Whistler - Der deutsche Paralympics-Starter Thomas Oelsner hat nach seinem 14. Platz im Biathlon-Jagdrennen von Whistler am Samstag Manipulationsvorwürfe erhoben. "Das ist Sabotage gewesen", sagte der Oberhofer im ARD-Hörfunk. Die deutsche Delegation reagierte überrascht. "Ich wundere mich, dass er mir das nicht gesagt hat. Er weiß doch, dass mich so schnell nichts umwirft", sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Mannschaftssprecherin Marketa Marzoli sagte, dass man Oelsner natürlich glaube. Beweisen könne man allerdings nichts.
Oelsner hatte am Samstag in der ersten Biathlon-Entscheidung der Männer viel Zeit beim Schießen verloren, weil sein Visier verschmutzt war. Er sprach von Karamell oder Schokolade. "Da war irgendetwas reingeschmiert", sagte er. "Es vermutet ja keiner, dass so etwas im Behindertensport passiert. Das ist doch eine Familie." Gegen wen sich Oelsners Vorwürfe konkret richten, ließ der Athlet offen.
Aus der deutschen Mannschaft sollte eigentlich gar nichts zu dem Vorgang an die Öffentlichkeit dringen. Der 39 Jahre alte Oelsner wurde allerdings offensiv, weil er nicht zulassen wollte, dass er als "Schlampe" gelte. Er wollte es nicht auf sich sitzen lassen, nicht auf sein Gewehr achten zu können.
Oelsner war 2002 in Salt Lake City als erster des Dopings überführter Athlet in die damals 26-jährige Geschichte der Winter-Paralympics eingegangen und hatte danach ebenfalls Manipulationsvorwürfe geäußert. Die aktuellen Vorwürfe des 39-Jährigen beziehen sich auf das Verfolgungsrennen der Biathleten am Samstag. Dort hatte der favorisierte Thüringer als 14. das Finale verpasst.
otr/dpa/SID
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