Hamburg - Beim Biathlon-Weltcup im italienischen Antholz musste sich Magdalena Neuner mit Rang drei im Massenstart zufrieden geben. Über die 12,5 Kilometer leistete sich die Rekordweltmeisterin im letzten Schießen in Führung liegend zwei Fehler. Am Ende hatte die Deutsche 32,1 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Weißrussin Darja Domratschewa (35:03,06 Minuten, 2 Fehler). Zweite wurde Anastasija Kuzmina aus der Slowakei (+25,2 Sekunden, 1).
Neuner bestimmte zunächst das Tempo, blieb in beiden Liegendschießen ohne Fehler. Auch im Stehendanschlag schoss sie zunächst makellos, patzte aber im letzten Schießen. Im Gesamtweltcup verteidigte Neuner (696 Punkte) mit ihrem elften Podestplatz der Saison ihre Führung, Domratschewa (639) verkürzte den Rückstand aber auf 57 Punkte. Für einen Sieg gibt es 60 Punkte. Zum Auftakt des Weltcups in Antholz hatte Neuner den Sprint gewonnen. In der Staffel hatte das deutsche Team am Samstag den sechsten Rang belegt.
Zweitbeste Deutsche war Andrea Henkel, die zuletzt mit einer Fußverletzung pausiert hatte, mit zwei Schießfehlern auf dem 13. Platz. Tina Bachmann (23.), Franziska Hildebrand (25.) und Miriam Gössner (30.) enttäuschten. Gössner hatte allerdings nach dem Start einen Stock verloren.
Männer-Staffel wird Zweite hinter Frankreich
Für eine Überraschung sorgte die deutsche Männer-Staffel. In einer Notbesetzung liefen Michael Rösch, Andreas Birnbacher, Florian Graf und Arnd Peiffer auf Rang zwei. Über die 4x7,5 Kilometer kam das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zwölf Sekunden hinter Sieger Frankreich ins Ziel (1:12:14,7 Stunden). Dritter wurde Österreich (+41,7 Sekunden).
Bei Deutschland fehlten Michael Greis wegen einer leichten Erkältung und Simon Schempp, der komplett aus Krankheitsgründen auf einen Start in Antholz verzichtet hatte. Dafür rückten Rösch und Graf ins Team, beide konnten überzeugen. Rösch, der im Sprint als 83. enttäuscht hatte, übergab als Vierter auf Birnbacher, der das Quartett sogar in Führung brachte.
"Stehend habe ich eine leichte Konzentrationsschwäche gehabt, aber ansonsten ging es ganz gut. Läuferisch war ich wieder gut drauf", sagte Birnbacher. Graf musste nach zwei Nachladern zwar die Franzosen passieren lassen, übergab jedoch als Zweiter. Ein fehlerfreies Schießen im Liegen von Peiffer ließ die deutschen Fans kurzzeitig auf einen Sieg hoffen, doch nach dem Stehendanschlag musste der 24-Jährige eine Strafrunde absolvieren und konnte Frankreichs Schlussläufer Martin Fourcade danach nicht mehr einholen.
max/sid/dpa
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