Deutsche Biathlon-Staffel Gestürzt, nichts gesehen - und doch Dritter

Bei Nieselregen und Nebel haben Deutschlands Biathletinnen etwas den Durchblick verloren. Aufgrund einer mäßigen Leistung am Schießstand belegte das Quartett nur Rang drei im Staffel-Rennen von Oberhof. Deutlich treffsicherer war das ukrainische Team.

Biathletin Gössner: Rang drei mit der deutschen Staffel
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Biathletin Gössner: Rang drei mit der deutschen Staffel


Hamburg - Deutschlands Biathletinnen haben den ersten Weltcup-Heimsieg seit fünf Jahren verpasst. Zum Auftakt der Wettbewerbe in Oberhof belegten Tina Bachmann, Miriam Gössner, Franziska Hildebrand und Nadine Horchler im Staffel-Rennen Rang drei. Über die 4x6 Kilometer waren die Ukraine und Frankreich besser.

Bei Nieselregen und Nebel sowie tiefem Geläuf musste das deutsche Quartett vor 17.500 Zuschauern zwei Strafrunden von Miriam Gössner und insgesamt acht Nachlader kompensieren. Am Ende hatten die Deutschen 1:47,3 Minuten Rückstand auf die Ukraine (fünf Nachlader), zu Platz (vier) zwei fehlte gut eine Minute. Die Schwäche am Schießstand im Vergleich zum Spitzen-Duo verhinderte ein noch besseres Ergebnis. Den letzten deutschen Staffelsieg feierten die Frauen in Oberhof im Jahr 2008.

Die in dieser Saison noch nicht in Tritt gekommene Tina Bachmann stürzte nach ihrem fehlerlosen Auftaktschießen in der ersten Abfahrt. Die Loipe war angesichts der warmen Temperaturen tief und schwierig zu meistern. "Das war schon ein härterer Aufprall. Da hat es mich regelrecht ausgehebelt", sagte die Staffel-Weltmeisterin, die aufgrund des Nebels eine Kuhle übersah.

Bachmann schickte Miriam Gössner als Dritte in die Spur. Und die 22-Jährige bewies erneut ihre derzeit außergewöhnliche Laufform. Sie holte den Rückstand von 25 Sekunden zügig auf und kam als Führende zum ersten Schießen, welches sie fehlerlos absolvierte. Doch im zweiten Anschlag ging fast alles daneben, Gössner musste zweimal in die Strafrunde. "Der Diopter war zu, ich habe nichts gesehen", berichtete die 22-Jährige, die trotz der 300 Extra-Meter nur zehn Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte: "Läuferisch war es wieder sehr gut."

Die schießstarke Franziska Hildebrand leistete sich drei Nachlader und konnte auf der Strecke wie erwartet nicht mit der Spitze mithalten. "Ich hatte kalte und nasse Finger, deshalb habe ich so lange bei den Nachladern gebraucht", sagte Hildebrand. Die erstmals als Schlussläuferin eingesetzte Horchler verteidigte Rang drei.

Für die Damen geht es in Oberhof am Samstag (14.30 Uhr) mit dem Sprint weiter. Zuvor steht noch das Staffel-Rennen der Herren am Freitag (17.30 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf dem Programm.

leh/dpa/sid



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