Herren-Staffel bei der Biathlon-WM: Lessers Schieß-Patzer kosten Deutschland Silber

Endlich! Deutschlands Männer haben bei der Biathlon-WM in Nove Mesto ihre erste Medaille gewonnen. Im Staffel-Rennen schossen die DSV-Athleten zunächst überragend - doch dann versagten bei Erik Lesser die Nerven.

Biathlet Lesser: Schwache Schießleistung in der Staffel Zur Großansicht
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Biathlet Lesser: Schwache Schießleistung in der Staffel

Hamburg - Welch ein Drama in der Herren-Staffel: Deutschlands Biahleten boten ihre bislang beste Leistung bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto und lagen lange auf Silberkurs. Beim letzten Schießen hatte Erik Lesser dann einen folgenschweren Blackout und traf nur drei von acht Schüssen. Er musste zweimal in die Strafrunde und wurde so auf der letzten Runde noch vom Franzosen Martin Fourcade abgefangen.

"Druck habe ich eigentlich nicht verspürt, es war einfach Unvermögen. Ich weiß nicht, warum ich die Dinger daneben schieße. Man kann sich natürlich über die Bronzemedaille freuen, aber ich brauche noch ein bisschen", sagte Lesser.

Dennoch blieb Deutschlands Team um Lesser, Simon Schempp, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer mit Bronze die zweite Medaille bei den Titelkämpfen, nachdem zuvor Andrea Henkel im Einzel Silber gewonnen hatte. Gold in der Herren-Staffel holte Norwegen.

Keine Vorwürfe an Lesser

"Die Medaille ist sehr viel wert, sie war verdammt wichtig für uns", sagte Birnbacher sichtlich erleichtert. Vorwürfe an Lesser gab es nicht, obwohl ihn seine drei Kollegen mit ihren jeweils fehlerfreien Schießeinlagen in eine Top-Position gebracht hatten. "Erik hat sich der Verantwortung der schwierigsten Position gestellt. Ich hätte nach drei Strafrunden den dritten Rang sicher nicht gehalten. Bronze ist ein Riesending für uns", sagte Peiffer.

Nach den 4x7,5 Kilometern hatte Deutschland 1:18,5 Minuten Rückstand auf die Norweger. Frankreich lag 1:12,8 Minuten hinter den Siegern. Für Svendsen war es bereits das vierte Gold in Nove Mesto. Nach seinem letzten Schuss hatte der extrovertierte Trondheimer gar die Muße, sich zum Publikum umzudrehen und für zwei Sekunden schon mal feiern zu lassen. Für Rekord-Champion Ole Einar Björndalen war es der 19. Weltmeistertitel.

Damit bleibt den Männern im abschließenden Massenstart über 15 Kilometer am Sonntag (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Chance zu einer weiteren Medaille und einem versöhnlichen Abschluss. Zuvor werden die Frauen über 12,5 Kilometer (12 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ihr zweites Edelmetall in Tschechien anpeilen.

leh/sid

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Es wäre sehr nett...
greentiger 16.02.2013
Zitat von sysopDPAEndlich! Deutschlands Männer haben bei der Biathlon-WM in Nove Mesto ihre erste Medaille gewonnen. Im Staffel-Rennen schossen die DSV-Athleten zunächst überragend - doch dann versagten bei Erik Lesser die Nerven. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/biathlon-lessers-schiess-patzer-kosten-sensations-silber-a-883840.html
...wenn SPON mal ein klein wenig das Positive darstellen würde: Vor dem Rennen hat nicht wirklich jemand mit einem Podiumsplatz für das Deutsche Team gerechnet - ausser vielleicht einige der "wir sind die Grössten"-Spinner. Dieser dritte Platz ist ein sehr schöner Erfolg.
2.
Xtasy178 16.02.2013
Ja jetzt wird der Schiesssport gelobt.. Sonst soll alles verboten werden
3. Ganz meine Meinung!
Mimimat 16.02.2013
Zitat von greentiger...wenn SPON mal ein klein wenig das Positive darstellen würde: Vor dem Rennen hat nicht wirklich jemand mit einem Podiumsplatz für das Deutsche Team gerechnet - ausser vielleicht einige der "wir sind die Grössten"-Spinner. Dieser dritte Platz ist ein sehr schöner Erfolg.
Des weiteren kam in den Interwiews heraus, dass Lesser die nervliche bürde des Schlussläufers offenbar übernommen hat, weil die anderen nicht wollten. Wenn man dann seine geringe Erfahrung bedenkt, dann hat er die Sache nicht total verbockt. Schließlich hat er sich noch zum 3. Platz durchgebissen. Und sein 1. Schiessen war ja fehlerfrei. Sollte man auch mal anerkennen.
4. Der dritte Platz
kagemusha 16.02.2013
Zitat von greentiger...wenn SPON mal ein klein wenig das Positive darstellen würde: Vor dem Rennen hat nicht wirklich jemand mit einem Podiumsplatz für das Deutsche Team gerechnet - ausser vielleicht einige der "wir sind die Grössten"-Spinner. Dieser dritte Platz ist ein sehr schöner Erfolg.
......... für ein allenfalls zweitklassiges deutsches Team.
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Zeitplan Biathlon-WM
  • DPA
    Donnerstag, 7. Februar
    17.30 Uhr: Mixed-Staffel

