Biathlon-WM 2019 Ohne Fehler - Peiffer holt Gold im Einzel

Arnd Peiffer hat im Einzelrennen über 20 Kilometer jeden seiner 20 Schüsse getroffen. Damit sicherte er dem deutschen Team die zweite Goldmedaille bei der Biathlon-WM in Schweden.

Arnd Peiffer
Jessica Gow/EPA-EFE/REX

Arnd Peiffer


Mit einer sensationellen Leistung am Schießstand ist Arnd Peiffer Biathlon-Weltmeister im Einzel geworden. Obwohl er die 20 Kilometer auf der Loipe nur in der siebtschnellsten Zeit zurücklegte, gewann Peiffer, weil er alle 20 Schüsse traf. Die Silbermedaille ging an den Bulgaren Wladimir Iliev, der mit einem Fehler 1:08,7 Minuten länger brauchte als Peiffer. Tarjei Bø aus Norwegen schoss ebenfalls einmal daneben und gewann knapp dahinter Bronze (+1:09,1).

"Mit dem Einzel hatte ich noch eine Rechnung offen, ich konnte mich irgendwie nie mit dem Rennen anfreunden", sagte Peiffer im ZDF-Interview: "Ich bin heilfroh, dass ich ohne Fehler weggegangen bin." Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Hochfilzen war Peiffer nur 34. geworden. Eine makellose Vorstellung mit dem Gewehr verhalf dem Achten der Weltcup-Gesamtwertung dieses Mal zum Sieg. "Beim Einzel wird das Schießen von Mal zu Mal schwerer. Das dritte, vierte Schießen war schon hart", sagte Peiffer.

Arnd Peiffer
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Zwei weitere Deutsche erzielten ebenfalls gute Ergebnisse: Benedikt Doll (10.) und Erik Lesser (11.) wären mit einem Fehler weniger womöglich auf dem Podium gelandet. Lesser hatte vor dem letzten Schießen noch gute Aussichten auf eine Medaille, verfehlte jedoch eine Scheibe. Roman Rees landete mit zwei Fehlern auf dem 20. Platz.

Als großer Favorit auf den Sieg galt im Vorfeld der Norweger Johannes Thingnes Bø, der bei der WM in Östersund schon zweimal Gold und einmal Silber gewinnen konnte. Im Einzel tat sich Bø jedoch schwer - insgesamt unterliefen ihm drei Schießfehler, weshalb es nur zum siebten Rang reichte.

Alle wichtigen Informationen zur Biathlon-WM 2019 in Östersund finden Sie hier.

mrk/sid



insgesamt 4 Beiträge
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dgbmdss 13.03.2019
1. super, diese Athleten vetdienen allerhöchsten Respekt
jahrelange Quälerei in der Loipe, schlechte Bezahlung , gedopte Konkurrenz, eben keine arroganten Schnösel die Autos im Kreis fahren, Bälle kicken oder mit ungeeigneten Werkzeugen ins Loch oder übers Netz befördern. Die Nordischen sind eben richtige Sportler.
otto_lustig 13.03.2019
2. Man kann auch Weltmeister im Biathlon werden,
wenn man "nur" im Harz, also in Niedersachsen, geboren wurde und nicht in den Alpen. Natürlich lebt er heute in Gebieten, in denen die Vorraussetzungen besser sind. Auf jeden Fall ist er ein Vorbild, egal wo er geboren wurde. Gratulation Arnd Pfeiffer zu diesem Sieg! Das war einfach Spitze.
cave68 13.03.2019
3. Gratulation
an Arnd Pfeiffer...mit Sicherheit eine Überraschung...man hätte aber auch erwähnen können,dass der Zweitplatzierte ebenso eine Sensation ist. Kann mich nicht erinnern jemals einen bulgarischen Biathleten überhaupt mal im Weltcup auf dem Treppchen gesehen zu haben.
heiko.oldoerp 14.03.2019
4.
Zitat von otto_lustigwenn man "nur" im Harz, also in Niedersachsen, geboren wurde und nicht in den Alpen. Natürlich lebt er heute in Gebieten, in denen die Vorraussetzungen besser sind. Auf jeden Fall ist er ein Vorbild, egal wo er geboren wurde. Gratulation Arnd Pfeiffer zu diesem Sieg! Das war einfach Spitze.
Aus Mecklenburg-Vorpommern kommen auch zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger in Wintersportarten. Die in Schwerin aufgewachsene Helga Haase wurde 1960 Eisschnelllauf-Olympiasiegerin über die 500 Meter. Der Rüganer Reinhard Nehmer gewann 1976 als Pilot Olympia-Gold im Zweier- und Viererbob und wiederholte seinen Triumph im großen Schlitten 1980. Frank-Peter Roetsch (in Güstrow geboren), wurde 5x Mal Biathlon-Weltmeister und holte 1988 Olympia-Gold über die 10 km und die 20 km. Der in Stralsund zur Welt gekommene Anschieber Carsten Embach wurde viermal im Viererbob Weltmeister und 2002 Olympiasieger. Marko Hübenbecker (in Anklam geboren, später Leichtathlet in Neubrandenburg) saß 2013 als Anschieber im goldenen WM-Bob von Maximilian Arndt. Und Jacqueline Börner (Wismar) wurde 1992 Eisschnelllauf-Olympiasiergerin über die 1500 Meter und gewann 1990 WM-Gold im Mehrkampf. Hinzu kommen noch einige Athleten (Eiskunstläufer Rolf Oesterreich, Bob-Anschieber Ulf Hielscher, Bob-Anschieber Torsten Voss), die zwar kein WM- und/oder Olympiagold geholt haben, aber Medaillengewinner waren. Falls jetzt die ganz Schlauen hier kommen: ja, ich weiß, niemand von denen war während seiner aktiven Zeit bei einem Verein der damaligen Bezirke Rostock, Schwerin oder Neunbrandenburg. Aber: einmal norddeutsch, immer norddeutsch.
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