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07.05.2010
 

Eishockey-WM

Deutschland schafft Sensation in Rekordspiel

WM-Auftaktspiel: Weltrekord auf Eis
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dpa

Zehntausendfacher Jubel in der Schalke-Arena: Zum Auftakt der Eishockey-WM hat Gastgeber Deutschland den hohen Favoriten aus den USA nach Verlängerung besiegt. Außer dem perfekten Start ins Turnier feierten die Fans auch sich selbst. Niemals zuvor sahen so viele Zuschauer ein Eishockeyspiel live.

Hamburg - Der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ist der erhoffte Traumstart in die Heim-WM geglückt: Vor 77.803 Zuschauern in der Fußballarena von Schalke 04 besiegte das Team von Bundestrainer Uwe Krupp überraschend den Olympia-Zweiten USA 2:1 (0:0, 1:0, 0:1, 1:0) nach Verlängerung. Torjäger Michael Wolf (26.) und Felix Schütz nach 21 Sekunden in der Overtime erzielten die Treffer zum ersten WM-Sieg gegen die Amerikaner seit 17 Jahren. Matchwinner war jedoch Torhüter Dennis Endras vom Vizemeister Augsburger Panther, der zahlreiche hochkarätige Chancen der amerikanischen NHL-Profis zunichtemachte. Beim 1:1 durch Ryan Carter rutschte ihm der Puck allerdings durch die Schoner (49.).

Siegtorschütze Schütz, dessen Treffer erst nach Videobeweis zählte, sagte nach der Partie: "Ich hatte ein bisschen Angst, aber die Spieler haben gesagt, dass es gut ausschaut. Es ist immer noch ein Traum", so der Spieler der Portland Pirates. Er warnte aber: "Das ist ein Spiel von vielen Spielen. Wir haben einen Superstart hingelegt und müssen so weiterspielen."

Ein Jahr nach dem WM-Debakel von Bern, als die Mannschaft nur als kommender WM-Gastgeber nicht abstieg, und drei Monate nach dem enttäuschenden Olympia-Auftritt in Vancouver (11.) zeigte das Krupp-Team eine beeindruckende Leistung. Mit dem unerwarteten Erfolg hat sich die DEB-Auswahl eine gute Ausgangsposition geschaffen, um das Ziel Zwischenrunde zu erreichen. Aus den Spielen am Montag gegen Finnland und am Mittwoch gegen Dänemark jeweils in Köln könnte schon ein Punkt zum Weiterkommen reichen.

"Das war bei weitem mein wichtigstes Länderspieltor"

Offensichtlich beeindruckt von der Kulisse hatten die DEB-Akteure zu Beginn der Partie einige Minuten benötigt, um ihre Nervosität zu überwinden. Auch die schlechte Eisqualität bereitete Probleme. Nach zerfahrenem Anfang und einigen guten US-Torchancen setzte sich Deutschland gegen Ende des ersten Drittels jedoch besser in Szene. Zunächst scheiterte Felix Schütz an Goalie Scott Clemmensen (14.), dann Marcel Müller (18.).

Wenige Minuten nach Beginn des zweiten Drittels erzielte Torjäger Wolf nach einer schönen Einzelaktion von Müller mit seinem 33. Länderspieltreffer dann das 1:0. Es war das erste WM-Tor des Iserlohners seit 2008. "Das war bei weitem mein wichtigstes Länderspieltor. Es ist einmalig, so was erlebt man nur einmal im Leben. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein", sagte Wolf. Nach der Führung überzeugte das deutsche Team mit einer konzentrierten und kämpferisch starken Defensivleistung. Speziell im Abschlussdrittel war es größtenteils ein Spiel auf ein Tor - auf das der deutschen Nationalmannschaft.

In nur vier Tagen hatten etwa hundert Arbeiter das Fußballstadion von Gelsenkirchen in das größte Eishockeystadion der Welt verwandelt. "Das war die größte Herausforderung, die wir hier bislang bewältigt haben", sagte Arena-Geschäftsführer Rüdiger Mengede. 550 Tonnen Material waren auf 33 Sattelschleppern in die Arena geschafft worden. Für den Weltrekord wurden zusätzlich 10.328 Sitzplätze und 4592 Stehplätze im Innenraum der Arena installiert.

Der bisherige Besucher-Weltrekord wurde mit 74.554 Zuschauern bei der College-Partie zwischen Michigan und Michigan State im Footballstadion von Lansing am 6. Oktober 2001 aufgestellt. Wegen der geplanten Revanche könnte die neue Bestmarke aus Gelsenkirchen bereits nach sieben Monaten wieder wackeln. Am 11. Dezember kommt es in den USA erneut zum Freiluft-Derby zwischen den College-Teams der Michigan State Spartans und der Michigan Wolverines. Erwartet werden diesmal sogar rund 108.000 Menschen.

USA - Deutschland 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:1) n.V.
0:1 Wolf (25:20)
1:1 Carter (48:28)
1:2 Schütz (60:21)
USA: Clemmensen - Johnson, Yandle; Matt Greene, Andy Greene; Hillen, Lundin; Chorney, Gilroy - Dubinsky, Okposo, Foligno; Galiardi, Moss, Oshie; Kennedy, Potulny, Nystrom; Kreider, Hanson, Carter
Deutschland: Endras - Holzer, Dietrich; Krueger, Sulzer; Butenschön, Nikolai Goc; Braun - Schütz, Marcel Goc, Gogulla; Wolf, Müller, Ullmann; Hospelt, Rankel , Hager; Felski, Tripp, Barta
Schiedsrichter: Larking (Schweden), Savage (Kanada)
Zuschauer: 77.803
Strafminuten: USA 8 - Deutschland 8

fsc/sid/dpa

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insgesamt 516 Beiträge zum Forum...
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07.06.2010 von jan-muero:

Soweit ich weiß wird erstmal weitergespielt bis zur nächsten Unterbrechung (Strafe oder Tor z.B.), der Schiri hat ja in dem Moment gedacht es sei kein Tor gefallen, also keine Spielunterbrechung. Stellt sich dann "kein [...] mehr...

