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Biathlon in Oberhof: Sachenbacher-Stehle erfüllt Olympia-Norm

Biathletin Sachenbacher-Stehle: "Ich bin ganz locker an die Sache rangegangen" Zur Großansicht
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Biathletin Sachenbacher-Stehle: "Ich bin ganz locker an die Sache rangegangen"

Die deutschen Biathleten liefen bei den Sprintrennen beim Weltcup in Oberhof hinterher. Allein Evi Sachenbacher-Stehle sorgte mit dem Erfüllen der Norm für die Olympischen Winterspiele für einen Lichtblick. Miriam Gössner tat sich hingegen erneut schwer.

Hamburg - Einzig Evi Sachenbacher-Stehle hatte beim Auftakt des Heim-Weltcups in Oberhof Grund zur Freude. Der Biathletin lief auf Rang sieben und erfüllte damit die Norm für die Olympischen Winterspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar). Im Sprint über 7,5 Kilometer schoss Sachenbacher-Stehle bei widrigen Wetterbedingungen mit Nebel und Regen zwei Fehler, schaffte aber dank einer starken Laufleistung ihr mit Abstand bestes Saisonergebnis.

"Ich bin jetzt wirklich glücklich, da ich in den vergangenen Wochen viel gezweifelt habe", sagte Sachenbacher-Stehle der ARD: "Ich bin ganz locker an die Sache rangegangen und habe gedacht: Wenn ich es nicht schaffe, bleibe ich eben daheim. Jetzt bin ich aber sehr froh."

Auf die Siegerin Darja Domratschewa aus Weißrussland (1 Fehler) hatte die Deutsche 1:17,0 Minuten Rückstand. Zweite wurde Kaisa Mäkäräinen aus Finnland (2/+29,8 Sekunden) vor der Ukrainerin Olena Pidhruschna (0/+36,4).

Von Sachenbacher-Stehles Teamkolleginnen konnten einzig noch Franziska Hildebrand als 18. und Nadine Horchler mit sich zufrieden sein. Dagegen wurde Andrea Henkel, die nach der Saison ihre Karriere beendet, bei ihrem letzten Sprint in Oberhof nach vier Strafrunden nur enttäuschende 37.

Noch weiter hinten landete Miriam Gössner, die Rang 53 belegte. Nach ihrem schweren Radsturz im Frühjahr vergangenen Jahres mit vier gebrochenen Wirbeln sucht Gössner noch immer nach ihrer Form, die Olympia-Norm hat sie zudem noch nicht erfüllt. "Im Laufen war es sehr, sehr schwer für mich. Ich habe mich nicht wirklich bewegen können. Ich glaube, man hat es auch gesehen", sagte Gössner.

DSV will sich mit Oberhof für die WM 2020 oder 2021 bewerben

Zuvor war auch den deutschen Männern keine Top-Platzierung gelungen. Im Sprint über zehn Kilometer belegte Arnd Peiffer als bester DSV-Athlet Rang acht. Der 26-Jährige schoss zwei Fehler und hatte 42,8 Sekunden Rückstand auf Sieger Emil Hegle Svendsen, der sich knapp gegen seinen norwegischen Landsmann Ole Einar Björndalen (2 Fehler/+0,4 Sekunden) durchsetzte. Dritter wurde Martin Fourcade (3/+21,7) aus Frankreich.

Die weiteren deutschen Starter kamen nicht in die Nähe der Top Ten: Christoph Stephan (3) belegte Rang 18, Andreas Birnbacher wurde nach zwei Fehlern 20. Daniel Böhm (2) kam auf Platz 24, direkter dahinter landete Simon Schempp (3). Erik Lesser hatte aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig auf einen Start verzichtet. Wie Bundestrainer Uwe Müssiggang kurz vor Beginn des Rennens mitteilte, sei dies "eine reine Vorsichtsmaßnahme" gewesen.

Der Start des Weltcups war wie die Etappen der Tour de Ski wegen der zu warmen Witterung nur durch einen Kraftakt mit unzähligen Helfern zu realisieren. Sie hatten Schnee aus anderen Regionen in den thüringischen Wintersportort gebracht, damit die Strecken halbwegs weltcuptauglich präpariert werden konnten.

Am Rande des Weltcups teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit, dass er sich mit Oberhof um die Durchführung der Biathlon-Weltmeisterschaften 2020 oder 2021 bewerben will. Über das für die Modernisierungsmaßnahmen benötigte Finanzvolumen wurden auf der Pressekonferenz keine Angaben gemacht. Heike Taubert, die in der Thüringer Landesregierung für den Sport zuständige Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, verwies auf eine Studie, die momentan von einer Ingenieursgesellschaft erstellt wird und bis Februar vorliegen soll. "Dann können wir fundiert sagen, was wir brauchen", sagte die SPD-Politikerin.

