Biathlon: Neuners Patzer kosten den Staffel-Sieg

Sie waren auf Siegkurs, doch ausgerechnet Magdalena Neuner verhinderte den Erfolg der deutschen Biathlon-Staffel in Oberhof. Gleich viermal musste die Doppel-Olympiasiegerin auf die Strafrunde. Am Ende kam das DSV-Team noch nicht einmal aufs Podest.

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Enttäuschte Biathletin Neuner: "Ich habe es total verkackt"

Hamburg - Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat die deutsche Staffel um einen möglichen Heimsieg gebracht. Zum Auftakt des Weltcups in Oberhof leistete sich die Doppel-Olympiasiegerin beim letzten Stehendschießen gleich vier Strafrunden und gab den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand.

"Das ist blöd. Ich habe es total verkackt. Das kann man nicht treffender formulieren. Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl und habe nicht verstanden, warum die Scheiben nicht gefallen sind. Am Ende habe ich resigniert", sagte die enttäuschte Neuner nach dem Rennen.

Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Andrea Henkel, Tina Bachmann, Sabrina Buchholz und Neuner landete vor 19.000 Zuschauern über 4x6 Kilometer letztlich nur auf Rang vier. Die russische Staffel mit Anna Bogalij-Titowets, Swetlana Sleptsowa, Olga Saizewa und Olga Wiluchina gewann vor Norwegen und Frankreich.

Neuner war als Schlussläuferin an Position zwei mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die führenden Russinnen auf die Loipe gegangen. Nach null Fehlern im Liegendschießen hatte die 24-Jährige im Stehendschießen trotz dreier Nachlader nur einen Treffer und musste vier Strafrunden drehen.

Bachmann stürzt nach Kollision mit Gerekova

Startläuferin Henkel hatte zuvor nach einer guten Vorstellung in der Loipe und nur einem Nachlader beim Liegendschießen beim zweiten Anschlag zittern müssen, doch mit dem dritten Nachlader fiel auch die fünfte Scheibe. Die Doppel-Olympiasiegerin von 2002 wechselte auf Position zwei liegend. "Drei Nachlader für den letzten Treffer waren definitiv zu viel. Ich musste mich sehr zusammenreißen, um die Strafrunde zu vermeiden", sagte Henkel

Einzel-Vizeweltmeisterin Bachmann setzte sich dann mit einem perfekten Liegendschießen an die Spitze des Feldes und konnte die Führung trotz zweier Nachlader im Stehendanschlag und eines Sturzes nach einem Zusammenprall mit der Slowakin Jana Gerekova auf der Schlussrunde halten.

Buchholz, die nach dem enttäuschenden sechsten Platz im ersten Staffelrennen des Winters für Franziska Hildebrand nachnominiert wurde, war mit insgesamt drei Nachladern gut unterwegs. Erst auf den letzten Metern musste sie die russische Olympiasiegerin Olga Saizewa ziehen lassen und wechselte mit 1,8 Sekunden Rückstand als Zweite. "Auf der letzten Runde musste ich ganz schön beißen, aber ich bin glücklich, dass ich dagegen halten konnte", sagte Buchholz.

Fortgesetzt wird der Weltcup in Oberhof am Donnerstag (18.20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit der Männer-Staffel. Für den DSV gehen Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Florian Graf und Arnd Peiffer an den Start. Im vergangenen Winter hatten die deutschen Skijäger dort einen Heimsieg gefeiert.

bka/sid/dpa

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Neuner, Disl und Co.: Die besten deutschen Biathletinnen der Geschichte

Biathlon: Gewinnerinnen Gesamt-Weltcup
Jahr Name (Land)
2013 Tora Berger (Norwegen)
2012 Magdalena Neuner (Deutschland)
2011 Kaisa Mäkäräinen (Finnland)
2010 Magdalena Neuner (Deutschland)
2009 Helena Jonsson (Schweden)
2008 Magdalena Neuner (Deutschland)
2007 Andrea Henkel (Deutschland)
2006 Kati Wilhelm (Deutschland)
2005 Sandrine Bailly (Frankreich)
2004 Liv Greté Poirée (Norwegen)
2003 Martina Glagow (Deutschland)
2002 Magdalena Forsberg (Schweden)
2001 Magdalena Forsberg (Schweden)
2000 Magdalena Forsberg (Schweden)
Gewinner Biathlon-Gesamtweltcup seit 2000
Jahr Name (Land)
2012 Martin Fourcade (Frankreich)
2011 Tarjei Bø (Norwegen)
2010 Emil Hegle Svendsen (Norwegen)
2009 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2008 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2007 Michael Greis (Deutschland)
2006 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2005 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2004 Raphaël Poirée (Frankreich)
2003 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2002 Raphaël Poirée (Frankreich)
2001 Raphaël Poirée (Frankreich)
2000 Raphaël Poirée (Frankreich)