    Samstag, 9. Februar
    13.00 Uhr: Sprint Männer
    16.15 Uhr: Sprint Frauen

    Sonntag, 10. Februar
    13.00 Uhr: Verfolgung Männer
    16.15 Uhr: Verfolgung Frauen

    Mittwoch, 13. Februar
    17.15 Uhr: Einzel Frauen

    Donnerstag, 14. Februar
    17.15 Uhr: Einzel Männer

    Freitag, 15. Februar
    17.15 Uhr: Staffel Frauen

    Samstag, 16. Februar
    15.15 Uhr: Staffel Männer

    Sonntag, 17. Februar
    12.00 Uhr: Massenstart Frauen
    15.15 Uhr: Massenstart Männer

Biathlon-Disziplinen
Einzel
Der älteste Biathlon-Wettkampf ist mit 15 Kilometern bei den Frauen sowie 20 Kilometern bei den Männern der längste. Viermal wird geschossen, zweimal liegend, zweimal stehend - im Wechsel. Pro Fehlschuss gibt es eine Strafminute, der Zeitschnellste gewinnt.
Sprint
Mit 7,5 Kilometern bei den Frauen und 10 Kilometern bei den Männern der kürzeste Wettkampf. Erst wird liegend geschossen, dann stehend. Pro Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Der Zeitschnellste gewinnt.
Verfolgung
Auch Jagdrennen genannt. Der Sieger des Sprints geht als Erster in die Loipe. 10 (Frauen) beziehungsweise 12,5 (Männer) Kilometer sind zu absolvieren. In den Zeitabständen aus dem Sprintrennen jagt das restliche Feld den Führenden. Viermal wird geschossen, erst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Pro Fehler gibt es eine Strafrunde. Wer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.
Massenstart
Die 30 Starter ergeben sich anhand der Weltcupwertung. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen sind zudem alle Medaillengewinner der vorherigen Wettbewerbe automatisch qualifiziert. Vier Schießeinlagen (liegend, liegend, stehend, stehend) stehen auf dem Programm, die Laufstrecke beträgt 12,5 (Frauen) beziehungsweise 15 (Männer) Kilometer. Geht ein Schuss daneben, wartet die Strafrunde (150 Meter). Sieger ist, wer zuerst die Ziellinie überquert.
Staffel
Gestartet wird im Quartett - die Frauen müssen 4x6 Kilometer laufen, die Männer 4x7,5 Kilometer. Jeder Läufer hat bei seinen zwei Schießeinlagen (liegend und stehend) jeweils drei Nachlader (Zusatzschüsse). Reichen diese nicht aus, muss pro nicht getroffener Scheibe eine Strafrunde absolviert werden. Beim Wechsel muss es zwischen den Teamgefährten in der 30 Meter langen Wechselzone einen eindeutigen Körperkontakt geben, sonst droht die Disqualifikation. Die schnellste Staffel gewinnt.
Mixed-Staffel
Das Quartett besteht aus zwei Frauen und zwei Männern. Erst laufen die Frauen jeweils 6, dann die Herren jeweils 7,5 Kilometer. Jeder Starter muss zweimal schießen (liegend und stehend). Es gibt drei Nachlader pro Starter, sonst droht die Strafrunde. Sieger ist das Quartett, welches als erstes im Ziel ist. Das Mixed-Rennen ist 2014 erstmals olympisch.

Quellen: dpa und sid