ThemaDopingRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
13.03.2010
 

Fall Pechstein

Durchsuchung bei Eisschnelllauf-Arzt

Eisschnellläuferin Pechstein: BKA durchsuchte Praxis ihres ArztesZur Großansicht
DPA

Eisschnellläuferin Pechstein: BKA durchsuchte Praxis ihres Arztes

Er spielte im Fall Claudia Pechstein eine fragwürdige Rolle, nun ist der Mediziner Gerald Lutz offenbar ins Visier der Dopingfahnder geraten: Nach SPIEGEL-Informationen durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamts die Praxis des Orthopäden.

Die Doping-Untersuchungen des Bundeskriminalamts (BKA) sorgen bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) weiter für Wirbel. Bei der innerhalb einer Razzia in der vorvergangenen Woche durchsuchten Arztpraxis handelt es sich nach SPIEGEL-Informationen um die Räumlichkeiten des Orthopäden Gerald Lutz aus Erfurt.

Lutz spielte im Fall Claudia Pechstein eine fragwürdige Rolle: Er attestierte der Berlinerin im Februar 2009 eine Grippe, woraufhin sie von der Mehrkampf-WM in Hamar abreiste. Später wurde bekannt, dass Pechstein von erhöhten Blutwerten erfahren hatte, die einen Dopingverdacht nahelegten. Pechsteins frühere Teamkollegin Anni Friesinger-Postma hatte deswegen die Nominierung von Lutz als Olympiaarzt kritisiert. Lutz wollte sich zu der Durchsuchung nicht äußern.

Indes erneuerten DESG-Funktionäre ihre Kritik an der Veröffentlichung der Namen zweier Eisschnellläuferinnen, die das BKA ebenfalls aufgesucht hatte. Eine von ihnen, die Inzellerin Heike Hartmann, war zwei Tage später vor einem Rennen weinend zusammengebrochen. "Das war nicht verantwortbar. Heike wurde durch eine Indiskretion mit Doping in Verbindung gebracht, obwohl es sich lediglich um eine Untersuchung zur Ermittlung von Hintermännern handelte", sagt Teamchef Helge Jasch, dessen Wohnung in Bad Endorf auch durchsucht wurde.


Im SPIEGEL äußert sich Hartmann erstmals zu den Vorfällen: "Als mein Name bekannt war und öffentlich über Doping spekuliert wurde, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Wir wissen nicht einmal, was mir vorgeworfen wird. Ich war vier Tage lang wie in einem Film." Im Mai 2009 wurden bei Hartmann bei einer Trainingskontrolle auffällige Retikulozyten-Werte festgestellt. Ähnliche Blutwerte hatten bei Pechstein zu einer Sperre und zum Ausschluss von den Olympischen Spielen in Vancouver geführt.

Am kommenden Montag wollen Mediziner der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie neue Erkenntnisse präsentieren, die Pechstein entlasten sollen.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 3 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
13.03.2010 von eeg-gegner: Beschlagnahmeverbot

Man muß sich ernsthaft fragen, ob es in D noch die ärztliche Schweigepflicht und das Beschlagnahmeverbot von Arztunterlagen gemäß § 97 StPO gibt. mehr...

13.03.2010 von Emmi: Fall Pechstein ähnelt Guantanamo

Hier wie da werden Menschen ohne Beweise für ein konkretes Vergehen nur auf Grundlage von Verdachtsmomenten bestraft und um ihre Existenz gebracht. Wenn das Strafrecht auch so funktionieren würde, wären die Gefängnisse 10fach [...] mehr...

13.03.2010 von wolfman11: Kein titel

Bemerkenswert, wie SPON doch sofort eine schon lang erfolgte Durchsuchung herausholt und seine wenig rühmliche Berichterstattung in diesem Fall fortsetzt. mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
alles aus der Rubrik Wintersport
alles zum Thema Doping

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Dopingsubstanzen und ihre Wirkung

Epo/HGH

Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo), ein Peptidhormon, stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl im Organismus zirkulierender Erythrozyten führt zu einer Verbesserung der Sauerstoffaufnahmekapazität des Blutes und hat damit eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit zur Folge.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet seit mehr als zwölf Jahren den Gebrauch von Epo. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, bei denen Blutarmut auftritt. Epo gehört zur Gruppe der Peptidhormone. Ebenso wie das Wachstumshormon HGH, das zur Behandlung von Kleinwüchsigkeit eingesetzt wird. Das Wachstumshormon HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, mit langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden als Folge. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. Auch bei den Peptid-Hormonen gibt es immer neue Varianten, die mit heutigen Dopingtests nicht erkannt werden. (mit dpa)

Anabolika

Stimulanzien

Narkotika


Epo und Epo-Doping

Erythropoetin (Epo)

Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo) ist ein Eiweißhormon, das die Produktion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Körper stimuliert. Je mehr Erythrozyten im Blut, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen und zu den Körperzellen transportiert werden - die Leistungsfähigkeit steigt.

Struktur und Wirkung

Künstliches Epo

Nebenwirkungen

Epo-Mimetika

Epo-Doping und Nachweis






TOP



TOP