Dollar, die Patriots 250.000 Dollar Strafe zahlen. Zudem darf das Team im kommenden Draft, der alljährlichen Auswahl aus den Nachwuchsspielern von den Universitäten, weniger Spieler auswählen.

Manny Fernandez, Mitglied der 1972er Dolphins, jedenfalls wäre dankbar für eine Fortsetzung der Siegesserie und den Verlust des Rekords. "Es wäre eine Erleichterung für mich", sagte der 61-jährige frühere Verteidiger und zweifache Superbowl-Gewinner. "Dann würden die Medien immer sie anrufen wenn eine Mannschaft die ersten acht, neun Spiele des Jahres gewinnt, und nicht mehr uns."

fsc/reuters/AP

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