max/dpa/sid

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1. Wie machen die Norweger das nur?
axelmueller1976 03.01.2014
Wenn ein 40jähriger Norweger mit gleich vielen Schießfehlern den restlichen Weltklasse-Biathleten eine Minute beim laufen einschenkt ,sollte die Frage erlaubt sein wie geht so etwas ohne Hilfsmittel.
2. ob Evi Sa. St.
Veterano48 03.01.2014
die Olympianorm für Sotschi erfüllt hat oder nicht, aber jetzt doch sehr froh ist, und Frau Gössner trösten muss, hat schon einen bedeutenden Mitteilungswert. Die Verteilung der Schneemasse von A nach B und die damit verbundene Kostenermittlung wäre auch interessant. Aber das ist Schnee von gestern und irgend jemand tickt hier nicht ganz richtig.
3. Da die Patronen ...
un-Diplomat 03.01.2014
Zitat von axelmueller1976Wenn ein 40jähriger Norweger mit gleich vielen Schießfehlern den restlichen Weltklasse-Biathleten eine Minute beim laufen einschenkt ,sollte die Frage erlaubt sein wie geht so etwas ohne Hilfsmittel.
... kaum gedopt sein können, sind die Hilfsmittel beim L(L)aufen eigentlich nur auf die Benutzung der zwei erlaubten Stöcke zurückzuführen, oder das verseuchte Ski-Wachs, oder auf die Zurufe der Trainer: "... auf gehts, hopp, hopp, hopp ...". Was ist eine Minute in Ihrem Leben denn Wert ohne Kaffee, Schokolade, Glühwein oder Bier?
4. Schwache Vorstellung
allster 03.01.2014
Die Favoriten haben gesiegt . Dazu gehört seit dem Rücktritt von Frau Neuner kein deutscher Biathlet mehr . Leider. Wir waren mal Weltklasse . Damals hieß es noch :" Einer kommt schon durch "! Vielleicht sind die ehemaligen Top Athleten doch nicht die besten Trainer. Die besseren trainieren jetzt wohl Österreich und Slovenien .
5. Oder
teletube 03.01.2014
Zitat von un-Diplomat... kaum gedopt sein können, sind die Hilfsmittel beim L(L)aufen eigentlich nur auf die Benutzung der zwei erlaubten Stöcke zurückzuführen, oder das verseuchte Ski-Wachs, oder auf die Zurufe der Trainer: "... auf gehts, hopp, hopp, hopp ...". Was ist eine Minute in Ihrem Leben denn Wert ohne Kaffee, Schokolade, Glühwein oder Bier?
halt auf das, was der Forist tatsächlich gemeint hat: Doping - und zwar das für den menschlichen Körper. Das reichste Flächenland in Europa dürfte wohl kaum Schwierigkeiten haben, sich "Mittelchen" zu besorgen, die von den Dopingjägern noch garnicht nachgewiesen werden können. Aber man kann auch gern an die Mär vom 40-jährigen norwegischen Naturburschen glauben, der sich mit Kaffee, Schokolade, Glühwein und Bier dopt...
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Neuner, Disl und Co.: Die besten deutschen Biathletinnen der Geschichte

Biathlon-Disziplinen
Einzel
Der älteste Biathlon-Wettkampf ist mit 15 Kilometern bei den Frauen sowie 20 Kilometern bei den Männern der längste. Viermal wird geschossen, zweimal liegend, zweimal stehend - im Wechsel. Pro Fehlschuss gibt es eine Strafminute, der Zeitschnellste gewinnt.
Sprint
Mit 7,5 Kilometern bei den Frauen und 10 Kilometern bei den Männern der kürzeste Wettkampf. Erst wird liegend geschossen, dann stehend. Pro Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Der Zeitschnellste gewinnt.
Verfolgung
Auch Jagdrennen genannt. Der Sieger des Sprints geht als Erster in die Loipe. 10 (Frauen) beziehungsweise 12,5 (Männer) Kilometer sind zu absolvieren. In den Zeitabständen aus dem Sprintrennen jagt das restliche Feld den Führenden. Viermal wird geschossen, erst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Pro Fehler gibt es eine Strafrunde. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.
Massenstart
Die 30 Starter ergeben sich anhand der Weltcupwertung. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen sind zudem alle Medaillengewinner der vorherigen Wettbewerbe automatisch qualifiziert. Vier Schießeinlagen (liegend, liegend, stehend, stehend) stehen auf dem Programm, die Laufstrecke beträgt 12,5 (Frauen) beziehungsweise 15 (Männer) Kilometer. Geht ein Schuss daneben, wartet die Strafrunde (150 Meter). Sieger ist, wer zuerst die Ziellinie überquert.
Staffel
Gestartet wird im Quartett - die Frauen müssen 4x6 Kilometer laufen, die Männer 4x7,5 Kilometer. Jeder Läufer hat bei seinen zwei Schießeinlagen (liegend und stehend) jeweils drei Nachlader (Zusatzschüsse). Reichen diese nicht aus, muss pro nicht getroffener Scheibe eine Strafrunde absolviert werden. Beim Wechsel muss es zwischen den Teamgefährten in der 30 Meter langen Wechselzone einen eindeutigen Körperkontakt geben, sonst droht die Disqualifikation. Die schnellste Staffel gewinnt.
Mixed-Staffel
Das Quartett besteht aus zwei Frauen und zwei Männern. Erst laufen die Frauen jeweils 6, dann die Herren jeweils 7,5 Kilometer. Jeder Starter muss zweimal schießen (liegend und stehend). Es gibt drei Nachlader pro Starter, sonst droht die Strafrunde. Sieger ist das Quartett, welches als erstes im Ziel ist. Das Mixed-Rennen ist 2014 erstmals olympisch.

Quellen: dpa und sid

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