Hamburg - Pittsburgh setzte sich am Sonntag in Tampa/Florida 27:23 (3:0, 14:7, 3:0, 7:16) gegen Arizona durch. Der entscheidende Touchdown gelang Wide Receiver Santonio Holmes im mit 70.774 Zuschauern voll besetzten Raymond-James-Stadium 35 Sekunden vor dem Ende. Für den entscheidenden Pass hatte Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger gesorgt, der sein Team bereits 2006 zum Sieg geführt hatte. Im direkten Duell der Spielmacher war jedoch Cardinals-Quarterback Kurt Warner der effektivere, wenngleich am Ende nicht glücklichere Spieler.
Warner, der das Endspiel 2000 mit den St. Louis Rams gewonnen hatte, schloss die Partie mit Pässen für einen Raumgewinn von 377 Yards ab. Er warf drei Touchdownpässe und eine Interception. Roethlisberger kam auf einen Raumgewinn von 256 Yards, zeigte sich in der Crunchtime aber nervenstark.
"Ich habe zu den Jungs gesagt: Entweder wir bringen das jetzt zu Ende oder es ist vorbei", beschrieb der erst 26-jährige Roethlisberger die Situation vor der letzten Aktion des Spiels, "ich bin sehr stolz darauf, wie das Team reagiert hat. Wir haben die richtige Antwort gegeben."
Die Steelers hatten im Finale der National Football League (NFL) scheinbar sicher 20:7 geführt, ehe Arizona eines der stärksten Comebacks im Super Bowl schaffte. Die Cardinals holten auf und gingen 2:37 Minuten vor dem Ende durch einen Touchdown von Receiver Larry Fitzgerald sogar 23:20 in Führung.
Doch dann kam der große Auftritt von Holmes, der dem Favoriten noch den Titel brachte. Der 24-Jährige, der 2006 in die NFL gekommen war, wurde auch zum MVP des Finals ("wertvollster Akteur") gewählt. "Herausragende Spieler zeigen sich, wenn es darauf ankommt", sagte Holmes.
Mike Tomlin, mit 36 Jahren jüngster Coach, der den Super Bowl gewinnen konnte, pries Holmes: "Er ist ein Typ, der extrem ehrgeizig ist und es allen zeigen will. Zum Glück wissen wir, dass auf ihn in den wichtigen Momenten Verlass ist."
Für Pittsburgh ist es der sechste Gewinn des Super Bowl in der Clubgeschichte. Somit sind die Steelers alleiniger Rekordmeister, die San Francisco 49ers und die Dallas Cowboys haben jeweils fünf Mal gewonnen. Vor dem Sieg in diesem Jahr hatte Pittsburgh bereits 1975, 1976, 1979, 1980 und 2006 triumphiert.
Arizona hatte zum ersten Mal seit 1947 wieder das Finale erreicht. Die Cardinals warten seit nunmehr 62 Jahren auf einen Titel. "Wir haben großartig gespielt", sagte Spielmacher Warner, "es war eine tolle Saison für uns."
Dem Sieger zollte Warner Respekt. "In so einer schwierigen Situation einen Touchdown zu schaffen, hat Klasse", so der 37-Jährige, der seit 2005 bei den Cardinals ist und vorher für die St. Louis Rams (1998 bis 2003) und die New York Giants (2004) gespielt hatte. "Wir haben nicht verloren, die Steelers haben gewonnen", so Warner.
| NFL-Meister seit 2000 | |
| Jahr | Team |
| 2009 | Pittsburgh Steelers |
| 2008 | New York Giants |
| 2007 | Indianapolis Colts |
| 2006 | Pittsburgh Steelers |
| 2005 | New England Patriots |
| 2004 | New England Patriots |
| 2003 | Tampa Bay Buccaneers |
| 2002 | New England Patriots |
| 2001 | Baltimore Ravens |
| 2000 | St. Louis Rams |
Cardinals-Coach Ken Whisenhunt sprach von einer "großen Enttäuschung für sein Team". Er sei aber sehr stolz auf seine Mannschaft. "Sie haben sehr stark gespielt, vor allem, wenn man bedenkt, dass kaum jemand an uns geglaubt hat", so Whisenhunt, "es ist letztlich sehr, sehr unglücklich für uns gelaufen."
NFL-Titelverteidiger New York Giants war bereits in der Divisional Round der American Football Conference (Viertelfinale) ausgeschieden. Gastgeber für den Super Bowl 2010 ist Miami, das texanische Arlington gibt sich 2011 die Ehre.
ach/dpa/sid/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik US-Sports | RSS |
| alles zum Thema US-Sports | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH