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14.02.2006
 

Alpine Kombination

Amerikaner Ligety holt sensationell Gold

Dass bei diesen Olympischen Spielen in vielen Disziplinen Außenseiter den Ton angeben, wurde auch an diesem Abend deutlich. Denn die alpine Kombination der Männer gewann ein Amerikaner, den niemand zuvor auf der Rechnung hatte.

Sestriere - "Einfach unglaublich, Mann, es tut mir Leid für Bode, er hätte bei der Siegerehrung mit dabeisein sollen", sagte Ligety nach dem Rennen in die amerikanische Flagge gehüllt: "Es ist einfach total verrückt, lächerlich, ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll."

Amerikaner Ligety: Experten verblüfft
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AP

Amerikaner Ligety: Experten verblüfft

"Der 21 Jahre alte Senkrechtstarter aus Salt Lake City hatte zuvor nicht einmal ein Weltcup-Rennen gewonnen. Doch nach einer starken Abfahrt und zwei furiosen Slalom-Läufen fuhr Ligety unter dem Flutlicht über der Slalompiste "Gianni Agnelli" in 3:09,35 Minuten zum ersten alpinen Olympiasieg für die US-Männer seit dem sensationellen Abfahrtstriumph von Tommy Moe 1994 in Lillehammer.

Für einen Kombi-Olympiasieger wurden die "Stars and Stripes" noch nie bei einer Siegerehrung aufgezogen - und das für einen Außenseiter. Denn die großen Favoriten Benjamin Raich (Österreich) und Bode Miller (USA) schieden in Führung liegend im Slalom aus. Auch der Mann mit der Silbermedaille vollbrachte nie Dagewesenes: Ivica Kostelic, großer Bruder von Dreifach-Olympiasiegerin Janica Kostelic, holte nicht minder überraschend in 3:09,88 die erste Olympia-Medaille für Kroatiens Männer bei Winterspielen. Rainer Schönfelder (3:10,67) rettete Österreich wenigstens noch Bronze.

Kjetil Andre Aamodt (Norwegen), Olympiasieger 2002 in Salt Lake City, hatte wegen einer Verletzung auf die Kombination verzichtet. Wie schon in der Abfahrt am Sonntag scheiterten dagegen die großen Favoriten. Zunächst erwischte es Miller. Mit 2,06 Sekunden auf "Big Ben" Raich hatte er die Abfahrt am Morgen gewonnen, wurde aber im ersten Slalomlauf nach einem Torfehler disqualifiziert. "Das ist ja nicht das erste Mal, das mir sowas passiert", bekannte Miller, der von den sieben Weltcup-Slaloms des Winters nur zwei beendete.

Der Weg zu Gold schien danach frei für Raich, zumal sein Vorsprung auf Ligety vor dem finalen Lauf 0,86 Sekunden betrug. Doch dem Weltmeister aus dem Pitztal versagten wie so oft in dieser Saison im zweiten Slalomlauf die Nerven. Mit immer noch fünf Zehntelsekunden Vorsprung auf den Amerikaner bei der letzten Zwischenzeit scheiterte der Kombi- und Slalom-Weltmeister von 2005 in Sichtweite des Zielstrichs.

sge/sid

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