Deutsche Bilanz der Biathlon-WM "Phänomenal"

Laura Dahlmeier hat bei der Biathlon-WM in Oslo für das beste deutsche Damen-Ergebnis seit 2011 gesorgt. Nur eine Starterin war erfolgreicher als die 22-Jährige. Bei den Männern verpasste Martin Fourcade den "Grand Slam".

DPA

Die deutschen Männer blieben ohne Einzelerfolg, Laura Dahlmeier hingegen trumpfte ganz groß auf: Bei der Biathlon-WM in Oslo hat die 22-Jährige fünf Medaillen geholt. "Mir fehlen die Worte. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich bei jedem Start eine Medaille hole. Das ist phänomenal und wirklich ein ganz, ganz großer Traum", sagte Dahlmeier nachdem sie bei den Titelkämpfen Silber im Massenstart gewonnen hatte.

Ohne Dahlmeier hätte es für die Deutschen am Holmenkollen nicht so glänzend ausgesehen. Sie sorgte fast im Alleingang für das beste deutsche Damen-Ergebnis seit 2011, als die Biathletinnen auch fünf Medaillen gewonnen hatten.

Mit Gold in der Verfolgung, Silber im Massenstart sowie Bronze im Sprint, Einzel und der Staffel überstrahlte Dahlmeier alles, nur die Französin Marie Dorin-Habert war mit sechsmal Edelmetall noch besser. "Einfach großartig. Besser geht nicht", sagte Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner, die 2011 fünf Medaillen bei einer WM gewonnen hatte.

Insgesamt holten die deutschen Biathleten sieben Medaillen und damit zwei mehr als im Vorjahr: Neben den drei Einzelplaketten von Dahlmeier noch Silber in der Mixed- sowie Herrenstaffel und Bronze mit dem Damen-Quartett.

Während die Schützlinge von Bundestrainer Gerald Hönig ihr selbstgestecktes Ziel von einer Einzel- als auch Staffelmedaille locker erreichten, waren die nur mit Staffel-Silber dekorierten Männer enttäuscht. "Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Bester Starter bei den Männern war Martin Fourcade mit insgesamt viermal Gold und einmal Silber. Den erstmaligen "Grand Slam" mit Titeln in allen vier WM-Einzelrennen vermasselte dem Franzosen im Massenstart der Norweger Johannes Thingnes Bø. Historisch war zudem der Auftritt von Norwegens 42 Jahre alter Biathlon-Legende Ole Einar Bjørndalen, der in der Staffel seinen insgesamt 20. WM-Titel holte. Weitere Meilensteine waren seine Silbermedaillen in Sprint und Verfolgung sowie Bronze im Massenstart. "Das ist der Wahnsinn", sagte der achtmalige Olympiasieger, der nach der Saison eigentlich aufhören will und nun 44 WM-Medaillen gesammelt hat.

mrr/dpa



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insgesamt 11 Beiträge
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shopper34 13.03.2016
1.
Die einzigen, die "phänomenal" waren, sind die Franzosen, insbesondere Fourcade !
uchawi 13.03.2016
2.
Korrektur: Laura Dahlmeier hat vier Einzelmedaillen geholt, nicht drei. Sonst wären's - zusammen mit den drei Staffelplaketten - auch nur sechs und nicht sieben.
uchawi 13.03.2016
3. Auslegungsfrage
Zitat von shopper34Die einzigen, die "phänomenal" waren, sind die Franzosen, insbesondere Fourcade !
Ich für meinen Teil finde eine Nation, die von insgesamt 27 theoretisch möglichen Medaillen (24 in den acht Einzelwettbewerben, drei in den drei Staffen) sieben Stück tatsächlich gewonnen hat, ziemlich "phänomenal". Sogar, wenn andere noch besser waren. Und was Fourcade angeht: Überragend, keine Frage. Aber Laura Dahlmeier, die sich so begeistert über die WM-Ergebnisse geäußert hat, ist mit fünf Medaillen heimgefahren. Mit 22 Jahren. Wenn Sie mich fragen: Phänomenal!
volkerrachow 13.03.2016
4. Da kann man nur hoffen
dass bei der dominierenden deutschen Spitzenathlethin alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Und sie kein Asthma, Herz oder sonstige Blutanomalien aufweist.
bjoechn 14.03.2016
5. Phänomenal
Stimmt, die Franzosen, vor allem natürlich Fourcade und Dorin Habert waren wirklich phänomenal. Aber ich finde die Leistung einer 22-jährigen Laura Dahlmeier mit 5 Medaillen bei 5 Starts ist auch absolut "phänomenal". Genauso wie der 42-jährige Biathlon-König Björndalen
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