04.06.2010 von Robert Rostock: and now for something completly different...

Mal ne ganz andere Frage an die Regelkundigen: Habe gestern einen Ausschnitt aus dem Stanley-Cup-Finale gesehen: Da schossen die Flyers (in Überzahl beim Stand von 1:1) auf das Tor, der Puck rutschte unter dem Torwart durch, [...] mehr...

02.06.2010 von ray4901: Ich gebs auf

Insbesondere der letzte Vergleich Düsseldorf - Bern setzt mich schachmatt. Wir müssten wohl eher mit Luxemburg fusionieren. Die Schweiz ist tatsächlich allein lebensfähig ;-) mehr...

02.06.2010 von jan-muero:

Entschuldigung, es waren 40. mehr...

02.06.2010 von jan-muero:

Und wer schmeisst die 5 mit den nicht-meisten Zusehern raus? Und wird es dadurch interessanter? Man hätte damit 2 Traditionsclubs (wenn man es auf die letzten 30 Jahre beschränkt sogar 3) weniger, an denen es nach Ansicht vieler [...] mehr...

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  • Deutschland wird Weltmeister
  • Die Mannschaft von Uwe Krupp muss in die Relegation

WM-Kader Eishockey-Nationalmannschaft

DPA
Tor: Kotschnew (Spartak Moskau), Endras (Augsburger Panther), Zepp (Eisbären Berlin)
Verteidigung: Krueger (Cornell University), Holzer (Düsseldorfer EG), Butenschön (Adler Mannheim), Fischer (EHC Wolfsburg), Dietrich (Milwaukee Admirals), Sulzer (Nashville Predators), N. Goc (Hannover Scorpions), Braun (Eisbären Berlin)
Sturm: Felski und Rankel (beide Eisbären Berlin), Wolf (Iserlohn Roosters), Hospelt (EHC Wolfsburg), Tripp (Hamburg Freezers), M. Müller und Ullmann (beide Kölner Haie), Barta (Hamburg Freezers), Hager (Krefeld Pinguine), Schütz und Gogulla (beide Portland Pirates), M. Goc (Nashville Predators)

Modus der Eishockey-WM 2010

In der Vorrunde, die in vier Gruppen zu je vier Mannschaften aufgeteilt ist, spielt jeder gegen jeden. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, wird um maximal fünf Minuten verlängert ("sudden death"), dabei stehen pro Mannschaft nur vier Feldspieler auf dem Eis. Ist danach immer noch keine Entscheidung gefallen, kommt es zum Penaltyschießen. Die ersten drei Teams jeder Gruppe ziehen in die Zwischenrunde ein, nehmen aber nur ihre gegeneinander erzielten Punkte mit. Die Zwischenrunde wird in zwei Gruppen zu je sechs Mannschaften gespielt. Die ersten Vier jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale, das ebenso wie das Halbfinale im K.o.-System gespielt wird. In dieser Turnierphase werden Spiele um maximal zehn Minuten verlängert, im Finale um 20. Die vier Gruppenletzten der Vorrunde spielen ohne Mitnahme der Punkte in der Relegationsrunde (jeder gegen jeden) zwei Absteiger aus. Sollte die Slowakei, WM-Ausrichter 2011 und damit automatisch qualifiziert, einen der letzten beiden Plätze belegen, steigt auch der Zweitplatzierte ab.

Die Vorrundengruppen der Eishockey-WM im Kurzportrait

Gruppe A

Eishockey-Rekordweltmeister Russland, Weißrussland, Slowakei und Kasachstan spielen wie die deutsche Gruppe D in Köln. Großer Favorit ist Titelverteidiger Russland, dahinter dürften sich die Slowakei und Weißrussland um Platz zwei streiten. Aufsteiger Kasachstan gilt als Außenseiter. Nach dem Viertelfinal-Aus der Russen bei Olympia in Vancouver gegen Gastgeber Kanada (3:7) lastet großer Druck auf der "Sbornaja" und Coach Slawa Bykow.

Weißrussland startet mit dem Ziel Viertelfinale, muss sich nach dem Wechsel von Nationalcoach Glen Hanlon zum Gruppenkonkurrenten Slowakei aber noch finden. Hanlons Nachfolger Michail Sacharow wurde nach dem Verpassen des Viertelfinales bei Olympia gegen die Schweiz durch Assistent Eduard Sankowez ersetzt.

Die Slowakei, Weltmeister von 2002 und Olympia-Vierter, gehört zum erweiterten Favoritenkreis. Der ehemalige NHL-Coach Hanlon soll die Slowaken rechtzeitig zur Heim-WM im kommenden Jahr nach dem 13. Platz 2008 und dem zehnten Rang 2009 zurück in die Weltspitze führen.

Kasachstan ist zwar Außenseiter, geht aber nach dem Aufstieg aus der B-Gruppe mit dem Ziel Klassenverbleib in die WM. Das Hauptstadt-Team von Barys Astana aus der osteuropäischen Kontinental Hockey League KHL bildet den Stamm des Nationalteams.

Gruppe B

Gruppe C

Gruppe D


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