Biathlon-Weltcup Frauen-Staffel enttäuscht auf Platz sechs

Stark auf der Strecke, schlecht beim Schießen: Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat in Oberhof den sechsten Platz belegt. Beim Sieg des schwedischen Teams leisteten sich die DSV-Athletinnen neun Strafrunden. Zweiter wurde Frankreich, Platz drei belegte Weißrussland.

dpa

Hamburg - Die deutschen Biathletinnen haben wegen schlechter Schießleistungen den zweiten Staffelsieg der Saison deutlich verpasst. Einen Tag nach dem Mannschaftserfolg der deutschen Männer mussten sich Kathrin Hitzer, Magdalena Neuner, Tina Bachmann und Andrea Henkel in Oberhof nach insgesamt neun Strafrunden mit einem enttäuschenden sechsten Platz zufriedengeben. "Ich kann mich nicht erinnern, wann wir schon einmal so schlechte Schießleistungen hatten. In den vergangenen zehn, 15 Jahren auf jeden Fall nicht", sagte Cheftrainer Uwe Müssiggang nach schlechtesten Team-Ergebnis seit 2005.

Das erste Staffelrennen der Saison hatten die deutschen Damen in Hochfilzen noch gewonnen. Dieses Mal triumphierte Schweden über vier mal sechs Kilometer nach 1:17:53,1 Stunden vor Frankreich (+52,3 Sekunden) und Weißrussland (+1:31,4 Minuten). Deutschland hatte im Ziel 3:16,8 Minuten Rückstand.

Bei schwierigen äußeren Bedingungen mit Regen, Nebel und böigen Winden hatte das deutsche Team extreme Probleme. "Vielleicht haben wir uns auch etwas zu sehr unter Druck gesetzt und wollten es den Männern unbedingt nachmachen", sagte Neuner.

"Ich bin völlig ratlos"

Dabei hatte das Rennen vor 19.500 Zuschauern gut begonnen. Startläuferin Hitzer begann furios und gab sich im ersten Schießen keine Blöße. Doch im Stehend-Anschlag leistete sich die 24-Jährige dann gleich fünf Fehlschüsse und musste zweimal in die Strafrunde. "Ich bin völlig ratlos, vom Gefühl her waren das alles Treffer. Es ist heute alles geflogen, nur die Scheiben nicht", sagte Hitzer.

Neuner, die als Zwölfte mit 1:43,3 Minuten Rückstand auf die Loipe gegangen war, machte auf ihren sechs Kilometern zwar von Beginn an Tempo. Nach dem Liegendschießen, bei dem sie nur einmal nachladen musste, hatte sie sich bereits auf Platz sieben vorgekämpft. Im Stehend-Anschlag patzte aber auch sie - auch weil immer wieder heftige Böen in den Schießstand kamen. So musste Neuner ebenfalls zweimal in die Strafrunde. "So hatten wir uns das natürlich nicht vorgestellt. Ich habe beim Stehend-Schießen wegen der Böen lange gewartet, doch dann war der Puls einfach zu stark", sagte die 23-Jährige.

Bachmann als dritte Starterin zeigte läuferisch zwar eine ganz starke Leistung, musste aber sogar drei Extra-Runden einlegen und konnte das deutsche Team so nicht wie erhofft nach vorne bringen. Schlussläuferin Henkel war schließlich konnte das Team nicht mehr retten. Ihre zwei Strafrunden passten ins Gesamtbild. "Ich freue mich, dass es vorbei ist", sagte Henkel frustriert.

ulz/dpa



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ixelloise 06.01.2011
1. .
Zitat von sysopStark auf der Strecke, schlecht beim Schießen: Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat in Oberhof den sechsten Platz belegt. Beim Sieg des schwedischen Teams leisteten sich die DSV-Athletinnen neun Strafrunden. Zweiter wurde Frankreich, Platz drei belegte Weißrussland. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,738218,00.html
Die Bedingungen waren schauerlich, habe es im TV gesehen. Ist natürlich kein Problem aus der warmen Journalistenstube heftig Kritik zu üben ...
un-Diplomat 07.01.2011
2. Ihr Vier
Zitat von sysopStark auf der Strecke, schlecht beim Schießen: Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat in Oberhof den sechsten Platz belegt. Beim Sieg des schwedischen Teams leisteten sich die DSV-Athletinnen neun Strafrunden. Zweiter wurde Frankreich, Platz drei belegte Weißrussland. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,738218,00.html
Macht nichts, es ist wirklich vorbei.
un-Diplomat 07.01.2011
3. Schalke
Zitat von sysopStark auf der Strecke, schlecht beim Schießen: Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat in Oberhof den sechsten Platz belegt. Beim Sieg des schwedischen Teams leisteten sich die DSV-Athletinnen neun Strafrunden. Zweiter wurde Frankreich, Platz drei belegte Weißrussland. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,738218,00.html
Wenn Schnee (auf dem Dach) die Vorbereitungen stört, kann man halt nicht mehr gut schießen.
vhilpert 07.01.2011
4. Schießleistungen schon länger mäßig
Die schlechten Schießleistungen sind m.E. kein Pech gewesen, zumindest nicht bei Allen. Dass die deutschen Biathletinnen bei schlechten Bedingungen Probleme haben, ist schon länger zu beobachten. Mir fällt zumindest auf, dass oft auch systematische Fehler gemacht werden, die mit der Einschätzung der Verhältnisse und der notwendigen Reaktion darauf zu tun hat. Das ist schade vor allem auch für die Sportler selbst, die sich eine super Laufform antrainieren und es dann nicht in ansprechende Ergebnisse umsetzen können. Ich werde das Gefühl nicht los, dass an der Methodik des Schießtrainings irgendwas nicht passt. Wenn her Pichler schon sagt, dass die Chancen der Schwedinnen steigen, je schlechter die Bedingungen sind, spricht das für sich.
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