Hamburg - Als Verena Bentele nach 1000 Metern die Ziellinie passierte, waren ihre Rivalinnen im Finale des Skilanglauf-Sprints noch nicht auf der letzten Geraden zu sehen. Mit großem Abstand fuhr sie auch bei ihrem fünften Start bei den paralympischen Winterspielen in Vancouver als Erste ins Ziel. Hinter ihr lagen die beiden Russinnen Michalina Lysowa und Ljubow Wasiljewa. "Jetzt muss mich erst mal einer zwicken, damit ich das glaube", sagte die 28-Jährige. "Jetzt wird endlich ausgiebig gefeiert."
Fünf Goldmedaillen in fünf Rennen gelangen außer ihr nur der kanadischen Skifahrerin Lauren Woolstencroft. Zudem bescherte die sehbehinderte Studentin dem deutschen Team mit ihrem historischen Erfolg einen knappen Sieg in der Nationenwertung. Zwar gewann Russland insgesamt mehr Medaillen. Durch Benteles Sieg liegt Deutschland jedoch um eine Goldmedaille vorne. Insgesamt schnitt Deutschland mit 13 Gold-, fünf Silber- und sechs Bronzemedaillen auch deutlich besser ab als in Turin 2006 (8/5/5).
Die Träume von Andrea Eskau und Frank Höfle sind hingegen geplatzt. An ihrem Geburtstag schied Eskau im Halbfinale des Langlauf-Sprints aus und schaffte es nicht, nach Gold bei den Sommerspielen in Peking (2008) als erste Athletin auch eine Goldmedaille bei den Winterspielen zu ergattern. "Ich habe heute morgen schon gespürt, dass es schwierig wird. Ich habe gehofft, die Müdigkeit rauslaufen zu können, aber leider war ich im starken Halbfinale, und da hat es eben nicht gereicht", sagte Eskau, die sich mit einer Bronze- (zehn Kilometer, Biathlon) und einer Silbermedaille (fünf Kilometer, Langlauf) trotzdem zufrieden zeigte. "Jetzt wird erst einmal Geburtstag gefeiert."
Der 42-jährige Höfle verpasste bei seinen letzten Paralympics seine 21. Medaille. Während der Spiele war Höfle als erfolgreichster deutscher Athlet von Gerd Schönfelder (22 Medaillen) abgelöst worden und blieb als einziger Finalteilnehmer ohne Medaille. "Ich bin froh, dass ich noch mal zeigen konnte, was ich drauf habe", sagte er nach dem Sprint im Skilanglauf. "Für mich waren das die schönsten Spiele."
Unterdessen erklärte der fünffache Goldmedaillengewinner Frank Oelsner sein Karriereende bei den Paralympics. "Es ist Zeit aufzuhören", sagte er. "Das waren meine fünften Paralympics seit 1994. Bei allen habe ich eine Medaille gewonnen, außer bei diesen. Die jungen Kerle rücken nach und das ist okay so." Die letzten Spiele hätten ihm trotzdem Freude bereitet, sagt der 39-Jährige.
klu/dpa/sid
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