Göteborg - Trotz eines Doppelsturzes weitgehend sicher haben Sawtschenko und Szolkowy ihren ersten Weltmeistertitel gewonnen. Elf Jahre nach dem letzten deutschen WM-Triumph im Paarlauf durch ihren Trainer Ingo Steuer und seine damalige Partnerin Mandy Wötzel setzten sich die amtierenden Europameister in Göteborg gegen ein chinesisches und ein kanadisches Paar durch.
Im Kurzprogramm nach zwei Fehlern nur auf Rang zwei eingestuft, fanden Sawtschenko und Szolkowy zu ihrer Kürmusik aus dem Cirque du Soleil wieder zur gewohnten Form zurück. Rund 8000 Zuschauer im fast ausverkauften Scandinavium waren begeistert, als die fünfmaligen deutschen Meister eine Höchstschwierigkeit nach der anderen fast fehlerfrei zeigten. In Gefahr geriet der Sieg nur, als beide bei der Landung des dreifachen Salchow zu Fall kamen. Mit 202,86 Punkten zogen sie jedoch noch an den nach dem Kurzprogramm führenden Chinesen Zhang Dan und Zhang Hao (197,82) vorbei. Mit 192,78 Zählern holten sich die Kanadier Jessica Dube und Bryce Davison die Bronzemedaille.
Somit gab es für die neuen Weltmeister ungeachtet eines Eklats nach dem Kurzprogramm doch noch ein Happy End. Coach Steuer hatte insbesondere Sawtschenko seine Verärgerung über deren Patzer spüren lassen und nach der Bemerkung "Ihr seid scheiße gelaufen" ohne weiteren Kommentar die Halle verlassen. Die gebürtige Ukrainerin weinte bitterlich, auch beim Abschlusstraining am Mittwochmorgen herrschte eine eisige Atmosphäre. Dementsprechend fehlerhaft verlief die Übungseinheit.
"Es war das schlechteste Training hier in Göteborg", bestätigte Udo Dönsdorf. Der Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU) wollte diesen Konflikt aber nicht dramatisieren: "Aljona und Robin kennen Steuer und können damit umgehen." Szolkowy wagte dennoch eine indirekte Kritik. "Er ist eben noch ein junger Trainer", sagte der 28-Jährige.
Bereits am Nachmittag hatte Annette Dytrt für eine positive Überraschung gesorgt, doch trotz des besten Kurzprogramms der Saison kam bei ihr keine rechte Begeisterung auf. "Ich will mich auf keinen Fall zu früh freuen", sagte die viermalige deutsche Meisterin nach einem erstaunlich guten zwölften Platz im Zwischenklassement fast trotzig. 50,99 Punkte nach einer nahezu fehlerfreien Leistung stehen vor der Kürentscheidung am Donnerstag zu Buche und anders als bei allen anderen Wettbewerben in dieser Saison will die gebürtige Tschechin ihre gute Ausgangsposition in der vorletzten Startgruppe diesmal nicht verspielen: "Ich schalte in der Kür alle negativen Gedanken ab." In Führung liegt die Italienerin Carolina Kostner (64,28) vor den beiden Japanerinnen Mao Asada (64,10) und Yukari Nakano (61,10).
fsc/sid
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