Herr Fischer, nach Silber in Salt Lake City haben Sie in Turin Ihre Karriere mit dem Gewinn der Goldmedaille gekrönt. Was bedeutet Ihnen der Olympiasieg?
Fischer: Ich habe 1994 in Lillehammer meine erste Medaille gewonnen. Damals habe ich mich gefreut, aber noch gar nicht richtig gewusst, was überhaupt passiert ist. Die Medaille heute weiß ich dagegen aufgrund meines Alters viel mehr zu schätzen. Dabei hatte ich vor dem Rennen nicht das Gefühl, dass ich Olympiasieger werde.
Frage: Ab wann haben Sie gemerkt, dass es doch zum Olympiasieg reichen könnte?
Fischer: Als ich im Liegendschießen fehlerfrei geblieben bin, hat mir das einen richtigen Schub gegeben. Da habe ich gemerkt, dass heute richtig was geht. Nach dem fehlerlosen Stehendschießen habe ich dann in der dritten Runde einfach Gas gegeben. Es war dann ein Rennen, wie man es sich wünscht.
Frage: Nach dem Zieleinlauf lagen Sie eine Minute im Zielraum. Was ging Ihnen da durch den Kopf?
Fischer: Die Minute im Ziel war die einzige Möglichkeit, nochmal für mich zu sein. Mental fiel einiges von mir ab. Ich habe sowohl die erfolgreichen als auch die weniger erfolgreichen Momente meiner Karriere Revue passieren lassen.
Frage: Sie sind jetzt 35. Würden Sie einen Start in Vancouver 2010 dennoch in Erwägung ziehen?
Fischer: Es ist sehr wichtig, dass Körper und Geist weiter eine Harmonie bilden. Wenn eines von beiden nicht mehr funktioniert, muss man aufhören. Mann kann da nicht halbherzig rangehen. Aber ich denke im Moment nicht darüber nach, meine Karriere zu beenden. Diese Entscheidung treffe ich erst nach der Saison. Aber das gleiche habe ich nach Salt Lake City auch gesagt.
Aufgezeichnet von Marc Schmidt, sid
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