Biathlon-Weltcupstart Die Königin hat Schnupfen

Ohne die erkrankte Laura Dahlmeier startet der DSV am Sonntag in die Biathlon-Saison. Weltcupsiege sind in diesem Winter zweitrangig: Bei den Olympischen Spielen will man Medaillen scheffeln.

Laura Dahlmeier
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Die Königin ist verschnupft. Laura Dahlmeier muss ihren Start in die Biathlon-Weltcupsaison aufgrund einer Erkältung verschieben. Wenn ihre Kolleginnen und Kollegen am Sonntag traditionell im schwedischen Östersund in die olympische Saison starten, muss der deutsche Topstar zusehen. Aber der Deutsche Skiverband hat ja auch noch andere Trümpfe in der Hand.

Wer werden die Stars der Saison?

Laura Dahlmeier hat die Vorsaison dominiert, sie ist in Hochfilzen fünffache Weltmeisterin geworden und hat auch den Weltcup beherrscht. Eine Leistung, die fast nicht zu übertreffen ist. Der Weltcup wird ihr diesmal weniger am Herzen liegen, "Olympia ist das Wichtigste, alles andere ist Zugabe", sagt sie.

Im Kampf um olympisches Gold und Weltcuperfolge wird sie sich diesmal wieder mit Darja Domratschewa duellieren müssen. Die Weißrussin, die überragende Athletin bei den Winterspielen vor vier Jahren, hat ihre Babypause beendet und greift wieder voll ins Geschehen ein. Auch die Finnin Kaisa Mäkäräinen und Frankreichs Marie Dorin Habert sind zu beachten.

Auch die Männer haben ihren Superstar. Er kommt aus Frankreich und heißt Martin Fourcade. Der unverwüstliche Ole Einar Björndalen, 43, will auch weiterhin vorn mitlaufen, ebenso sein norwegischer Landsmann Johannes Thingnes Bö. Die Deutschen Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Simon Schempp sind immer für vordere Plätze gut.

Dahlmeier - und sonst nichts?

Bei den Frauen macht sich der DSV bei allen Erfolgen seine Sorgen um die Breite des Teams. In der Vorsaison schaffte es außer Dahlmeier nur Nadine Horchler auf das Podest. Franziska Preuß, Franziska Hildebrandt und Vanessa Hinz hoffen auf einen besseren Winter, mit der früheren Langläuferin Denise Herrmann ist auch zu rechnen. Frauentrainer Gerald Hoenig sagt aber auch: "Andere Teams sind breiter aufgestellt als wir."

Wird es olympische Medaillen für den DSV geben?

So ist zumindest der Plan. Die Deutschen gehen das Thema Olympische Spiele mit großem Selbstbewusstsein an. Die Vorgabe des DSV lautet: Es soll in Pyeongchang fünf Medaillen geben, drei im Team, zwei in den Einzelwettbewerben. Das warnende Beispiel Sotschi hat man allerdings im Hinterkopf. Die Frauen gingen in Russland vollkommen leer aus, Erik Lesser rettete bei den Männern im Einzel die Bilanz.

Spielt das Thema Doping eine Rolle?

Die Diskussion um die Startberechtigung russischer Wintersportler in Südkorea belastet auch die Biathlonszene. Anton Schipulin gilt bei den Männern als einer der Favoriten, ob er im Februar aber an den Start gehen kann, ist offen.

Unabhängig davon hat der Weltverband IBU die Strafen für Dopingvergehen verschärft. Die Höchststrafe für Verbände, in deren Reihen Doper erwischt werden, wurde von 100.000 auf 250.000 Euro nach oben gesetzt. Wenn mehrfach Läufer aus einem Land überführt werden, kann der Verband den entsprechenden Nationen Startplätze entziehen - bis hin zu der Strafe, Athleten dieses Landes komplett auszuschließen. Und zwar nicht nur für eine Saison, sondern bis zu vier Jahren.



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RalfHenrichs 26.11.2017
1. Ist aber Risiko
Alle Länder werden sicherlich ihr Hauptaugenmerk auf Olympia setzen und hoffen, erst dort in Topform zu sein. Wenn man also jetzt keine Spitzenplätze belegen sollte, bedeutet es nicht, dass man Spitzenplätze belegt, wenn alle in Top-Form sind. Im übrigen: gedopt wird in allen Ländern, auch in Deutschland. Nur ist es bei deutschen Sportlern, wenn sie erwischt werden, ein Versehen oder ein Unfall (s. Evi Sachenbacher), während es bei den Russen der Staat ist Klar.
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