Wintersport Sachenbacher-Stehle beendet ihre Karriere

Schluss. Aus. Vorbei. Trotz der Verkürzung ihrer zweijährigen Dopingsperre hat die zum Biathlon gewechselte Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle ihre Sportkarriere nun überraschend beendet.

Wintersportlerin Sachenbacher-Stehle: Karriere beendet
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Wintersportlerin Sachenbacher-Stehle: Karriere beendet


Hamburg - Evi Sachenbacher-Stehle beendet ihre Wintersportkarriere. "Drei Monate Training fehlen, mich haben die letzten Monate sehr viel Kraft gekostet, man ist mit mir auch menschlich nicht immer gut umgegangen", sagte die 34-Jährige in der ARD-"Sportschau". "Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen, ich fühle mich nicht in der Lage, den Winter so zu bestreiten, dass ich meinen Ansprüchen genüge und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, dass ich meine aktive Karriere beenden werde."

Erst vor 16 Tagen hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas die zweijährige Dopingsperre der zum Biathlon gewechselten Langlauf-Olympiasiegerin auf sechs Monate verkürzt. Sachenbacher-Stehle war in Sotschi nach einem Biathlon-Rennen positiv auf die nur im Wettkampf verbotene Stimulanz Methylhexanamin getestet worden. Den positiven Test hatte sie mit einem von einem privaten Ernährungsberater verunreinigten Teepulver erklärt.

Vom Biathlon-Weltverband IBU war sie mit der Höchststrafe von zwei Jahren belegt worden. Dagegen hatte sie vor dem Cas geklagt, der das Urteil am 14. November revidiert und auf sechs Monate verkürzt hatte. "Das Urteil hat klargestellt, dass ich nicht absichtlich gedopt habe, dass ich in keiner Weise betrügen wollte", sagte Sachenbacher-Stehle.

Schon im Vorfeld der Winterspiele in Turin 2006 war sie als Langläuferin wegen eines erhöhten Hämoglobinwerts mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden. Auch damals hatte sie quasi geschworen, "noch nie in meinem Leben durch Einnahme verbotener Mittel oder durch sonstige unlautere Methoden in irgendeiner Weise manipuliert zu haben".

Im Langlauf hat Sachenbacher-Stehle insgesamt zehn Olympia- und WM-Medaillen gewonnen. Im März 2012 hatte sie ihren Wechsel ins Biathlon-Lager bekanntgegeben. Nun will sie sich auf ihr Studium der Ernährungswissenschaften konzentrieren.

tpr/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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jujo 30.11.2014
1. ...
Gedopt hin oder her. Mit 34 "it´s time to say goodbye" Es gibt auch ein Leben nach dem Sport. Zudem war ihre Biathlon Zeit auch nicht so wirklich toll.
vogelskipper 30.11.2014
2. Danke Evi!
Mein Eindruck ist, dass man sie praktisch nur noch auf diese Doping-Sache reduziert und das ist wirklich nicht fair, denn sie hat viel geleistet und auch großartige Erfolge gehabt. @jujo Sagen Sie das mal einem Emil Hegle Svendson;-)
ladozs 30.11.2014
3. Einzig möglicher Weg,
der ihr noch verblieben war,ein Weitermachen wäre skandalös und ein Schlag ins Gesicht aller sauberen Athleten.Auch wenn es in einem solchen Fall immer eine Grauzone gibt,waren am Ende einfach zu viele Monster in ihrem Keller, die sich unglücklicherweise auch noch von sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln ernähern.
shooop 30.11.2014
4. Richtiger Schritt
Evi Sachenbacher-Stehle hat's verbockt. So sieht's aus. Dank ihrer zwei Vorfälle mit dem Verdacht des Dopings weiß heute nur noch sie selbst, ob sie sauber war. Ich wünsche ihr nach einer Übergangszeit, wo sie das ganze verarbeiten kann und die Lehren für ihr Leben zieht, einen unbelasteten Neuanfang.
schrimpfs 30.11.2014
5. Ein guter Tag für den deutschen Sport
Der deutsche Sport hat eine dubiose Figur weniger! Verkürzung der Sperre hin oder her. Ein fader Beigeschmack bleibt allemal, schon allein deshalb, weil es ja nicht nur einmal fragwürdig um sie war. Die mit Engelszungen und Krokodilstränen vorgetragenen Entschuldigungen klangen eher nach Aus flüchten als nach plausiblen Erklärungen! Endlich!
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